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Pitt
den die Engländer von den otahitischen Männern erschlagen, und selbst Smithempfing eine so gefährliche Wunde, daß man ihn für todt hielt? In der nächstenNacht aber rächten die otahitischen Witwen den Tod ihrer Männer an ihren Lands;leuten, die sie sämmtlich ermordeten. Smith wurde geheilt und machte nun mit 9Weibern und 4— 5 Kindern die ganze Bevölkerung der Insel aus. Er fuhr fort,den Boden anzubauen, und legte sich besonders auf die Schweinezucht. SirSidneySmith erhielt schon 1809, als er vor Duenos AyreS war, Nachricht von jener Ent;deckung, welche Folger selbst 1813 durch einen umständlichen Bericht bestätigte.Im folg. I. stieß der Befehlshaber des engl. Schiffes Briton, Thom. Staines, aufdeni Wege von den Marguesas-Inseln gleichfalls auf die Pitcairn-Insel, wo er 40Bewohner fand. Er nennt den Engländer, den einzigen noch übrigen Matrosen vomSchiffe Bounty, John Adam: ei» Name, den Alex. Smith wahrscheinlich ange-nommen hakte. Der alte Mann hatte durch den Einfluß der frommen Sitten, worinalle auf der Insel Grborene erzogen wurden, und die religiösen Begriffe, die er denjungen (Gemüthern einflößte, so viel Ansehen erhalte», daß man ihn als den Vaterder ganzen Familie ehrte.') Christians Sohn, Namens Donnerstag OktoberChristian, war der erste Eingeborene der Insel. Er und seine jungen Landsleutewaren schön gebaut, von etwas bräunlicher Hautfarbe, aber ohne die der Farbe derSüdsee-Insl,lauer beigemischte röthliche Tinte. Ihre einzige Kleidung war ein umdie Lenden geschlagenes Stück Zeuch und ein Wlrohhut mit schwarzen Federn. Diejungen Weiber zeichneten sich durch einen schlanken kräftigen Wuchs und eine unge-nieine Schönheit aus, die durch den Ausdruck zarter Bescheidenheit erhöht wurde.Ihre Kleidung bestand aus einem von dem Unterleibe zu den Knien reichendenStücke Zeuch und einer Art von Mantel, der, leicht über die Schultern geworfen,bis aufdieKnöchelherabhing. Nach Adam'S Versicherung warseitChristiansTode,der als Opfer der Eifersucht eines otahitischen Mannes siel, nie ein Beispiel vorge-kommen, daß ein Mädchen sich vergangen, oder ein junger Mann eine Verführungversucht hätte. Jünglinge und Mädchen muffen mit dem Anbau des Bodens sichbeschäftigen, und wenn sie so viel angebautes Land und Bäume haben, daß sie eineFamilie ernähren können, dürfen sie sich verheirathen, aber nur mit Adam'S Ein-willigung, der sie durch eine von ihm erfundene Feierlichkeit traut. In der kleinenColonie herrscht k ie größte Eintracht, und in dem Handelsverkehre, der in dem 'Aus-tausche verschiedener Bedürfnisse besteht, vollkommene Aufrichtigkeit. Das DorfPitcairn bildet ein Viereck mit freundlichen Hütten, die mit Gerälhschaften,selbst Betten, Tischen und Kisten, zur Aufbewahrung der werthvollern Dinge, ver-sehen sind. Die Ackerbauwerkzeuge sind von dem Eisen gemacht, das von demSchiffe Bounty herrührt und mit großer Mühe verarbeitet wurde. Die Kleiderbestehen aus Baumrinden, die besonders von den otahitischen Weibern verfertigtwurden. Die Insel erzeugt CocoSnüffe, Bananen, Brotfrüchte u. a. tropische Ge-wächse, und ist reich an Schweinen und Ziegen. In den Gehölzen findet man eineArt von wilden Schweinen und an den Küsten gute Fische. Vgl. des Cap. Ottov. Kotzebue „Reise rc." (Weimar 1830). 28.
Pitt (William), britischer Staatsminister, der 2. Sohn des Grafen Cha-ts m (s. d.), geb. den 28. Mai 1759, wurde bis in sein 14. I. unter den Augens. Varers irzogen, studirte in Cambridge Philosophie, Logik, und vorzüglich die Ver-fassung und die Geschichte der Lttaaten des Alterthums und der neuern Zeit; in derBercdlsamkeit war ihm sein Vater Lehrer und Muster. Nach einem kurze» Auf-enthalte zu Rheims in Frankreich trat er in London als Sachwalter auf. 1781
*) Was Folger von dem Nacbeoister erzählt, das die otahitischen Witwen ihrenermordeten Männern brachten, bestätigt Siaines nicht, der bloß sagt, daß die Sta-biler in heftigen Kämpfen mit den Engländern umgekommen, von diesen aber ä nachund nach gestorben wären.