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Achter Band. O bis Q.
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Platonische Philosophie

aber und ihre Mitkheilungsart den Erkenntniß muß an sich schon von der neuernund heutigen, nach Maßgabe eigenthümlicher Combination und Gliederung tel Er-kenntniß, himmelweit verschieden sein. Aus einer Unaufmerksamkeit auf die Ein-heit der Form und des Gehalts rührt unstreitig ebenfalls die stäche Klage her, daßP. gar oft s. eigne und wahrhafte Ansicht der Sache zurückhalte, ja daß s. Schrif-ten im Grunde gar nicht s. tiefste Weisheit enthalten. Dieser Klage that eine Über-lieferung des 'Alterthums Vorschub, welche, wie in den Priesterschulen, so auchhier, ein Esoterisches oder eine Geheimlehre der Geweihten vom Esoterischen oderder Lehre für Ungeweihte unterschied. Haben wir aber nicht selten erlebt, daß Un-perstandeneS und Unverständliches mit einander verwechselt worden, daß man mithinauf den Lehrer und s. Sache schob, was im Grunde nur Schuld des Schülers undseiner Unbeholfenheit war? Nun erwäge man ferner Folgendes: Es ist GesetzUnd Wesen aller sittlichen Bildung, und so auch der von der Willkür einzelner In-dividuen. unabhängigen Bildung der Wissenschaft,, daß das Innere ein Äußeres,dasAllgemeineeinBesondereSwerde, und so umgekehrt. Wir erblicken also hier einSpiel von Involution und Evolution, und das in diesem Spiel Begriffene, trotz allerWandlungen immer dasselbe Eine, der einzig würdige Gegenstand alles SchauenS,wird nur in dem Maße mehr oder weniger geschaut, in welchem höhere oder niedereGeisteskraft an Einer dieser leiten, an einem oder deni andern Momente des Spielshaftet, ohne die übrigen mit einzurechnen und in ihrer Gesammtheit erst das Ganzezu erblicken: Auch hat schonvor uns dergeistreiche deutsche Übersetzer des Platon dieverschiedene Bedeutung der Ideen des Esoterischen und Esoterischen nachgewiesen,und gezeigt, daß dieser Unterschied bei den erste» Pythagoräern auf den Inhalt gingund Gegenstände bezeichnete, über welche ste sich außerhalb der Grenzen «hi er innig-sten Verbindung nicht mittheilen wollten, besonders politische, später aber nur aufdie populaire Art des Vertrags, wofür sich Manches nicht eignete, daß aber Beidesbei dem in der Mitte stehenden P. nicht statthabe, und weder im Einzelnen nochaus echt geschichtlichen Spuren auSfindbar sein möchte, oder höchstens auf die Be-schaffenheit des Lesers gehen könne, je nachdem er durch P.'S Methode hindurchsich zu einem Hörer des Innern erhebe, oder nicht. Denn jene aus dem GesprächePhädruS für die behauptete absichtliche Verheimlichung angezogene Stelle wirdschon dem ganz Unbefangenen, aber noch mehr den» mit P.'S Denkai't Vertrautenals ganz unstatthaft und unanwendbar sich zeigen. Indem wir weiter gehen, be-gegnen uns Schriftgelehrte, welche P.'S Philosophie als ein aus den frühern Schu-len zusammengetragenes Haufwerk ansehen. Um dieser atomistischen Ansicht zubegegnen, muffen wir, in Bezug auf d. Griechische Literatur, über die Pflegeder Philosophie, namentlich in Griechenland , bis auf P. uns erklären.

Natur und Geist und ihre Einheit, ihr Eins - und Ineinandersein, sind diehöchste Aufgabe der Philosophie, die sich demnach'am einfachsten und natürlichstenalsPhvsik und Ethik darstellt, und nach diese» beiden Seiten, in jeder aber vollstän-dig, entwickelt. In die Bearbeitung dieser Gebiete theilten sich von je die Philo-sophen, und so werden ihre Systeme und Schulen nicht anders denn als Gliederund Functionen eines Gesammtlebens begriffen werden können. Denn früher gibtes einen Zustand, oder besser, eine Welt begeisterten SchauenS und Seins, dieman auch Oiientalismus nennen kann, inwiefern sie sich in den urältesten orienta-lischen Religionen ausspricht, in welchen mittelst Überlieferung und Symbols,also Mythus , und ihrer Dolmetscherin, der Sprache, bereits die höchsten Aufga-ben des Menschengeistes als reine Gotteslehre erörtert und gelöst sich vorfinden.(M. s. die zweite Vorlesung der „Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft"von Schubert, sowie die asiatischen Forschungen der Engländer und die neuestendeutschen durch Herder, Kanne, GdrreS, Frank, I. I. Wagner u. A.) Hier istalso wie in einem Keime vorgebildet, was sich erst später durch Reflexion und ihre