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Piemontesische Revolution
welche Neuerungssucht selbst für edle Zwecke wühlen kann, das unredlichste, umsicherste und veiterblichste. Italien , da« Land der Vei schwörungen, seit es denStolz oder den Dimck fremder Herrschaft fühlte, enthielt in seinem Schoße, Rom vielleicht und Toscana ausgenommen, alle Keiine der Zwietracht und des Haffs.Je ohnniächliger nun das Volk als ei» po, llsches Ganzes war, desto ik.uiger ar-beitete inSgeh im eine kleine Zahl stolzer Kopfe für die Erreichung ihi es Wunsches,den sie Nationalgeist nannten: Einheit uns Unabhängigkeil von fremd,m Einfltiß.Jeder Ereign ß, das den Plan zu begünstigen schien, ward in den Kreis ihr.rBe»rechnunoen g,zogen, und bei den heftige i Schwingungen entgegengesetzt r Um-triebe ei laubte sich der Bund Alles, was se »er Hoffnung entsprach. So stürzteter finstere Dämon der Carbonaria, inten er sich der etelsten Kräfte bemächtigte,da? Genie »Mehl selbst in den Abgiund du Revolution, und den auf gesetzl chemWege schon fch nähernden Zielpunkt einer schirmenden Verfassung entfernte wei-ter als je ein strafbares Beginnen. Als das Hms Savoyen 1814 in seine Be-sitzungen aufkeilt Fesilante Italiens zurückgetreten war. hatte daselbst die neue Zeitunter Frankreichs Einfluß manches Herkömmliche verdräng', nur nicht die Liebezu dem allen Fü.stenstamme. Victor Emanuel ward inu der Hoffiiung empfan-gen, das Beffre durch ihn ausgebildet und bef stigr zu sehen. Allein d s KönigsRalhgeber, unter welchen Graf Roborent, der Beichtvater Abbe Botia und dieKönigin genannt werden, verstanden nicht, das Alte mir dem Neuen auszuglei-chen. Heilsame Einrichtungen wurden aufgehoben, drückende b>i ehalten. Soward die Polizeiverwalrung den Orisobi igkeiien ruckt zurückgegeben, die Aukono-mie der Gemeinden nicht wiederherg«st,llr, das neue ?lbgabensrstem nicht v rein-facht. Französische und sardinische Foriuen durchkiilizien einander, weil die Be-amten aus der neuen und aus der alten Zeit sich gegenseitig nicht verstanden. NachGunst ertheilte Gnadenbriefe störte» den Rechisgang; die größte Unzufriedenheiterregte die Willkühr französisch-militai, ischer Polizetverwaltung. Als Gras Ba.bi,Minister der Innern, seit d. ?lug. 1819 die Abstellung der Iiistizmißbräiiche nichtdurchsetzen konnte, gab es gegen die unumschränkte Gewalt keinen Sckuh in einerwohlgeordnete», unabhängigen Rechtspflege. Dies bewog mehre Männer ausden ersten Ständen der Gesellschaft, nach Frankreichs Beispiel, für Savoyen ,Piemont und Genua eine gesetzliche Verfassung zu wünschen. Was in Spanien ,Portugal und Neapel geschah, reizte die Ungeduld. Als sich nun Ostreich gegenNeapel rüstete, und ^ r hier erwartete Widerstand die Hoffnung italienischer Selb-ständigkeit bei den Adelst und Federaki erhob, da vereinigten sich die Anhänger desconstitutionncllen Systems und die Feinte der Ultramontanen mit leidenschaftlicherHeftigkeit, um gewaltsam zu erringen, was stolze Selbsttäuschung in der Fernezu sehen glaubte. So entspann sich unter dem Adel und den Ofsicieren zu EndeFebr. 1821 die eigentliche Verschwörung. Durch des spanischen Gesandten inTurin , des Ritters Barda.ri, Einfluß ward die spanische Eon'üruiion die L ssungder Einmacht für die einzelnen Verbindungen, in welchen jedoch Diele das Zwei-kammersystem und die französische Verfassung vorzogen. Der Stukentenauflaufzu Turin , am 12. Jan. 1821 — eine Folge polizeilicher Verletzung der allenGerechtsame der Universität —, war der Revolution vom März fremd; auch derMirguis de la Prie und der Ritter de Perron, die aus die Beschwerde des östreich.Gesandten, Barons von Binder, als Östreichs Feinde verhaftet wurden, undder zu Anfang de« Mär; auf die Festung gesetzte Prinz de la Cisterna, der mitpariser Liberalen in Verbindung stand und eine revolurionnair« Schrift verthei-len wollte, gehörte» nicht zu den Verschworenen. Unter kiesen nennt man den Mar-quis Carlo de S.-Marzano, Sohn des Ministers der auswärt. Angeleg. (Oberstund Adjutant des Prinzen von Savoyen Earignan), den Artillerieosficier RitterProvana de Collegno (des Prinzen Stallmeister), die Grafen Sl.-Michel und