Pisang PisistratuS §69
Macht von Toscana. (Dgl. die „Gesch. der löjähr. Freiheit vonPifa ", von KarlTreitschke, Lpz. 1814.) K.
Pisang, »null, der große (äl. s-wustim-m-»), Paradiesfeige, der kleine(äl. <u,z,iu„tu , ), Banane, ein Obstbaum der heißen Welrthnle, welcher schnellwächst und einen angenehmen, gesunden Nahrungsstoff in reichlichem Maße ge-währt. Man bemüht sich, diesen Baum auf das Festland von Amerika zu verpflan-zen. Allein er würde die den Bewohnern der Tropenländer nalürsiche Apathie nur be-fördern. Nach Mollien'S Bemerkung muß der Pisangbaum dieselben Wirkungenerzeugen, welche der Dattelbaum in Afrika hervorgebracht hat; er würde Beduinendes Abendlandes schaffen, wie dieser die Beduinen des Morgenlandes verewigt hat.
PisistratuS , ein atheniensischer Bürger, der sich zum ungesetzlichen Ober-herrn s. Vaterlandes machte. Er war von edler Abkunft, die er selbst von Kodrus,dem letzten König von'Athen, ableitete, und erbte von s. Vater HippokrateS eingroßes Vermögen. Von Natur besaß er die Vorzüge, welche dem Einzelnenei» Übergewicht geben: eine gewandte Sprache und eine ungemeine Fassungskraft;durch alle Kenntnisse der damaligen Zeit hatte er sie noch erhöht. Sein ersterSchritt, als er in das öffentliche Leben trat, war, daß er durch s. Beredsamkeit dieBemühungen des Solo» (eines mütterlichen Verwandten von ihm), die Athenien-ser zur Wiedereroberung von Salamis zu bewegen, unterstützte, und sodann diesenGesetzgeber auf der glücklichen Unternehmung gegen diese Insel begleitete. VonNaiur ehrgeizig, verfolgte er den Plan der Politik, der unter einer Volksregierungso oft gelingt: er gewann die niedere Classe der Bürger durch einnehmende Leut-seligkeit und ungemessene Freigebigkeit. Er verschaffte ihnen Erleichterungen,öffnete s. Gärten ihren Vergnügungen, tröstete die Kranken und ließ die Todten be-erdigen; in allen s. Reden war er der Anwalt der bürgerlichen Gleichheit und derdemokratischen Verfassung. Solon durchschaute die Kunstgriffe s. Betragens undäußerte s. Besorgnisse sowol gegen ihn als gegen Andre. Nur zu bald gingen sie inErfüllung. Eines Tages erschien P. mit mehren leichten Wunden, die er sich selbstzugefügt hatte, auf dein Markte, und rief s. Mitbürger um Schutz gegen vorgeb-liche Feinde an, die ihm, wie er sagte, wegen s. Anhänglichkeit an die Demokratienach dem Leben trachteten. Sogleich wurde eine Volksversammlung veranstaltet,in welcher einer s. Freunde vorschlug, daß ihm eine Wache zur LSichercheit s.Persongegeben werden sollte. Dieser Vorschlag wurde, so sehr sich auch L)olon widersetzte,genehmigt. Man gab ihm eine Leibwache, mit deren Hülfe er sich in Besitz derBurg von Athen setzte. Er entwaffnete die Menge und war nunmehr Herr derStadt, während Solon aus s. dienstbar gewordenen Vaterlande auswanderte (588v. Chr.). Wenngleich aber P. durch die Art, wie er sich in Besitz der Herrschaftsetzte, den Vorwurf der Tyrannei auf sich zog, so gebrauchte er doch diese Gewaltkeineswegs als ein Tyrann; denn kein gesetzmäßiger Fürst hätte mehr Mäßigungoder mehr Achtung für das Wohl s. Volks zeigen können. Er machte keinen Ver-such, die weisen Gesetze Solon's abzuschaffen, sondern bestätigte und erhöhte ihrAnsehen; immer zeigte er die größte Verehrung gegen den Gesetzgeber; aber s. Be-mühungen, ihn zur Rückkehr nach Athen zu bewegen, waren vergeblich. Indeßwar P. s Obergewalt noch nicht gesichert. Megakles, der an der wpitze einer feind-lich gesinnten Partei stand, verließ mit s. Familie das aiheniensische Gebiet undknüpfte mit einer dritten Partei einen Briefwechsel an, in der Absicht, die Machtdes P. zu stürzen. Ihre Anschläge gelangen, und P. war genöthigt, auszuwan-dern. Da aber Megakles mit der Partei, mit welcher er sich verbunden hatte, baldunzufrieden wurde, so machte er dem P. den Vorschlag, ihn zurückzuführen, wenner s. Tochter zur Gemahlin nehmen wollte. Diesen Vorschlag ging Jener sogleichein. SeineRückkehr wurde durch eineList bewerkstelligt, die ein auffallendes Beispielvon der Leichtgläubigkeit des Volks abgibt. Man wählte ein Frauenzimmer von