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Achter Band. O bis Q.
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55t> Pignoration Pilliutz

Pignoration, Verpfändung, s. Pfand.

Pilaster heißt in der Baukunst ein viereckiger Pfeiler, welcher nach derSäulenordnung, zu welcher er gehört, Verhältnisse und Verzierungen erhält; dar-in eben unterscheidet er sich von dem gemeinen Pfeiler.

Pilatre deRozier (Jean Fraiwois), ein besonders durch die Art s.Todes berühmt gewordener Phvsiker, geb. 1756 zu Metz , war zur Chirurgie be-stimmt, zeigte aber so großen Widerwillen geeen diese Wissenschaft, daß s. Ange-hörigen sich genöthigt sake», ihn in eine andre Laufbahn zu bringen, und er wurdenun '.Apotheker. Nach Vollendung der Lehrzeit kehrte er ins älterliche Haus zurück,entsteh aber der strengen väterlichen Zucht und kam nach Paris , wo er als Apothe-kergehülfe arbeitete, nebenbei aber sich auf das Studium der Naturgeschichte, Ma-thematik und Physik legte. Bald kam er so weit, vor einem Kreise gebildeterWeltlcute Vorlesungen und Experimente über die von Franklin aufgestellten Lehre»der Elektricität mir Beifall halten zu können; auch wurden einige von ihn, in die-ser Hinsicht ausgearbeitete und der Akademie der Wissensch. übergebene Abband-lungen günstig aufgenommen. Später ward er auf die Verwendung von Sage,dcff'N Vorlesungen er eine Zeit lang besuchte, als Prost der Chemie in Rheimsangestellt, kehlte jedoch bald nach Paris zurück, wo er Aufseher der Naturalien-sammlung von Monsieur (Ludwig XVIII. ) wurde. Jetzt faßte P. de R. tieIdee,ein Museum zu errichten, in welchem nicht nur eine möglichst große Sammlungvon Instrumenten aufgestellt, sondern auch den Schülern der verschiedenen Colle-gien durch Experimente das Studium der Physik und Chemie erleichtert werdensollte, und da Monsieur dies Unternehmen unterstützte, so ward die Anstalt 1781eröffnet. Hier studirie P. besonders die Wirkungen der Gaslufi und der Dämpfe,wobei ihm der Polizeipräsident Lenoir (s. d.), ein Wissenschaft! eh gebildeter Mann,möglichen Vorschub that, und als bald darausdie ersten Versuche bekannt wurden,welche die Gebrüder Montgolfier (vgl. d.) mit dem Luftballon machten, dawarP. einer der Ersten, die auf die Wiederholung dieser Versuche in Paris drangen.Dies fand den 25. Aug. 1783 starr; toraufmachte P. durch k ie öffentlich n Blät-ter bekannt, wie er gesonnen sei, mittelst eines Ballons sich selbst m die Luft zu er-heben. So verlacht diese Idee auch damals wurde, so führte er sie dennoch ausund stieg den 21. Der. dess. I., zum allgemeinen Erstaunen, bei dem SchlosseMuelke (unweit Paris ) in einer sogen. Montgolfier», begleitet von dem Marquisd'Arlande, in die Luft. Dieser erste glückliche Versuch begeisterte ihn zu mehren,und nachdem er 1781 zu Lyon mir Montgolfier, und bald daraufauch zu Versailles in (Gegenwart des Hofes und des Königs Gustav U>. von Schweden solche Luft-fahrten wiederholt hatte, faßte er den Plan, aus dieselbe Art nach England über-zusetzen. 10,066 Franken wurden von der Regierung dazu angewiesen , und es istkein Zweifel, daß das Vorhaben gelungen fein würde (wie denn, während P. nochs. Vorbereitung,n traf, Blanchard die Sache schon ausführte und von Dover nachCalais in einem Ballon übeifuhr), hätte P. nicht die Grille gehabt, die Verfah-l ungsart des Montgolfier bei Füllung des Ballons mit der von Charles erfundenenvereinen zu wollen: ein Beginnen, welches, nach Charles'S öffentlichem Aussprnch,eine Pulvertonne auf ein Kohlfeuer setzen hieß. P. ließ sich indeß nicht abbringenund unternahm die Fahrt zu Boulogne den 15. Juni 1785 mit dem Physiker Ro-main. Kauni hatte der Ballon jedoch eine Höhe von 2 — 3000 Toisen erreicht,so entzündete er sich, und nach einer halben Stunde stür zten die beiden Unglückli-chen in der Nähe des Thurmes von Crov zur Erde. P. war sogleich todt, Romainverschied nach wenigen Minuten. Tournon's de la Chapelle „Vi<- ,,,< „„ürer st«

1'iMlro lle Ikarier" (1786, mit des Physikers Bildniß) enthält Notizen über s.chemischen und physikalischen Entdeckungen.

Pillniß, ein königl. fächs. Lustschloß und Kammergut, am rechten Elbufer,