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seine Schöpferkraft im Epischen, Lyrischen und Dramatischen mit einem Eifer, demnichts genügte, ja mit großartiger Selbstverleugnung. Nun sehen mir ihn auf ein-mal an s. Vaters Hand vor den weisen Sakrales treten, der, nach der Sage, eben s.Schülern erzählt, wie im Traum ein junger Schwan vom Altar des Eros in derAkademie in seinen «choß, und von da mit entzückendem Gesänge sich in die Lust ge-schwungen. — „Sehet da den akademischen Schwan", ruft er aus, als er P. er-blickt. Acht Jahre von nun an pflegt er des edeln Jünglings, dessen Scharfsinnund Tiefblick ihn ebenso oft verwirrt und besängt als zur Bewunderung und Liebehinreißt. Nachdem das Schicksal dem würdigen, als Verächter der vaterländischenGötter angeklagten Sakrales den Schierlingsbecher gereicht hat, hält den Wißbe-gierigen, nach dem Besten und Höchsten seiner Zeit Strebenden, nichts in Athen zurück. Zuerst besucht er Megara, wo er mit Euklide«, dem Haupte der megari-schen Schule (früher auch SokrateS'S Schüler) in Erinnerung an den gemeinschaftli-chen Lehrer und im Austausche der Ansichten eine Zeit lang zubringt ; dann Groß-griechcnland, wo er sich mit Pythagoräern befreundet; Cyrene, eine griech. Pflanz-stadt in Afrika , wo er Theodorus kennen lernt. Auch nach dem ernsten Lande gehei-mer Priesterkunst und Weisheit, Ägypten , zieht ihn sein reger Wissenstrieb, undnur ein eben ausbrechender Krieg hält ihn von Syrien und Persien ab. So voll desBesten zind Trefflichsten- dem er bis an den Quell nachgegangen, kommt er. einrüstiger Vierziger, in Vyrakus an, welches der Tyrann Dionvsius beherrscht. Leichtgewinnt er die Bewunderung und Liebe Dion's, der mit Dionys zwar verwandt,aber ein unverdorbener, her schlaffen Üppigkeit seiner Landsleute abholder Jüng-ling, mit dem schönen Glauben an Menschheit auch die reinsten Wünsche für seinVaterland verband. Er führt P. bei dem Tyrannen ein, ob vio.leicht sein Umgangihn vortheilhafter füp Freiheit stimmen möchte. Aber P.'s liefer Ernst und stolzerFreimuth, die ganze Geistesüberlegenheit des Mannes, drückt auf den engherzigenTyrannen und erregt in ihm Argwohn; ja als f). auf Dion's und Aristonie-nes's Nach sich einschifft, besticht er diesen, ihn umzubringen oder zu verkaufen.Das Letztere geschieht zu Ägina , aber der edle AnnikeriS kaust ihn los. Nun gehter endlich nach Athen , wo er um die 99. Olymp, in der Akademie, einem in derVorstadt gelegenen Gymnasium, und einem kleinen Gartengrundstück am Kalo-nus, seinem väterlichen Erbe, Philosophie lehrt. Aber noch einmal lockt ihn, derdie Zeit tief unter seinem in freier Muße und Zui ückgezogenheit des Geistes erzeug-ten Weltbilde fand, das Schicksal in die Welt hinaus. Als -Ol. 103, 2 (363 v.Ehr.) DionysiuS I. gestorben, und der II. d. Namens den Herrscherstab ergriffen,erwacht aufs Neue in Dion Hoffnung und Freundschaft, und des Herrschers Eitel-keit, der auch Gelehrte zum Prunke s. Hofes rechnet, ladet ihn unter ehrenvollenBedingungen und schönen Vorspiegelungen zu sich ein. Dem Philosophen entgeht,nachdem er schon einmal die Erfahrung gemacht, das Schlüpfrige und Mißlichedes Verhältnisses nicht; aber seine Liebe und Begeisterung für das Höhere treibt ihndennoch wieder hinaus auf das verrätherische Meer der Fürstengunst und des Hof-lebenS. underreistmitSpeusippab. Alles beginntgut. Jubel und feierlicher Em-pfang ! Der schwache, sinnliche Fürst wird von der neuen Erscheinung bald über-wältigt- mathematische Studien unter P.'S Leitung scheinen semem Geistemehr Haltung Zu geben. Aber P. wird Gegenstand der Eifersucht und Hofränke.Den angeblich schwankenden Thron zu stützen, wird der unter der vorigen Regie-rung verbannte Geschichtschreiber Philistius zurückberufen. Dieser spielt in denArgwohn des Tyrannen gegen Dion gewandt und mächtig ein, und kaum 5 Mo-nate ist P. am Hofe, so wird s. Freund a» Italiens Küste hinterlistig ausgesetzt.Dion's und P.'S Anhang ist noch zu mächtig, als daß die Klugheit nicht rieche,säuberlich mit ihm zu verfahren. Daher begleiteten Bitten und höfliche Zudring-lichkeit den fast unmittelbaren Zwang in cinei unter Aufsicht stehenden Schloßwoh-