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Achter Band. O bis Q.
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596 Platner

fand, in Brasilien , in Neugranada und auf St.-Domingo vor. Seit 1819 fandman es eingelagert in den Goldwäschen auf der asiat. Abdachung des Ural, erkanntee» aber erst 1822 als Platina ; dann fand man es in zerfallenem Grünstein, an Er-trag mehr als in den amerikan. Platinagruben, vorzüglich auf den, Grund und Bo-den des Kanunei Herrn v. Demidoff, der am östl. Ural die größten Eisen- und Kupfer-gruben besitzt. Das reine Platin ist silberweiß, weniger glänzend als Silber, härterals Kupfer, und nächst dem Golde das dehnbarste Metall, sem specisisches Gewichtbeträgt 21, 3. Es ist in der Weißglühhihe schweißbar, aber im höchsten Gradestrengflüssig, und bei gewöhnlichem Feuer nicht zu orydiren. Alan nimmt 2 Ver-bindungen des Platins mit Sauerstoff an. Don allen Säuren ist nur da? Königs-wasser im Stande, das Platin zu orydiren; das gebildete Opyd wird jedoch von denmeisten «äuren aufgelöst, und aus seinen Auflösungen durch alkalische Salze zumTheil präcipitirt. Die Darstellung des reine» Platins ist bis jetzt nur auf nassen;Wege möglich gewesen, und wenn auch nicht schwierig, doch kostspielig. — Die edelnEigenschaften dieses Metalles, seine Unschmelzbarkeit, Feuerbeständigkeit, und seineUnzerstörbarkeit durch die meisten Reagentien geben ihm einen sehr hohen Werth, zu-mal für chemische und physikalische Geräthschaften. Bekannt ist seine Anwendungzu Schmelzgefäßen, Löffeln, Zangen, Blitzableiterspitzen, Normalmaßen, Teleskop-spiegel», Gewehr- und Geschützzündlöchern, Blech, Draht w. Zu Rußland wei dennach der Verordnung vom 24. Aug. 1828 Platinamünzen von 3 Silberrubel anWerth geprägt; allein Pros. Hagen hat in Pölitz's „Jahrbüchern" 133») ge-zeigt, daß Platina sich nicht zu einer europ. Münze eigne; die Prägungskosten be-laufen sich auf 37 Proc. des Werths. Jetzt ist Platina 5 Mal wohlfeiler als dasGold, aber theurer als das Silber.

Platner (Ernst), I).derMedicin,derPhysiologiennd der Philosophie er-beutst Pros. zu Leipzig , k. sächs. Hofralh und mehrer gelehrten Ges. Mitglied, geb.den 11, Juni 1744 zu Leipzig . Sein Vater, der durch gehaltreiche und in schönen;Latein geschriebene medieinifcheWerke berühmte Johann Zachariaü P. (geb. zuEhemnitz 1691, gest. zu Leipzig 1747), warHefrath und Dechant der mcdicinischenFacultät. Nachdem der Sohn auf I.A. Ernesti's Aiirathen, der eine bloß ini müt-terlichen Hause vollendeteErziehung nicht geeignet fand, die Schulen in Altenburg und Gera besucht hatte, bezog er 1762 die Universität zu Leipzig , wurde 1766 Ma-gister, erwarb sich das Recht Vorlesungen zu halten, und promovirre 1767 zum I).der Medicin. 1768 ging er nach Ttrasburg und Paris , und nahm den Rückwegdurch Brabant und Holland. 1770 erhielt er ein^ außerordenil. Professur der Me-dicin ; 178» die ordentliche der Physiologie, 1801 eine außerordentl. und 1811 eineordentl. der Philosophie neuer Stiftung; denn seit beinahe 30 Jahren hatten auchs. philosophischen Vorlesungen, durch innern Gehalt und freien Vertrag gleich an-ziehend, ihm Ruhm erworben. Die ersten Männer ini Staate waren s. Schüler, diegebildetsten seiner Zeit s. Freunde. Nachdem er 1817 s. Lehrerjubiläuni gefeierthatte, machte 1818 eine unheilbar gebliebene Gemüthskronkheit ihn zu fernern aka-demischen Geschäften unfähig. Er starb den 22. Dec. 1818. Wir habe» von ihn;mehre in ihrer Art treffliche Werke erhalten, namentlich s. „Philosophischen Apho-rismen", die als ein systematisches Lehrbuch der Philosophie überhaupt zu betrachtensind, s. „Gespräche über den Atheismus", mit denen er Hume'S „Gespräche über dienatürliche Religion" (1781) begleitete, s. „Neue Anthropologie furArzte und Welt-weise", und s. ,,st>n!ie«ti<,nk8 I>st v.<ä,>lr>„i>,'n<-", die mehre in die Psychologie und An-thropologie einschlagende, lehrreiche und anziehende Abhandlungen enthalten, undendlich 14 Programme über die schwierigste,^Gegenstände der gerichtlichen Medicin,welche für immer in ihrem Werthe bl-iben werden (gesammelt von 1>. Choulant,Leipz. 1824). P. hat das Verdienst, anatomische, physiologische und medicinischeKenntnisse auf die Plnchologie und Anthr opologie angewandt und dadurch zur Ver-vollkommnung derselben beträchtlich beigetragen zu haben, wie er denn auch zu den