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feinsten und scharfsinnigsten Menschenkennern gehörte und in Schilderung von Cha-rakteren vielleicht von Keinem übertreffen ward. Durch jene Eigenschaften und durcheine tiefe Kenntniß der (beschichte der Philosophie, die er überall beurkundet, wer-den seine Schriften stets wichtig bleiben. Noch bemerken wir, daß er sich eines ge-wisse» Skepticismus rühmte, den er wahrscheinlich auf kein Wege der Erfahrungerlangt hakte, Sein deutscher «tyl hat das Eigne, daß er die Worte so stellt, wiesie der logische Rang der Gedanken nach einander folgen und regieren, nicht wie sieder allgemeine Sprachgebrauch folgen läßt. Übrigens besaß P. einen feinen undbelebenden Witz, der ihn auch zum guten Gesellschafter machte, eine angenehmeBeredtsamkeit und eine nicht gewöhnliche Repräsentation.
Plat o (Karl Gottlieb), DireckorderRalbssreischule/'derWaisenhauSschuleund einer weiblichen Privotschule zu Leipzig , geb. d. 6. April 1158 zu Halbem in derOberlausitz , wo s. Vater Prediger war, bildete sich auf den Schulen zu Pforte undBautzen, studn'ke seit 1119 in Leipzig Theologie und Pädagogik, gab Unterricht inFamilien, und machte sich als Erzieher und Lehrer so Vortheilhaft bekannt, daßRo-sen Müller ihn dem Gürgermeister Müller (s. d.) zur ersten Organisation derauf Beider Betrieb 1192 gegründeten Rathssreischule rmdzulli Direcror derselbenempfahl. Die innere Einrichtung dieser Schule ist ganz Pl'SWerk. Er beschriebsie in dein Anhang zu Rosenmüller'S „Katecheiik" (Leipz. 119?). Viele junge Män-ner brachten, wie in der Wchule zu Rekan, hier mehre Monate zu, »m nach P.'sRaih und Beispiel sich zu künftigen Lehrern zu bilden. Unter P.'s verdientestenMitarbeitern seit 1193 nennen wir nur den Pädagogen Dolz (s. d.). Durchsie drang die bessere Lehrarr von Leiprig aus in die deutsche Volksbildung ein, unbemerkt und ungepriesen. Man bediente sich in vülen Schulen der von P. zu-erst angegebenen Hülfsmittel beim Elementarunterrichte, z. B. seiner Lesetafel. (S.Lese methode.) Insbesondere enthalten s. S chulschriften die Beweise echter L> hr-kunst, welche den Geist des Kindes aufklärt und s. Denken entwickelt. Dahin gehö-ren s. „Gedanke » über d. gewöhnl. Abcbücher" (Leipz. 1191); s. „Vorübungen in»Lesen ».Denken" (mehre Anst. seit 1191); s. „Scbulgebete", eine überaus schwereAufgabe 2. Aufl. 1811); s. „Beschreib, der Giftpfianzen" (Leipzig 1815), welchebald 3 Aufl. erlebte und in den preusi. Schulen auf Befehl der Regierung eingeführtwin de. Außerdem nahni P. Theil an der Sammlung christl. Gesänge für die Stadt-kuchen zu Leipz., an der fürBürgcrschulen (1195), und an verschiedenen Zeitschriften,z. B. an der von Dolz herausgeg. „Iugendzeltung". — Durch den OberhofpredigerReinhard, weleher das verborgene Verdienst eines treuen IugendlehrerS wohl zu wür-digen verstand, erhielt P, 1195 den Ruf als Director des Schulseminariums nachDresden z allein eben jene Treue, die einem mit Liebe begonnenen Werke das ganzeDasein widmet, hielt den spärlich besoldeten Schulmann ab, dem ehrenvollen Rufezu folgen, worauf der leipz. Magistrat nicht nur P.'S Lage verbesserte, sondern auchs. Wirkungskreis erweiterte. Seitdem hat dieser verdienstvolle Erzieher mit rastlo-sem Eifer und durch das Vertrauen der jedesmaligen Vorsteher kräftig unterstützt,den Fortgang der Freischule glücklich geleitet. Noch in s. vorgerückten Alter gibt ertäglich Vor-und Nachmittags in mehren Fächern Unterricht, und leitet die Dis-ciplin mit einsichtsvoller Kraft. Auch der praktischen Vorbereitung angehender Leh-rer widmet der erfahrene Mann einen Theil seiner Zeit und s. Bibliothek. 20.
P l a t o n, später wegen breiter Brust und Stirn so genannt, früher Aristo-kles, ein Sohn des Ariston und der Periktione, geb. um 429 v. Chr. Er Zählteunter s. Almen den edeln König KodruS und den Gesetzgeber Solo». Auch schienüber s. frühere Bildung ein freundliches Geschick zu walten; Geist und Körperwurden gleichmäßig entwickelt. In der Gymnastik war Ariston s. Lehrer, in derGrammatik Dioiwsius, in der Malerei und Tonkunst Drakon und MctelluS, inder Philosophie zuvörderst KratyluS. Bis in sein 20. Jahr bewegte sich der reich-begabte, hochherzige Jüngling in den heitern Gürten der Dichtkunst, und prüfte