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Güte dem Öle von Lucca wenig nachsteht; die Felder und Hügel sind gut bebaut, unddie Marmorbrüche in der Nachbarschaft gehören zu den vorzüglichsten in Italien .
Als Republik blähte Pisa im Mittelalter durch den kräftigen Freiheits-sinn und thätigen Handelsgeist sein«' wackern Bürger auf. Im Kampfe mit denSaracenen eroberte sie Sardinien, Corsica, die Balearen, und hieß die Königin de»Meeres. Ihr Heblet am tyrrhener Ufer umfaßte die damals angebaute und dahersehr fruchtbsee Maremma von Lerici bis nach Piombino . Zur See die Nebenbuh-lerin Venedigs und Genuas, gründete sie Kolonien in der Levante und sandte 40Schisse den, Könige von Jerusalem zu Hülfe. Als eifrige Gibellinin dem Kaisertreu, in blutigen Zwist verwickelt mit der Guelfin Florenz, mit Lucca und Siena ,die dem Papste anhingen, von allen Nachbarn beneidet, von Genua in blutigerSeeschlacht besiegt und durch innere Parteiung mächtiger Geschlechter zerrissen,unterlag sie endlich der Eifersucht und dem Hasse von Florenz . Ugolino herrschtejedoch nur kurze Zeit über das seiner Festen beraubte Pisa . Der Muth, mit wel-chem 14,000 Pilaner lieber 10 Jahre harte Gefangenschaft litten als eine vater-ländische Feste in Feindes Hand übergaben, hielt eine Zeit laug noch das kriegerisch«Pisa empor. Die Republik schlug mit eignen Waffen das Heer der Gneisen vonganz Italien . Aber erschöpft trat sie endlich unter Mailands Scdutz, ward daraufte>» Herzoge Galeazzo Visconti verkauft, von dessen Nachfolger Florenz sie einhan-delte: das freie Floren; erkaufte von einem Tyrannen als Sklavin die frcigeboreneScbwester (1408)! Durch Hunger ward die Übergabe erzwungen, und mir Gewaltdie Widerstrebende im Gehorsam erhalten. Die größte Hälfte der Bürger wanderteaus. Aber nach 88jähriger Unterdrückung, als Karl VIII. von Frankreich Italien überzog, erhob sich der alte Stolz von Pisa und kämpfte 15 Jahre glorreich ums. Freiheit. Wimon Orlandi rief s. Mitbürger zu den Waffen, und das Volk gabsich, unterKarlsVill. Schutze, der nach einem Vertrage mit Florenz Pisa besetzte,eine eigne Verfassung. Jetzt begann ein hartnäckiger Krieg zwischen Florenz undPisa . Die Bürger der letzter« Stadt eroberten mit dem Beistände der sranz. Be-satzung lhr altes Gebiet wieder und schlugen dieMielhtruppen derFlorentiner. Ihrkriegerischer Muth vereitelte jede Anstrengung ihrer ehemal. Dberherren. Als diefranz. Besatzung abzog, schworen sie dem Könige von Frankreich als ihrem Schutz-herrn. Jetzt wurde Pisa «in wichtiger Punkt. Fürsten und Republiken unterhan-delten bald für, bald gegen die Fortdauer des wieder ausgestandenen Freistaats.Endlich, von allem Beistande verlassen, schworen die Pisaner, eher unterzugehen,als sich ihrem Erbfeinde zu unterwerfen. Schon hatte Floren; sich des Gebiets be-mächtigt, lind am letzten Juli 1499 nahm die Belagerung der Stadt mit so gro-ßen Zurüstungen ihren Anfang, daß die Florentiner in 14 Tagen sich derselben zubemeistern hofften. Aber die Frauen von Pisa schanzten Tag und Nacht, um dieeingeschlossenen Mauer» herzustellen; und als der Feind ein Eastell mit-Lturm ge,noinmen, da warfen sie sich den zagenden Männern entgegen, sie möchten liebersterben, als der Florentiner Knechte werden. So ward die Stadt gerettet, undder Feind hob mit großem Verluste (4. Scpk.) die Belagerung aus. Die Pisanerverwandelten jetzt ihre Stadt in eine furchtbare Festung. Auch ein von Ludwig Xll.,König von Frankreich (derPisa den Florentinern unterwerfen wollte), abgeschicktesHeer belagerte die Lnadt vergeblich. 1504 unternahmen die Florentiner aufs NeuePisas Belagerung. Sie wollten den Arno oberhalb Pisa abdämme», mußten abernach großen Kosten davon ablassen. Eme dritte Belagerung, 1505, war ebenso ver-geblich. Endlich (8. Juni 1509) bezwäng der Hunger die aufs Äußerste gebrachteStadt. Pisa unterwarf sich durch einen Vertrag den Florentinern, und alles Ge-schehene sollte straflos sein. So siel Pisa , nachdem es viermaligen Angriff vereiteltund 15 Jahre hindurch die Freiheit behauptet, durch HungerSnoth in florentinischeGewalt, und hörre für immer auf, selbständig zu sein. Auf s. Ruin erhob sich die