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Pizarro
actc, inwiefern sie den vorigen weltlichen Besitzstand des römischen Stuhls nichtganz herstellte, am 14. Juni 1815 prokestirt hak. Dagegen erfolgte 1816 die Zu-rückgabe der altdeutschen Handschriften aus der vaticanischen Bibliothek an dieUniversität zu Heidelberg müder größten Bereitwilligkeit. (D. HeidelbergerBi,bliothek.4 Dem Kirchenstaate selbst gab P. VU. schon am 6. Juli 1816 eineneue Verfassmg, welche wenigstens die Befragung freisinniger Grundsätze nichtausschloß, wahrend die Verwaltung so milde war, daß die innere Sicherheit nurdurch die Kühnheit der Raub.rbanden gefährdet, durch geheime Gesellschaftenaber, geg -n die P. scharfe Bullen erließ, nicht einmal, als die neapolitanischenEaibonari in das römische Gebiet eindrangen, bedroht wurde. (Vgl. Italien .)Consa.'vi's Mäßigung und Duldung machte Rom zur Freistätte unglücklicher Kö-nige und geächteter Fam lien. Alle politische Meinungen und religiöse Bekennt-nisse fanden daselbst Schutz der Personen. In dem Schoße der Theokratie konnteder Fanatismus am wenigsien sein Versolgungespstem bethätigen. P. VIl. warinsbesondere gegen die Familie s. gestürzten Verfolgers Mild un> großmüthig. Über-haupt war er in s. Äußern einfach, in s. Denkweise fromm, in s. Thun wohlthä-tig , in jedem Verhältnisse sanft und bescheiden. So drückte die ganze Persönlich-keit dieses ehi würdigen Greifs den Geist christlicher Liebe aus.') Ein Fall imZimmer auf den Marmorboden, am 6. Juli 1823 (dem Jahrestage seiner ge-waltsamen Entführung anS Rom ), hakte einen gefährlichen Schenkelbruch, unddieser am 2 si Aug. d. I. s. Tod zur Folge. Wenig Monate nach ihm starb auchder Cardinal Confalr i (s. d.). Dem System dieses Siaalsuiamies, das baldnach P.'s VII. Tode angefeindet wurde, hat schon die Muwelr Gerechtigkeit wider-fabre» lassen. Consalm'S Anordnungen wegen Erhaltung und Ausgrabung derAlterthümer, wegen Herstellung und Erweiterung der Museen, seine Beförde-rung der Kunstwerke aller Art, machten Rom unter P. V II. wieder zu, Heimatkaller Kunstfeunde. P.'s 4 ll, Nachfolger Leo XÜ. (Haimibal tella Genaa, Cardi-nal), gewählt d. 21. L pt. 4823, ließ sich besonders die Herstellung der öffentli-chen Sicherheit, für welche Consalvi zu wenig that, sehr angelegen sein. — S.„Vw pmlüigiw ot plüoo ein Isie VII", von Simon (PariS 1823); „ki!ii>ü<mshirl>w,,iiio.> et no iliguo.-i ,»r lo p.upo si!e VII", vonGuadet (Par. 1824); und inRom ist s. Leben ausführlich dargestellt 1825 erschienen. Aus Aktenstücken und-über die Zeitgeschichte sich verbreitend, ist die ,,8i„ru> ,ii sinnt! Kontu cki siio Vil"(bis zum 24. Mai 1814; Vened. 1815, 2 Bde.) das Hauptwerk. 20.
Pizarro (FranciSco). der Entdecker und Eroberer von Peru , geb. zuTru»pillo, war der natürliche Sohn eines spanischen Edelmanns. Völlig vernachlässigt,Mußte er als Knabe die Schweine hüten. Dieser Behandlung müde, lief er davonund ward Soldat. Nachdem er einige Zeit in Italien gewesen, schiffte er sich mitander» Glücksrittern, die nach den Schätzen der neuen Welt dürsteten, zu Sevilla ein. Er machte alle Kriege auf Cuba und Hispaniola mit und begleitete Ojedu aufs. Unternehmung nach dem Meerbusen von Dorten und Balboa auf s. Zuge durchden Isthmus der Südsee. Bei diesen Gelegenheiten übertraf er Alle an Muth,Ausdauer und Unternehmungsgeist; und obgleich er so ununterrichtct war, daß ernicht lesen konnte, so ward er doch fähig gesunden zu commandlren. Kraft desKörpers und Geistes und eine reiche Erfahrung ersetzten ihm gelehrte Kenntnisse.Er halte bereits einiges Eigenthum erworben, als Habsucht und Ehrgeiz ihn an-spornten, mit Diego von Almagro und Hernanto Lugue sich zur Eroberung dermulhmaß'ich reichen Länder an der Südseeküste zu vereinigen. Diese setzten ihrganzes Vermögen an die Unternehmung, und P., als der unbegükeriste, übernahm
*) Napoleon auf St.-Hclcna nannte Plus Vll. „un hon, stoux ei Krsve Komme.Lsietait vrsiment un sgnesu, un veritskle komme üe Kien" l>. s. w.