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Achter Band. O bis Q.
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Platonische Philosophie

Griechenland hinaus im Allgemeinen angedeutet, und zugleich der Maßstab für dieBerichtigung der Schwärmerei und der zügellosen Einbildungskraft gegeben. Dor-urtheile und Meinungen, wie die hier von uns beseitigten, gegenüber einem mitPlaton genährten und durchdrungenen Geiste, waren eS, die Schleieimacher be-stimmten, endlich Plakon selbst in deutschem Gewände auftreten zu lassen, und zwar,,in dem natürlichen Zusammenhange, wie seine Schriften als immer vollständigereDarstellungen seiner Ideen sich nach und nach entwickelt, um hiermit durch unmit-telbare, genauere Kenntniß der Werke P.'S Jedem eine eigne, sei es nun ganz neueoder wenigstens vollständigere Ansicht von des Mannes Geist und Lehre möglich zumachen", i^chleiermacher ordnete zuerst die untereinandergeworfenen Gesprächenach ihrem innern Zusammenhang, und mitreite so 3 Arten derselben aus: 1)Dieelemenkarischen, in welchen sich die ersten Ahnungen entwickeln von Dem, wasallem Folgenden zum Grunde liegt, von der Dialektik, als Technik der Philosophie,von den Ideen als ihrem eigentlichen Gegenstände, also von der Möglichkeit undden Bedingungen des Wissens, in welchen noch Theoretisches und Praktisches ge-sondert ist. Dahin rechnet er PhädruS, Lysis, ProtagoraS, Laches , Eharmides,Eutvphron, Parmenides, nebst der Zugabe von Sokrates 'ü Vertheidigung, Krüon,Ion, dem kleinen Hippias , Hipparchus, MinoS, Alcibiades II. 2) Die indirec-ten, welche von der Anwendbarkeit jener Principien, von dem Unterschiede zwischenphilosophischer und gemeiner Erkenntnis, in vereinter Anwendung auf beide aufge-gebene reale Wissenschaften, die Ethik nämlich und die Physik, fortschreitend reden.Dies sind Gorgias. TheätetoS, Menon, Euthydemos, KratyloS , der Eophishder -iOtaatSniann, das Gastmal, Phädon, Philebos zc. 3) Die eigentlich construc-tiven darstellenden, oder die objectiv wissenschaftlichen Darstellungen, in welchenPraktisches und Theoretisches Eins sind. Die sind TünäuS, KritiaS, der Staat(welcher das ideale Bild des Staats, die platonische Republik enthält), die Gesetze,Epinomis. Endlich beschreiten wir die Schwelle des Heiligthums. Die Weiheechter und göttlicher Liebe muß uns — tönt P.'S Wort — ertheilt sein. Sie, dieLiebe, ist der Trieb, der, auf ursprünglicher Einheit des Denkens und Seins ge-gründet, diese in den Ideen zu schaue», so die Ideen zu erzeugen, und sich philoso-phisch mitzutheilen (d. k. durch lebendige Darlegung eignen Sinnes auch den Andrerlebendig aufzuregen und zur Ideenerzeugling zu erheben) strebt. Die Kunst der 'An-regung aber zur Ideenerzeugunq, durch Täuschung und Enttäuschung, Zusamnien-fasten gleicher Begriffe unter höhere, und Kenntniß der Verschiedenheit der Begriffe,diese Seelenleikung —— ist Dialektik, und somit Technik der Philo-sophie, welche das Höchste und die Grundlage alles Würdige» uüd Schönen ist.Jener Trieb wird in einem Mvchus, dein GrundmvthuS aller übrigen platonischenMythen (im Phädrus) vorgebildet. Es ist der MvthiiS von der unsterblichen -Lwele,gleichend der zusammengewachsenen Kraft eines beflügelten Gespanns und seinesFührers. Der Götter Rosse sind alle gut und edel, die andern aber gemischt, daherdas Wagenlenken uns schwerer als den Göttern. Alle Seele nun walket über dasllnbeseelte und durchzieht vielgestaltig den Himmel z die befiederte, vollkommenedurchstiegt die höher» Gegenden, die entfiederte aber schwebt umber, bis sie anseinStarres trifft, wo sie nun wohnhaft wird und einen erdigen Leib annimmt, dernun durch ihre Kraft sich selbst zu bewege» scheint. Die Kraft des Gefieders bestehtdarin, das Schwere emporhebend hinaufzuführen, wo das Geschlecht der Götterwohnt. Das Göttliche nämlich ist das Schöne, Wahre, Gute. Hieran nährt sichund wächst das Gefieder der Seele, sowie es dagegen durch das Böse abzekrt.Zuerst nun zieht Zeus aus, seinen geflügelten Wagen lenkend, Alles anzuordnenund zu versorgen, und ihm folgt die Götter- und Geisterschar in 11 Zügen geord-net; denn Hestia bleibt daheim. Alle Götter gehen als Anführer voran in der an-gewiesenen Ordnung. Viel Herrliches gibt eü zu schauen und zu begehen innerhalbdes Himmels. Es folgt, wer will und kann. Auf diesem Zuge zum Feste und