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Pichler od. Pickler (Familie)
vertraut. Dach fing fie erfi in ihren spätern Jahren an, als Schriftstellerin auf-zutreten. Als solche hat sie auf die Bildung der weibliche» Jugend in Östreichvielen und guten Einfluß gewonnen, wie sie denn auch im Privatleben als einMuster der Weiblichkeit geehrt wird. Ihre „Gleichnisse" waren das erste bedeu-tendere Schriftchen, was von ihr (1799) im Druck erschien. Seitdem hat unsdiese fruchtbare Schriftsteller!« fast jedes Jahr mit einem Roman oder einer Er-zählung beschenkt. Ihr „Agathokles " ward ins Französische, Englische, Unga-rische und Böhmische übertragen. Ihre „Grafen von Hohenberg ", mehre ihrerkleinern draniat. Arbeiten und ihr „Ferdinand I I." näherten sich mehr der vonHormayr seit deni Erscheinen seines „Plutarch " anempfohlenen Richtung: die Ge-schichte durch redende und bildende Kunst erst recht zu popularisiern, durch vor-zugsweise Anwendung der letzter» auf vaterländische Gegenstände. Dieselbe Rich-tung hat ihr 1824 erschienener Roman: „Die Belagerung Wiens von 1683"(3 Bde.). Die „Frouenwürde", die „Nebenbuhler" fanden viel Beifall, undverdienen ihn durch die edle Ruhe und Würde ihrer Darstellung und das An-ziehende und lehrreich Bedeutende ihres Stoffs.
Pichler oder Pickler (Johann Anton und Johann, Vater undSohn), beide Steinschneider, haben sich durch ihre Geschicklichkeit in ihrer Kunstgroßen Ruf erworben. Der Vater, geb. 1700 zuBrixen in Tirol und dem Handels-stande bestimmt, begann aus Neigung zu der Kunst, in welcher er später glänzensollte, ohne Anleitung lind Unterricht zu arbeiten. Später empfing er durch einengewissen Ziegler, einen Böhmen , einige Anweisungen; hierauf begab er sich nachNeapel und gewann sein Brod dadurch, daß er für Goldschmiede Verzierungen undNamen auf goldene und silberne Gefäße stach. Ein Dfficier ermunterte ihn, seineKunst mehr aufSkeine anzuwenden und schenkte ihm die dazu nöthigen Werkzeuge.P. machte jetzt so schnelle Fortschritte, daß bald der Hof auf ihn aufmerksam wurdeund ihn mit 'Arbeit überhäufte. Eine Zeitlang begab er sich wieder nach Deutsch-land, wo er sich verheirathete, dann abermals einige Jahre in Neapel lebte und sichendlich 1743 für immer in Rom niederließ, wo er 1779 starb, mit dem Ruhme,der Erste gewesen zu sein, welcher die seit den Tagen des Alterthums ganz ge-sunkene Kunst des Steinschneidens wieder zu einer bis dahin unbekannten Höhehob. Mehre Arbeiten reihen sich an die schönsten Muster dieses Faches aus demAlterthume, und man nennt u. a. einen Steinring, den der berühmte Metastasio besaß und auf welchem P. einen Centaur gestochen hatte, als ganz vorzüglich ge-lungen, ebenso auch eine von ihm geschnittene Camee, einen Homerskopf dar-stellend. — Noch großem Ruhm erwarb sich sein Sohn Johann v. P., geb.1734 zu Neapel . Das Studium der Antiken und die Anleitung seines Vatersbrachten den jungen P. bald zu einer Vollkommenheit in s. Kunst, die alles bisdahin in neuern Zeiten Aufgestellte übertraf. Lltein als Camee geschnittenerHercules im Kanipf mit dem nemeischen Löwen, s. nach Hero's Thurm schwim-mender Leander, s. Achill, der die Leiche des Hektor schleift, sind Meisterwerke,die von allen Kennern geschätzt werden. In Rom , wo P. lebte, ward er demKaiser Joseph II. bekannt, dessen Bildniß er, während der Monarch speiste, ineinen Siegelring stach und nachher in einer Camee ausführte. Das Anerbieten,den Kaiser nach Wien zu begleiten, wo ihm derselbe ein anständiges Auskommensichern wollte, lehnte P. jedoch ab: Joseph ernannte ihn nun zu s. Hofgraveurund erhob ihn in den Adelstand. Ebenso wies er die ihm gemachten Anträge,nach England zu kommen, zurück. Er starb in Rom 1791, wo I. G. de Rossiein? kurze Lebensbeschreibung von ihm herausgab, die später von Boulard undMillin ins Franz, überseht und in dem eunrelnp." mit erläut. Noten
von Drfourny abgedruckt ist. Eine yon Chr. Heveston in Marmor gearbeiteteBüste von ihm ward im Pantheon aufgestellt. Außer der Kunst des Steinschnei-