Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
555
JPEG-Download
 

555

Pigalle Pigmente

riß, dadurch erhöhte, daß er demselben ein, auch später als genau und richtig be-fundenes, Wörterbuch der auf den Philipputen und Molukken herrschenden Spra-chen beifügte.

Pigalle (Jean Baptiste), Bildbauer, geb. zu Paris 1111, Tobn einesin den k. Gebäuden anoeüellten Zimmermanns, zeigte früh Neigung mm Modellj-ren, d nnoch waren s. Fortschritte mühsam und langsam. Nachdem er der Zög-ling von Lemoine und Lemarne gewesen, wur^e er von einigen Freunden, besondersden, ältesten Eousiou, in den Stand gesetzt Italien tt, besuchen. Hier arbeitete er zuRom 3 Jahre lang nach der Antike m Demircl es; bei s. Rückkehr fand er z» LvonArbeit, welche ihn"I1 Jahr b.-schäfligte. Hier vollendete er das Modell zur Sta-tue des Mercur, das er nach Paris mitbrachte, und welches allgemein bewundertward. Doch ;og er erst nach langer Zeit die Aufmerksamkeit des Ministers und,was noch wichtiger war, der Madame Pompadoursufsich, und erbielt von ibnenAufträge, 1144 trat er in die M.stei". und Bildhauerakademie, und nachdem ers. Merc r in Pdarmor ausgeführt hakte, verfertigte er als Gegenstück eine Venus.Be-deSiaiuen wurden II 48 von Ludwig X >. dem Könige von Preußen geschenkt.P.'s Ruf stieg immer mehr, und 1156 erbielt er den Auftrag, das Grabmal desMa'tcholls von Sachsen auszufübren. Dieses Werk stellt ihn unter die eistenMeister Frankreichs und ward die Ursache, daß ihm auch das Denkmal übertragenwurde, welche? t>e Stadt Rheims 1165 Ludwig X V. errichten ließ. Der Königernannte den Künstler mm königs. Bil! Hauer und ve. lieh ikm den St.-M'chaelS!orten. Besonders schmeichelhaft war es ihm, dafi Bouchardon ikm die Vollendungs. berükmren Reterstatue auf dem Platze Ludwigs XV. übergab. P. besuchteVoltaire m Fernry, um s. Büste zu modelliren. Sie war von charakteristischerÄhnlichkeit, stellte aber den hagern Nacken so treu in s. natürlichen Häßlichkeit dar,daß sie dadurch mißsiel. Das Denkmal des Marschalls von Sachsen wurde erst1116 in Srrasburg aufgestellt. B i dieser Gelegenheit besuchte P. Berlin, umden großen Friedrich und zualeich noch einmal s. S wtuen zu seben. 1180 arbei-tete er gn dem großen Dmkma'e kür den Grafen Harcourt. Seine letzte Arbeitwar ein Mädchen, das sich einen Dorn aus dein Füsse zieht. Diese Statue, so-wie die eines kleinen Knaben mit einem Käsig, aus dem der Vogel entflohen ist,wurden wegen ih-er Schönheit und Zank it bewundert. P. starb am 20. Aug.1185 als Rector und Kanzler der Akademie. Er ncr von Charakter edclmüihig,freigebig, s. Freunden und s. Familie m't Zänlichle t mgeihan. Als Künstlerverdankte er Alles si steinigen Studium; der eigemlicl e Genius fehlte ihm.

Pigault-Lebrun, Inspecior der franz. Salinen, ist e,n fruchtbarerRomanenschnftsteller. Die Sammlung s. Weite, die in Frankreich ein volks-thumliches Ansehen erwarben und in Deutsch land dcrch » ehre Ubnsetz. bekanntwurden, bildet gegen 40 Bde. Lebhasie Phantasie, heilere Laune, oft geistreicherSpott, scharfe Chcwakterzeichnung, gelch ckie Gi»xpirung und ein frisches Coloritsind die Haupieigenschafien derselben; aber einige sind auch Caricaturen, in denenguierGeschmack und Sittlichkeit wenig beachtet ist, wie z. B. der „tia,e,>li -.aiir-rvuui". Besondere Theilnahme erfuhren: „l.,s <le „I'rn-

s-eiel clii cueruacal" und „4 iiu, lli^ur el .leueielicieue". Auch als dramatischerSchr frsteller erwarb sich P.--L. ein'gen Ruf duich kleine Lustspiele, worunter sichauszeichnet „> <-5 rnuux cl'u»»-»>«>>,->". Da er viele Jahre nur M't Gebildender Phantasie sich beschäftigt harke, so machte 1824 das Erscheinen der 2 erstenBde. s. „>li>tuuu ile bimxm, aluügöe. i'iiligiM ut j>l>>lmopl>igu>', ä l'u^a^eele- geuii.la ,» 0 „,l<-"tk Bde.) großes Aufsehen. Wahrheitsliebe i» Untersuchungder Thatsachen, Gründlichkeit und Darstellung, lasten Fortsetzung dieses Werkswünschen.

Pigmente, s. Färbestoffe.