Pietola Pigafctta b5!>
mystische Terminologie aufgebracht, manchem Schwachen den Kopf verrückt undeine Menge Betbruder, Heuchler und Kopfhänger gezogen hatte, durch dieWolf'-sche Philosophie, und noch mehr durch das Licht, welches Baumgarten und Seni-ler i» Halle selbst über die Theologie verbreiteten, ein Damm entgegengesetzt.Denn wie das Gefühl derselben Bedürfnisse in Frau-reich den Jansemsm'.lS undO.uieklsmus, und in Deutschland den Pietismus hervorgerufen hatte, so ver-schwanden diese Erscheinungen auch fast gleichzeitig vor dem Geiste des Skepticis-mus und der Kriiik, der sich der Philosophie und Theologie seit der Mitte des 18.^Iahrh. bemächtigte. Noch jetzt aber erinnern die Religionszesellschaften der Herrn-huter und Methodisten durch ihre Lehrmeinungen und Anstalten lebhaft an denPietismus, der ihre gemeinschaftliche O.uelle war, und sowol das heimliche Trei-ben und Zusammenleben der sogen. Stillen im Lande, als auch das gemüthlicheund nur geschmackvoller modisicirte Christenthum der Anhänger neuerer Glaubens-helden (Lavater'S , Zung'S w.) athmet denselben Geist der Frömmelei, des Schwei-gens in religiösen Gefühlen und der kirchlichen Absonderung, i» dem sich redliche,übe. schwachsinnige Freunde einer mystischen Herzensreligion zu allen Zeiten gefallenhaben. s>n Würtemberg hat der Pietismus seit dem Anfange des 18. Jahrh,festere Wurzeln gesasr als m den meisten andern Protestantism en Ländern. EinHauptglied dieser Genossenschaft, der Stadtpfarrer Wurster in Guglinaen, hat ins. „Betrachtungen üb. das Wesen und die Verhältnisse der Pietisten" (2. A., Heil-bronn 1822) den würremb. Pietismus , der zu Kornchal s. Sitz bat, zu rechtfer-tigen gesucht. Über die Reform der theologischen Denkart und Verwaltung desPrcdigtamtS unter den Protestanten, die mehr von Spenern selbst als von seinemmißgeraihenen Kinde, dein Pietismus , ausging, vgl. m. Spener, Predigt-am: und Theologie. Lesenswerth sind auch Krauses „Hist. und psychologischeBemerk, über Pietisten und Pietismus ". b.
Pietola , Städtchen, 2 Miglien von Mantua , gilt in der Sage der Ge-gend für den Geburtsort Virgil'S , den Silius sftalicus Andes nennt. Diese Mei-nung war der Grund, weshalb alles nur einigermaßen Bemerk! che dort mit demNamen des Dichters verherrlicht wurde. Eine Grotte in der Näh. nannte man dieGrotte Virgil'S, ein Casinv der Herzöge von Mantua die Virailiaua; doch stattdort einen Viehhof anzutreffen, der an die Gedichte vom Landbau erinnert hätte,fand man eine Menagerie. Die Franzosen hatten in P. aus Achtung vor demAndenken Virgil'S einen öffentlichen (ilarten angelegt, in welchem des DichtersStandbild errichtet werden sollte. Aber die uveire Belagerung Mantua'S zerstörteden kaum begonnenen Anfang. Neuere Untersuchungen haben die Ansprüche Pie-tolaö an diese Berühmtheit so in Ziveifel gezogen, daß der Ort von Virgil'S kleinemLandgute jetzt immer unbestimmbarer geworden ist. 19.
Pietro di Cortona , s. Cortona.
Pigafetta (Antonio), der Gefährte Magellan's und Beschreibet- vondessen Entdeckungsreise, stammte von einer angesehenen Familie Toscanas ab undwurde gegen das Ende des 15. Zahrh. zu Dicenza geb. Wahrscheinlich war sei»Vater jener 1). lind Ritter Matteo P., welcher einen Theil der öffentlichen An-gelegenheiten von Vicenza leitete, und dessen Name in der Geschichte jener Zeiteinige Mal vorkommt. Dm ch die Lecture der Reisebeschreibungen der Spanierund Portugiesen nach fernen Welttheilen ward Ant. P. aus den Gedanken gebracht,dereinst gleichfalls aufEntdeckungen neuer Länder auszugehen, und er widmete sichmit großem Fleiße dem Studium der mathemat. Wissenschaften und der Läeefahrtö-kunde. Als der durch die Theilung der Erde von Alexander VI. (vgl. Demar-kationslinie) entstandene Streit wegen der Molukken zwischen den Höfenvon Lissabon und Madrid ausbrach, und Karl V. eine Expedition unter Magel-lan (s. d>) aussendete, UNI, nach dieses Seefahrers Plan, eine» westlichen Weg