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Achter Band. O bis Q.
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Platonische Philosophie

von Heusde: „Initia pliilc>»c>pln.-,e pl.i lvi'iene" (Utrecht 182?). Hier soll nocheiniges Einzelne aus dieser Lehre nach obiger Ideentrias gleichsam als Probe folgen.Was die Dialektik in dem angegebenen platonischen Sinne anlangt, so schließt siezwar Das, was von unsern Philosophen als Theorie des Vorstellens, Denkens undErkennens rc. behandelt wird, nebst allem darunter Befaßten, der äußern und in:nei n Anschauung, des Gefühls, Begriffs -c. in sich; aber bei der von P. festgehalte-nen Einheit dieser in das Gewebe des Wissens zusammenlaufenden Fäden mit demDarstellen, Bilden oder «Lein übt sie sich, gleichsam sich selbst prüfend an den Ge-genständen dieses Gebiets, als ihrem Stoff und Erzeugniß, und indem sie das We-sen sittlicher Weisheit als Harmonie der Seele und Übereinstimmung des Wissensund Lebens setzt, berührt und erörtert sie zugleich Fragen und Aufgaben, welche nachunserer Abmarkung der Wissenschaften und Disciplinen, diesem Gebiet zumeistnicht eigenbehörig erachtet werden. Denn nicht nur, daß sie besondere, gemeine undhöhere reinere Erkenntniß, Gefühle oder Affectionen, Überlegungen und Schlüsse,Anschauungen und Begriffe, Empfinden und Denken rc. scheidet, sie unter Lernenund Finten und der oben angegebenen Idee der Erinnerung auffaßt; nicht genug,Laß sie das Bewußtsein des philosophischen Triebes , als echter Liebe, ausbildet zurKunst der Iteenerzeugung: so erörtert sie zugleich, oder berühre die ewigen, unkör-perliche» Ideen, das Seiende, unter der Gestalt des Einen, Umhcilbaren, der Tu-gend, welche in der hellenischen Quadruplicität als Besonnenheit, Weisheit, Ge-rechtigkeit, Festigkeit «GL,o) das Gute un-

ter verschiedenen Formen darstellt, sodass in derselben die übrigen alle mit enthaltensind. Ebenso setzt sie Tugend als Kenntniß, Untugend als Unkenntniß, und, da Tu-gend auf Erkenntniß beruht, auch ihre Lehrbarknt in dem Winne, in welchem diesüberhaupt von dem Erinnern, Aufregen und Beleben der Ideen gesagt werden kann.Mithin, wie auch mehr oder weniger Theoretisches und Praktisches zum Behuf desForschen- anSeinandergehalken werden, so ist doch ihre Einheit und Selbigkeit im-mer der Träger von Allem, waü aus beiden Gebieten unter scheinbar wechselndenGestalten vorkommt, und unter diesen ein ewiger gegenseitiger Tausch und stetesÜbergehen ihres Wesens in einander. Der Dialektiker geht durch das Erkennen indasSein über. Sprache, sein Künstwerkzeug, ist nur Erzeugniß der Erkenntniss undihr Verhältniß zu den Dingen das des Bildes zum Urbilde. Wie nun der Dialekti-ker im Wissen und in der Weisheit verkehrt, ohne jedoch des Handelns und BildenSentbehren zu können, so ist Handeln das Gebiet des Staatsmannes und seine mitbesonnenem Künstlergeiste geübte Kunst, da Kunst übe: Haupt Darstellung sittlichenGefühls ist, die königliche oder Staatskunst. „Ihm liegt ob, die verschiedenen undauseinanderstrebenden Naturen zusammen zu verketten (Schleiermacher , II. 2,24?), die Menschen durch Umgang unter einander und mit der Natur zur Erkennt-niß zu führen, sodaß ihnen in sich und in der Natur nichts mehr verborgen sein darf(das. S. 246). Denn das Leben der Welt ist ein in entgegengesetzten BewegungenWechselndes und sichWietererzeugcndcS" (das S.251). Alle Siaatskunst mithinist eine Nachahmung des schönsten und besten Lebens, Darstellung des höchstenGutes, oder des ZugleichwerdenS aller sittlichen Sphären. ^ Wo sie aber nicht aufdas Gute, sondern auf die Lust und das Angenehme geht, ist sie falsch und Schmei-chelei. Dem gemäß setzt also das Handeln wieder Erkenntniß voraus und Kunst,oder erkenntnißgemässe Behandlung. Wie sich aber in der Ausführung Menschheitüberhaupt und griechische Natur durchkreuzen, wie in dieser Hinsicht folgerecht dieDichter vom Staate (der platonischen Republik ) ausgeschlossen werden, undauch die Musik sich Beschränkungen gefallen lassen muß, Gemeinschaft der WeiberSitte wird, oder was sonst von der gemeinen StaatSansicht abweichende Ideensein mögen, dies kann bier nicht auseinandergesetzt werden. Ganz folgerecht aberwar der oft bekrittelte Satz: „Wofern nicht Philosophen regieren in den Staaten,oder die jetzt sogen.Könige und Machthaber echt und gehörig philosophiren, und so