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Achter Band. O bis Q.
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560 Piridar (Peter) Pmdemcnte (Giovaiilii)

Fähse überseht mit einem brauchbaren Commentar (Penig 1804, 2 Bde.) Dirneueste, aber ebne Hülfe des Originals kaum verständliche, Übersetzung ist vonThiersch (Lpz. 1819, 2 Bde.). — P. wurde in Böotien geb., in oder nahe beiThe-ben, und zwar in der 65. Olymp., ungefähr 520 I. v. Chr. Sein Vater war einFlötenspieler, und er selbst soll die Lyra meisterhaft gespielt haben. Frühzeitig wurdeer zur Musik und Poesie gebildet, und die Ausbildung s. Dichtergeistes verdankte ervorzüglich der schönen Korinna , die selbst eine ausgezeichnete Dichterin war undniehr als ein Mal im poetischenWettkampfe mit ihremFreunde den Preis davon ge-tragen haben soll. Sonst weiß man wenig von s. Leben mit Gewißheit, selbst seinTodesjahr ist unbestimmt; nach Einigen starb er im 65. I., nach Andern wurde er80 oder gar 90 I. alt. Sein Ruhm war so groß, daß Alexander, ungeachtet s. Er-bitterung gegen die Thebaner, bei der Zerstörung ihrer Stadt das Haue,, wo einstP. gewohnt hatte, ehrfurchtsvoll verschonte. Dasselbe hatten die Spartaner gethan,alssie siegend in Theben eindrangen. Ja schon bei s. Leben sollen ihm s. Mitbürgereine Bildsäule errichtet haben.

Pindar (Peter), s. Moolcott.

Pindarees, d. i. Freibeuter. So nannte man im britischen Ostindiendie berittenen Räuberhorden, welche (seit 1812) nach der Ärnte, wenn das Bett derNerbudda so seicht geworden war, daß Reiterei über ihre Furten setze» konnte, indas fruchtbare Gebiet der engl. Compagnie vordrangen, sich zerstreuten, Alles ver-heerten und was ihnen anstand in ihre Gebirge zurückschleppten. Diese FlibustierHindostans waren schon seit 1761 vorhanden, machten sich aber vorzüglich im19.Jahrh, furchtbar. Sie stammten meistens von der mohammedanischen Krieaer-kaste her, welche vormals bei den indischen Fürsten hohen Sold bezog. Die englssch-ostindische Compagnie entwaffnete aber mehre indische Tribulsürsten und unterhältseitdeni unter dem Oberbefehl der sogen. Residenten an den indischen Hefen zahl-reiche Scldtruppen, die die mediatisirten Nabobs bezahlen müssen. Deßwegenvermehrte sich die Zahl der PindarceS, die heimlich die indischen Vasallen derCompagnie wider Letztere aufhetzten. 1817 beschloß der brit. Gencralgouverneur,Marquis HastingS (Lord Moira), die Vernichtung dieser Räuber, deren Machtman auf 10,000 Reiter schätzte. Auf allen Punkten angegriffen, wurden sie be-siegt und zerstreut; in einige Festen wurden Besatzungen der Compagnie gelogtund Geiseln nach Calcutta abgeführt, die andern festen Plätze der Pindarees abergeschleift, hie Hauptmannschaften der Pindareeshäuptcr verkleinert, ein fliegendesCorps SipoyS am Ufer der Nerbudda für immer stmionirt, und eine Zahl inngerMannschaft unter die Nordarmee von Bengalen am Fuße des Himalaya und imNepaulthale eingeschoben; entlieh ward den unterworfenen Völkerschaften «inmäßiger jährlicher Tribut an Geld lind an Recruten auferlegt. Die osiindischeCompagnie bat nämlich in diesem Jahrh, stets den Grundsatz befolgt, nach jedemKriege ihre Einkünfte, ihr Gebiet und ihr Heer auf Kosten der Besiegten dergestaltzu vermehren, daß sehr selten die mediatisirten indischen Fürsten sich erkühnt haben,zum zweiten Mal eine Lanze mit dem Generalgouverneur des britisch-orientalischenReiches zu brechen.

Pindemonte (Giovanni, Marchese), ein ital. Dichter, geb. 1751 zu Ve-rona, machte schon auf der Schule zu Modena Verse und improvisirte; seine Phan-tasie war zügellos; er arbeitete leicht, aber mit wenig G-ffchmack. E-ner metrischenÜbersetzung von Ovid'S „Mitteln wider die Liebe" (Dicenza 1791), die er unterdem Nam.n Elchilo Aeanzio herausgab, folgten mehre seiner eignen Gedichte.Damals verwaltete er das Amt eines Prätors der Republik Venedig . Zu einerZeit, da das italienische Theater auf einen Nachfolger Maffei's warreke, trat Pin-demonte auf, um nach dem Lorber des ersten dramauschen Dichters Italiens zuringen. Seine Tragödien, jetzt ziemlich vergessen, erhielten den Beifall der Menge,