Pindemonte (Hippolyt) Pinri 561
währendAlfieri'sDichtungen gleichgültig oder mit Widerwillen aufgenommen wur-den. P. zeigte sich als Neolog in der Poetik und war einer der Ersten, welche dieHerrschaftderAristotelischen Regeln beschränkten. Seine l l „do,»poniinenti w.i-ir->Ii" (Mailand 1804, 4 Thle.) bestanden nicht vor einer strengern Kritik. Inseiner Lobrede auf Thomas von Aquino wollte P. glänzende Beredtsamkeit zeigen,zeigte aber nur Gelehrsamkeit; gleich mittelmäßig war er als Prosaist und als Dich-ter. Genöthigt Venedig zu verlassen, lebte er einige Zeit in Paris , wo er die Auf-merksamkeit von Bonaparte, damals erstem Consul, erregte und zum Mitglied»des ital. 0>r,,-i lüxstslalik ernannt wurde. P. starb 1812.
Pindemonte (Hippolyt, Ritter), Bruder des Vorigen, geb. zu Verona 1753, hatte sich schon 18 I. alt eine Stelle unter den bessern Dichtern Italiens erworben. Vom «Ltudium der Klassiker Griechenlands und Roms ging er an dieBeobachtung der Welt und Menschen, durchreiste Italien, Frankreich und Eng-land. Die verschiedentlichen Gemälde, welche der gesellschaftliche Zustand dieserLänder bot, hakten großen Einflussauf die Richtung seines Geistes. Seine demo-kratische Gesinnung ward aristokratisch, und den Freuden der Liebe entsagend, ver-sank er in Frömmelei; seine Werke tragen die deutliche Spur dieser innern Meta-morphose. Die „Pi.i^gi", der längste feiner Sermonen, und „^b.iriiio", ein ihmzugeschriebener Roman, sind eine Art von Tagebuch, die Betrachtungen des Derf.während seiner Reisen enthaltend. Auch schrieb er „Poesie cg,»p>e»tri", wo er mitEntzücken von Englands Landschaften und Sitten spricht. Im Allgemeinen ath-men die Dichtungen P.'s Heiterkeit, Ruhe und das stille Glück des Herzens. DenTod Hermanns, des Cheruskers, hat er zum Gegenstände eines Trauerspiels ge-nommen, das sich von der Beschränkung alter Regeln lossagt, ohne sie jedoch ganzzu überwinden. Er hat in demselben Chöre von Krieger» und Jungfrauen einge-führt, welche für Muster des Skyls gelten, indessen wurde sein „Arminio" nie auf-geführt und ist auch vielleicht dazu nicht geeignet. Zu P.'ü besten Werken gehörenseine lyrischen Gedichte, vorzüglich die Episteln und Sermonen, die eine Tiefe derGedanken und Innigkeit der Gefühle offenbaren, welche ein Anklang der dem Vers.wohl bekannten engl. Literatur zu sein scheinen. Außer mehren Übersetzungen ausVirgil, Ovid und Catull , sind unter seinen zahlreichen Werken ausgezeichnet: ,,I.»1'ulu izior^aiiL"; „bllo"n> cli 6oss„ei" und „ll cosi o cl> mrrtoNo". MancheBlume hat er auf das Grab seiner Freunde und Land.Sqenossen Maffei, Pc mpeiu. a. gestreut. Zwei Oden, eine auf die Rückkehr des Capüain Parry, die andreauf den Tod der Miß Bathurst, welche in der Tiber ertrank, und die Übersetzungder „Odyssee" in Iamben , sind s. neuesten Erzeugnisse. S. proso e poesisc.impeslri d'Izipolilo piiulemools e Is o.aoeoiii p.astor.'ili cli Oirnl, ?oi»>>c-i"(Mailand 1827). P. lebte zu Venedig als Mitglied des ital. Instituts und ver-schiedener gelehrten Gesellschaften. Altersschwäche neigte ihn zu übertriebener An-dächtelei, welche der Vollendung seiner Werke Abbruch that. Er gehört nicht indie Reihe der größten Männer, welche Italien hervorbrachte, aber der Ernst seinerBestrebungen, die Reinheit s. Lebens und s. Schriften sichern ihm einen ehrenvollenRanz unter den Zeitgenossen. P. starb zu Verona den 18. Nov. 1828.
Pindus, eine Bergkette in Griechenland , zwischen Thessalien, Macedo«niem Epirus und Äwlien. Sie war, wie der Helikon und Parnaß, ein >Litz desApollo und der Musen. Jetzt heißt der Berg Mezzovo.
Pinel (Philipp), Mitglied des Instituts und der Ehrenlegion, einer dereinflußreichsten Gelehrten Frankreichs für Psychiatrie, und für die Irrenhäuser Da?,was der große Howard für die Gefängnisse, war geb. am 11. April 1745 zuSt.'-Andr,' bei Lavoür im Tarndspart., wo sein Vater Arzt war. Er studirte zuToulouse und erhielt daselbst 1764 den Doctorgrad. Dann setzte er seine Studienin Montpellier fort und gab zu seinem Unterhalt Unterricht in der Mathematik.ConversationS-Lcricou. Bd. VU1. 36