Band 
Achter Band. O bis Q.
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5?s Plus VI.

Kammes verhalfen. Seine Ordnungsliebe und Betriebsamkeit (er stellte ekMMißbrauche ab und entdeckte Bleiminen) erwarb ihm das Zutrauen des Pnpl ^eine anhaltende Theuerung brachte ihn aber um die Liebe des Volks. Den GrünÜbeln .der verworrenen päpstl. Finanzen vermochte er nicht abzuhelfen. bMXIV. ernannte ihn d. 26. April 1113 zum Cardinal und Beneficiaten der weeinträglichen Abtei Rubiaco, mehr um ihn vom Schatzmeisteramte zu entfern 'als ihn auszuzeichnen; denn dieser überlegene Geist kannte Braschi's schwäch 'dem er einst auf eine wohlgesehte Rede verdrießlich erwiderte: „Zch will Th^ekeine Worte". Braschi, ohnehin von Zeigend auf ein Freund der Jesuiten uein Feind aller Neuerungen, hielt es daher im Stillen mit der u. d. N. der Alanvereinigten Opposition im Cardinalcollegio (die Rezzonico, Albani u. ANjedoch seine Gesinnungen schlau genug zu verbergen, daß alle Parteien befriedig'ssein meinten und selbst die kathol. Höfe zustimmten, als er nach Clcmens'S "Tode d. 15-Febr. 1115 zum Papst gewählt wurde. Nicht ohne einen Schein .Demuth sagte er ztpar: „dieser Beschluß der versammelten Vater sei ein Ung ^für ihn"; bestieg aber dennoch u. d. N. Pius VI. den päpstk. Stuhl. Er »Mgihn mit einem Glänze, der, gehoben durch seine bis ins Alter blühende, stets I Afaltig geschmückte Wohlgestalt und würdevolle Haltung, die Augen wol blende»den rauschenden Beifall, der ihn bei seinen ersten Auszügen begrüßte, erknf .konnte. Man hatte lange keinen so schönen Papst gesehen. Die Hoheit st'"äußern Darstellung, sein feierlicher Anstand bei kirchlichen Handlungen flößtefurcht ein, sein rührendes Gebärdenspiel im Gebet, seine Hinschmelzende And^die Thränen, mit denen er knieend vor dem Standbilde des heil. Petrus dessen m ^benetzte, dienten den Frommen zu großer Erbauung, und auch kühlere Weln^gewann die ihm eigne Gabe, angenehm und vertraulich zu sprechen, daher „Römer ihn >l persuanoro (den Überredenden) nannten. Diese gefälliges', s .Theil mühsam einstudirten Formen konnten jedoch die Mängel seiner Reg^' „nicht verbergen. Beim Antritte derselben fand er dasPapstthum in der öffentnev^Meinung schon so tief gesunken, eine den Ansprüchen desselben entgegenwirke ^Aufklärung schon so weit verbreitet, die kalh. Fürsten der Kirche schon so übet"s^und den Kirchenstaat selbst durch schlechte Wirthschaft, verminderte Einkünfte N,eingewurzelte Mißbräuche in solchem Grade zerrüttet, daß hier vollständig Z» he'^dort wirksam zu schützen und neu zu befestigen, die Aufgabe Eines Mannesmehr sein konnte. Clemens XI V. hatte bei edlem Willen, großer Kraft undEinsicht wenig ausgerichtet. P., kaum einer untergeordneten Rolle inKampfe, geschweige denn der ersten gewachsen, verfehlte auch da, wo erVerbessern wollte, durch halbe Maßregeln den Zweck. Statt dem UnglaubeZeit kräftige Anstalten zu einer bessern Bildung der Geistlichkeit entgegenzu''^beschränkte er sich in seinem ersten Breve an dieselbe, ihr alte Regeln bet ^?rbarkeit einzuschärfen. Er vernichtete alle Anwartschaften auf Pfründen, hobden herabwürdigenden Amterhandel bestehen, weil er einträglich war. gbckalle, auch die Privatpersonen gehörigen Durchgangszölle im Kirchenstaat aus'das Lotlofpiel erhielt zum Besten des Schatzes eine für die Armen nochrischere Einrichtung. Den schon durch kostspielige Schätzungen vorbereiteteneiner allgemeinen Grundsteuer mußte er, weil das Volk sich sträubte, "E^eN,aber nichtsdestoweniger sann er auf große, Ruhm versprechende Unlerneh""'als; flössen ihm unermeßliche Hülfsquellen zu. Von dieser Art war sein Ppontinischen Sümpfe (s. d.) auszutrocknen und auf dem gewonnenen, ,eine Stadt »ach seinem Namen zu bauen, zu der er schon Risse in Bereitschaft r hjeDie Arbeit begann 1118, ein kleines Gebiet wurde dem Landbau gewönne ^alte appische Straße aufgedeckt und eine neue Straße (V'iu Ift-,) angelegt, ^der verhältnißinäßig sehr geringe Nutzen dieses Erfolgs konnte die ungeheue