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Achter Band. O bis Q.
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Pius VI.

sten nicht decken, die ActionnairS hatten sich bald zurückgezogen, Verständige b -nierkten, der Anda» anderer wüsten Flecke im Kirchenstaate wäre viel ersprießlichergewesen; nurP. blieb auf seinem Sinne, häufte Schulden auf Schulden, um dieArbeit, bald rascher, bald schläfriger, fortzusetzen, und tröstete sich bei dem Tadelder Römer mit der Bewunderung unkundiger Fremden. Ebenso wenig Dankbrachte ihm die Anlegung eines Hafens im Anconesischen, da er nichts für denHandel that, der ihn beleben sollte. Die prachtvolle neue Sacristei, die er and>e Peterskirch- anbaute, war ein überflüssiges, diese Kirche entstellendes Werk,in dem er sein Stankbild und Zuschriften zu seinem Ruhme auf die Nachwelt brin-gen wollte; die alten Skulpturen, mit denen er das von seinem Vorgänger ange-legie Museum (nun I in-slleiiieiiiinnni genannt) bereicherte, schienen nur an-geschafft, um seinen überall angebrachten Namen zu verewigen, und selbst dieKünstler, die er unterstützte, konnten sich einer Gunst nicht freuen, an der dieWürdigung ikrer Verdienste keinen Antheil hatte. Dieselbe Eitelkeit und Ver-schwendung stellte P. in seiner glanzvollen Hofhaltung zur Schau, und allgemeineErbitterung erregte der Nepotismus, mit deni er seine Verdienstlosen Verwandtenerhob. Seinen Schwestersohn Onesti machte er zum Oberhofmeister und endlichzum Card mal mit einer Ausstattung von den einträglichsten Pfründen. Einemandern Neffen, Luigi Braschi, mußten die Römer bei seiner Vermählung reicheHochzeiiSgeschenkc bringen, die der Papst selbst in Empfang nahm. Er gab diesemunbedeutenden Menschen B-sitzungen mit k.m Herzoastirel, verschaffte ihm aufwikci rechtlichem Wege die Erbschaft der leprischen Güter und ließ ihn sich desAlleinhandels mit Öl und Kei n bemächtigen, ohne den lauten Klagen des Volksüber di-se unerhörte Bedrückung auch nur Gehör zu gönnen. Ein V-rsuch gegendas Leben des Papstes, der 1717 gewagt wurde, aber fehlschlug, konnte ihn überdie Folgen seiner Ungerechtigkeit belehren; doch sollte er noch den völligen Unter«gang seiner Herrschaft erleben. Von seinen Vorgängern hatte er ärgerliche Händelmit ten kath. Höfen geerbt. Clemens XIV . war bedacht gewesen, seinem Stuhledurch kluge Fügsamkeit in die Federungen der neuern Politik wenigstens die Rechtezu erhalten, die er noch besaß; P. glaubte, nach dem Beispiele Clemens's Xlll.,durch starrsinnige Behauptung der alten übertriebenen Papstgewalt sich und dieKirche ani besten zu berathen; aber unfähig, diese überhaupt ganz einzeilige sldeegehörig zu verfolgen, gerieth er in ein Schwanken, das die Gegner nur dreistermachte und ihn selbst der Hoffnung beraubte, wenigstens mit Ehren zu fallen.Während er den ganz wider seinen Willen aufgehobenen Jesuitenorden heimlichbegünstigte und öffentlich aus Furcht vor den kathol. Höfen zu verfolgen fortfuhr,machte er sich den Feinden und Freunden der Zehnten zugleich verdächtig. DaßNeapel ihm für das 1777 fast ganz aufgelöste L-hnsverhälmiß zum römischenStuhle eine geringe, willkürliche Entschädigung bot, konnte er ebenso wenighindern, als die R-formen in Tcscana und Östreich (s. Leopold II. und Zo-seph II.); aber zu spät besann er sich auf das Anerbieten, dieMißbräliche derKirche selbst abzustellen. Man nahm seinen Beistand nicht an; seine pomphafteReise noch Wien (1782) blieb ohne den gewünschen Erfolg, und nur der Vermit-telung der Gesandten von Spanien und Frankreich halte er einen gütlichen Ver-gleich mit Joseph II. , nur dem Einflüsse des bairischen Hofes und dem Privat-interesse einiger deutschen Bischöfe die Vereitelung des Planes der deutschen Erz-bischöfe, sich durch Vertreibung seiner Nuntien (s. d.) freier zu machen, nurder Politik Katharinens II. 1782 die Herstelluna der Zehnten in Rußland zudanken. Den Trübsalen, welche die Revolution in Frankreich auch über die Kirchebrachte, konnie er freilich bloß priesterliche Ermahnungen und fromme Klagenentgegensetzen; mit großen Opfern erkaufte er 1796 den Waffenstillstand zu Bo-logna und 1797 den Frieden von Tolentino (s. Kirchenstaat ), um endlich seinCoiiversatlons-rericon. Bd- Viil. 57

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