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Pieinoiitesische Revolution
Sturz der napoleonischen Herrschaft (1814) kam der König v. Sardinien, VictorEmanuel I. , wieder zum Besitze dieses Landes, mit welchem gegenwärtig die Her«zoglhümer Mailand (sardinischen Antheils) und Montferrat vereinigt sind. Pie»mont ii» engein Sinne grenzt gegen N. an Wallis undSavoyen, gegen W. anFrankreich, gegen S. an Nizza und Genua , und gegen O. an die HerzoglhümerViailand (sardinischen Antheils) und Montferrat. Nach diesem Umfange kann mandie Größe auf 3I0^M. mit 1,600,000 Einw. schätzen, mit dem sardin. Mailand (140 st^jM., 600 000 E.) und Montferrat (50 s^jM., 160,000 E.) aber auf500 j^M. mit 2,360,000 Einw. Es begreift die Bezirke: Turin mit der Haupt«stadt gl. N. (s. d.), Eunco, Alessandria, Novara, Aosta . Picmont hat s. Namen,weil es am Fuße hoher Gebirge liegt; denn gegen Wallis sind die penninischen Al-pen (wo die hohen Berge Montrosa und der große Bernhard), und gegen Savopenund Frankreich sind die grajischen und cottischen Alpen mit dem Montblanc, kleinenBernhard, Montcenis und Monteviso, von welchem der Po, der Hauplfluß desLandes, kommt, in welchen sich zu beiden Seiten alle Flüsse des Landes, als die Do-na, Stura und Sesia auf der linken, und dieDraita, Maira und der Tanaro auf derrechten Seite ergießen. Gegen S. an der Grenze von Nizza und Genua erstreckensich die Meeralpen. Daher ist Piemont auf der Nord- und Westseite von den höch-sten Alpen eingeschlossen und zum Theil mitGebirgen bedeckt. Von diesen Gebirgenan bis in dieMittedes Landes ziehen sich niedrige Berge und endlich Hügel, welche sichin Ebenen verlaufen. Die Mitte des Landes, wo der Po fließt, und wo niedrige Berge,Hügel, Thäler und Ebenen wechseln, sind die fruchtbarsten und schönste» Striche,in welchen der Acker:, Wein:, Op. und Obstbau blühen, und Getreide aller Art,Hülsenf, richte, Mais, Reis, Hanf, Kastanien, Obst, edle Früchte, Oliven, Trüffelnund Wein gedeihen. Der Seidenbau wird in keinem andern ital. Lande so starkund so gut betrieben als in Piemont , wo jührl. für 22 Mill. Lire Seide gewonnenwird, welche meistens roh aus dem Lande geht. Waldungen hat Piemont hinrei-chend; die nördl., westl., südl. Grenzen haben waldreiche Gebirge und Hügel,welche dem mittlern holzärmern Lande Holz zuflößen können. Die Einw. sind flei-ßig und erwcrbsam und bekennen sich zur kath. Religion, bis auf ungefähr 20,000Waldenser, welche rauhe Thäler an dem Fuße der Alpen bewohnen und sich durchfleißigen Anbau ihrer von Natur unfruchtbaren Gegenden auszeichnen. (S. die,auch für den Nichlökonomen anziehenden „Briefe über Italien "; a. d. Franz, desLullin de Chateauvieur, von Hirzel, Leipzig 1821.) Außer de Ackerbau, der Vieh-zucht und dem Seitenbau beschäftigen sich die Einw. mit Fabriken und Manufactu-ren, besonders in Seide, Leinwand und Wolle. Viele Tausend ziehen auch im übri-gen Italien, in Frankreich und Deutschland , besonders als Kupferstich - und Garlantcriehändler herum, und kehren dann mit ihrem Verdienste in ihr Vaterland zu-rück. (Vgl. Sardinische Monarchie.)
PiemontesischeRevolution, vom 10. März bis zum 10. April1821. Der Aufstand von dreißig Tagen, welcher die alisartinische Staatgformund Ostreichs Herrschaft in Italien zu vernichren drohte, gehört der Geschichte an,weil er eins der kühnsten, geistvollsten und gebildetsten Völker der transalpinischenHalbinsel bezeichnet, und mit Europas polnischem Schicksal i» wesentlichem Zu-sammenhange steht. Seit der franz. Revolution befeindeten sich in unserm bürger-lichen Gesammtleben die alte und die neue Zeit, die Macht des verjährten E>er-kommens und der Muth kühner Ideen. Hier wie dort nahmen bisher alle Leiden-schaften Partei, die, jedes Mittel der Täuschung und Selbsthülfe versuchend,Wahrheit und Recht aus dem Auge verloren. Unvermeidliche Folge wur Auf-lösung, Unheil und Reue. Die meiste Schuld der Veiführung und des Unrechtstrugen jedoch einzelne Verbindungen, besonders die geheimen: unter allen Mureln,Eonversakions-Lerikon. Vd. VIII. 3.»