Plastisch 5S1
Eisen. Dieses Metall kam zuletzt in Gebrauch. Das Eilen wird höchst selten ge-diegen gefunden, und seine Bearbeitung erfodert viel Mühe. Statuen aus einerMischung von Eisen und Erz zu gießen, verstanden die Alten auch. GlaukuS er«fand die Kunst, in Eisen zu gießen; zu Delphi waren Weihgeschenke von ihm. Inunsern Zeiten brachte man e? sehr weit in dieser Kunst; namentlich in den k. preuß.Eisengießereien und auf dem Lauchhammer bei Mückenberg, welchem der verdienst-volle königl. sächsische Cvnferenzminister, Graf v. Einsiede!, der 1810 starb, einenseltenen technisch-künstlerischen Ruf gegeben hat. (Über die Geschichte der Bild-hauerkunst s. d.)
Plastisch. Man pflegt die Künste des äußern Sinnes (s. Kunst) nach2 Hauptfilmen, Gesicht und Gehör, zu classificiren. Für das Plastische abervereinigt sich mit dem deutlichsten der Sinne, dem Gesicht, auch der gründlichste,das Gefühl. Das Gesicht ist nur eine verkürzte Formel des Gefühls. Der Sinndes Gesichts wirkt flach, er spielt und gleitet auf der Oberflache mikBild und Farbeumher, er borgt von andern und baut auf andre Sinne, ihre Hulfsbegi iffe müssenihm Grundlage werden, die er mit Licht umglänzt. Wenn auf dem Gemälde dieFiguren anfangen sich zu beleben; wenn es ist, als ob sie hervorgingen und Gestaltenwurden, da möchte man gleichsam nach ihnen greisen, der Traum wird Wahrheit.Dies ist tcr Triumph des Malers; durch seinen Zauber sollte Gesicht fast zum Ge-fühl werden, sowie bei ihm das Gefühl Gesicht ward. Anders ist es im Plasti-schen; hier lernen wir schöne Form kennen, die nicht Farbe, nicht kunstvollesSpiel der Proportion, des Lichts und Schaltens, sondern dargestellte, tastbareWahrheit ist. Die schöne Linie, die h er immer ihre Bahn verändert, die nie ge-waltsam unterbrochm, mmmer ruhend, »immer fortschwebend, in dem darge-stellten Körper den Guß, die Fülle, das sanft verbissene Leibhafte bildet, das nievon Fläche, von Ecke oder Winkel weiß; diese Linie kann so wenig flache Tafel alsKupferstich werden. Das Gesicht zerstört die schöne Bildsäule, stall sie zu schaffen,unmöglich kann es also Mutter dieser Kunf» se n. Sehet jenen Kunstfreund, derum die Bildsäule wandckt! er thut Alles, um zu schauen, als ob er tastete. Ergleitet umher, er Hai nicht einen Gesichtspunkt, wie b.im Gemälde, weil lausendeihm nicht genug sind, weil, sobald es eingewurzelter Gesichtspunkt ist, das Leben-dige Tafel wird, und die schöne, runde Gestalt sich in ein kaltes Vieleck zei stückt.'Sein Auge wird Hmid, der Lichtstrahl Fing»r, oder vielmehr seine Seele Hai einennoch viel feinern Takt, um das Bild begreifend in sich zu fasse». Einen Smn ha-ben wir, welcher Theile außer sich neben einander, eine» andern, berste nach ein-ander, einen dritten, der sie in einander erfasst: Gesicht, Gehör und Gefühl.Theile nkben einander gelnn eine Fläche; nach einander sind am reinsten und ein-fachsten die Töne; Theile zugleich m und neben einander sind Körper o-er For-men. Alle diese 3 Gattungen, aus denen unsterblich blühende Töcht-r, d>e Künste,emporwuchsen, verhaltn sich wie Raum, Zeit und Kraft zu einander, diese 3 größ-ten Medien der Schöpfung, mit denen sie Alles fahl, Alles umschränkl. Die Ma-lerei soll m:r ihrem Zauber die volle, gi oße Tafel der Natur Mit allen ihren Erschei-nungen in ihrer schonen Sichtbarkeit schildern. Bei der Bildnern ist Eine Alles,und Alles nur Eins. Wo Seele einen edeln Körper turchbauchr, und die Kunstwetteifern kann, Seele im Körper darzustellen. Götter, Menschen und edle Thiere,da bilde sie; hier ist das Gebier der Plastik. Die Bildnerei ist Wahrheit, die Ma-lerei Traum, aber zugleich Offenbarung des H mmels, sowie jene mehr Offenba-rung der Erde ist; Bildnerei .ftganz Darstellung, die Malerei ist erzählender Zau-ber: wie ein körperloser Engel, d>r in Licht gekleidet uns erscheint, zieht sie unsmit sich fort nach h mmlischen Höhen, stall daß bei der Plastik Götter, in die rein-sten Idealformen menschlicher Gestalten gekleidet, mitten unter uns zu lreien schei«»en. Darum ist diese die Kunst des sinnlichern Alterthums; jcnc konnte ihre hoch»