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Pillnitz
2 Stunden südlich von Dresden . Am linken Elbufer wird man während des Som-meraufenthalts des königl. Hofes durch die fliegende Fähre aus das rechte Ufer über-gelegt ; ein schönerer Weg ist die pillnitzer Bergstraße. Die Landschaft hat etwasIdyllenartigeS. Bei Loschwitz steht sich der Kranz der Weingebirge vom rechtenEldufer zurück, und freundliche Dörfer führen den Wanderer bei dem wachwitzerund helfenderger Grunde und der malerischen Ruin« des Schlosses Rochenfelsvorüber. Das Weingebirge links, die Elbe nckts, jenseits die mit Dörfern undFruchthügeln bedeckte Ebene von Dresden und die reizenden Elbdörfer Tolkwitz undLaubegast , umfassen einen Reichthum von Landschaftsbildern, wie er kaum irgend-wo so freundlich gefunden wird. Bei Klein-und Großhosterwitz sind die Anlagenund der Landsitz des verst. Grasen Marcolini sehenswerth. Hier führt ein schönerGrund zu der romantischen Klippmühle und zu der Aussicht des Zuckerhuts. Inder Ebene liegt das Dorf Pillnitz . Aus einer prächtige» vierfachen Kastanien- undLindenallee, welche eine Maillebahn einschließt, nähert man sich dem Schlosse. Insich Hern Zeiten halle die alte Burg Pillnitz verschiedene Besitzer. 1693 kaufte Jo-hann Georg IV. das alte Schloß von Heinrich v. Dünau und schenkte es f. Ge-liebten , der Gräfin von Rochlitz (Fräulein v. Neidschütz). Nach deren Tode fiel esan die Kammer. Friedrich August I. (als König von Polen August II.) belehnte1705 die Gräfin Cosel damit. Später wurde es der Sommeraufenthalt des Feld-marschalls Rutowski . Bald aber bezog es August II. selbst und baute hier noch 2Paläste, welche prunkvoll eingerichtet und in der Folge von der landesherrlichenFamilie wäbrend des Sommers bewohnt wurden. Seit 1788 erhielt das Ganzeeine schönere Gestalt; doch gibt der verschiedenartige Stvl der Gebäude, die Ver-mischung chinesischer, japanischer und italienischer Bauart demselben ein auffallen-des Ansehen. Vier einzeln stehende Pavillons von pirnaischem Sandstein bildendie Flügel eines großen Quadrats, welches nach Abend der königl. Garten, nachMorgen die alten Schloßgebäude einschließen. Zwtchen den südlichen Pavillonssteht das Wafferpalais, zwischen den nördlichen das Bergpalais. Die Pavillons,wovon der vierte 1801 vollendet wurde, sind nicht hoch, haben chinesische Kupfer-dächer und Säulcngänge nach toscanischer Ordnung. Im neuen Palais wohntdie königl. Familie. Das alte Schloß (das den ehemal. Venustempel enthielt, woman die Bildnisse von schönen Frauen sah) brannte 1818 ab und ward durch einschöneres, nach dem Plane des Oberlandbaumeisters Lchuricht angelegtes Gebäudeerseht, das einen großen Speisesaal hat, der mit schönen Frescogemälden vom Pros.Vogel in Dresden , allegorischen Darstellungen der 4 Künste, Malerei, Bildhauer-kunst, Baukunst und Musik, und der Philosophie, Dichtkunst, Grazie und Liebegeziert ist. Der Garten, nördlich hinter dem Dergpalais, ist in einem einfachenGeschmack angelegt; eine Pappelinfel, eine Vestale aus carrarischem Marmor vonTrippel in Rom , eine Menagerie, ein Vogelhaus und 2 Pavillons schmücken denGarten, der vorzüglich reich an seltenen Gewächsen ist. Ein Pavillon enthält einlehrreiches Samencabinet, nebst einer kostbaren Sammlung schon gemalter Pflan-zen und Schmetterlinge. Außerdem sind hier 4 Gewächshäuser und ein Orangerie-haus. Die an sich schon reizenden Umgebungen von Pillnitz hat der letztverst. Königdurch mehre Anlogen verschönert. Hinter dem Dorfe öffnet sich der pillnitzer Grund,in welchem der romantische Friedrichsweg nach dem Borsberze führt, welcher sich933 Fuß über die Elbe bei Dresden , od-r 1161 par. Fuß. über das Meer erhebt.Am Eingänge zum Grunde ist eine EiSgrube in gothischem Geschmack; von hierführt ein Waldpfad auf den Schloßberg, wo die 1788 angelegten Burgruinen mitgeschmackvollen Zimmern sich befinden; ibre Lage auf dem freien Bergvorsprungegibt eine vortreffliche Aussicht. Von hier gelangt man zu einer zwischen Laub-und Nadelholz versteckten Brücke und an den 138 Fuß hohen Wassersall, der ausmehren Quellen sein Wasser empfängt, das in 3 ausgemauerten Teichen sich sam-