Band 
Achter Band. O bis Q.
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Platonische Schule

eleatiscbe Schule bezeichnete Stuft der Bildung an, und übertraf hierin s. Borgän-gcr. Druch die andächtige Begeisterung und jene in ihmwiein der ionischen Scbu-le noch ab'- und nachklingende Magie gewann er die Zdee der Melk als eines be-ftelten vernünftigen Thieres, geschaffen nach einem intellectuelleu Muster in denharmoiuschsten Berhältniffen, welche als musikalische Zahlen (nach orientalisch-,pythagorischer Zahlcnlehre) ausgesprochen werden, bewegt von der inwohncndenWcltseele, welche also die für sich klare, ewige Ordnung der Natur nach Gesetzender Mathesis ist, gemischt aus Nothwendigkeit und Geist. Zhre in der Bewegungder Himmelskörper anschaubare Bewegung istsphärisch von der linken zur rechtenin dem äußersten, fortschreitend von Abend gegen Morgen in dem innern, wieder in1 ungleiche getheilten Kreise, aus welchen sie besteht. Allerdings kamen hier auchphysiologische Ausgaben vor, welche zu lesen versucht ward. Daß ober die ^idee derindividuellen Anschauung mehr cmhoben und in den Geist zurückgedrängt ward-wo sie nun ethisch sich entwickelte, läßt sich schon aus P.'sGange, wie wir ihn bishierher verfolgt, abnehmen. Naturwiffenschaft also in dem Sinne, in we'chcm siebesonders sich aufEyperimenke gründet, konnte P. nicht haben. Natur war ihmder Leib Gottes und des Geistes, und Geist und Leib wurden symbolisch gefaßt.

Aus der sslediegenheit und Durchbildung der 2 angegebenen Elemente desPlaton 'schen Geistes läßt sich leicht begreifen, wie groß und dauerhaft s. Wirkungund Anziehung sein wußte. Stets, wo die höchsten Interessen des Geistes wiederangeregt wurden, ging man auf ihn zurück. Seine Schule heißt die Akademieund werd gewöhnlich in die ältere, mittlere und neue getheilt. Au den Philosophender ältern gehören: Speusippos, ch'enokrates, Polcmo, KnateS, Kronior, die unmit-telbaren Nachfolger P.'s. Der Stifter der mittlern Akademie ist ArcesilauS , dessenNachfolger Lacydes, Evander, Hegesinos und Karneades waren. Dieser Letzterewar der Stifter der neuern Akademie, und sein Nachfolger hießKlitomachcs. DieSchüler des Letzkcrn, sshilo und Charmitcs, wichen Nieter von den L,hren derneuern Akademie ab und näherten sich mehr dem P. Noch Andre nehmen sogareine vierte an, welche von Philo ausgegangen, der wieder die dogmatische Rrcblun.aannahm. AntiochuS machte noch mehr Änderungen, daher n an wol zuweilen voneiner fünften Akademie spricht. Cicero („silu. ^oml.", i, 48 fg.) nimmt nur die alteund neue an, und meint, die Namen beider sollten eigentlich vertauscht werden, in! emdie neue sich mehr P.'s ursprünglichem Geiste nähere. Da sich in der Schul, mitdem gemeinschaftlichen Charakter auch pei-sönlicke Zndividualuätcn entwickeln, sosollte man auch hier die letztem suchen. Aber es zeige» sich hier in der That keine(wenn man nicht die unsteten Schwankungen und Abweichungen von der klrlehredafür balren will), bis auf seinen vierjährigen Auhörer, den Stifter der perixateti-schen Schule, Aristoteles , „einen baumeisterlichen Mann, der sich nach demBoden erkundigt, aber nicht weiter, als bis er Grund findet, der einen ungeheuernGrundkreis für sein Gebäude umzieht, Materialien von allen Seiten her schafft-ordnet, aufschichtet, und so in regelmäßiger Form pvramidenartig in die Höhe steigd-wenn P. einem Obelisken, ja einer spitzigen Flamme gleich, den Himmel sucht",wie Götbe ihn treffend charakterisirt. Er verwarf die platonischen Zdeen, indem el-fte, wie Alles, der Reflexion unterwarf und ein vollkommener Plann des Verstan-des war, der die sinnliche Welt festen Blickes durchforschend zergliederte, ober ganzjener höher» Begeisterung entbehrte, welche sich in P. noch aus dem Orienialis-muS herüber gerettet hatte. Vergleicht man seine Ethik mit der platonischen underwägt, wie auch in der Folgezeit die Anhänger Beider sich gewaltig befehdeten undum den Borzug rangen, so muß, man wol Beide für rein entgegengesetzt halten.Durch die Hinweisung auf das Übersinnliche und den der griechischen Natur be-sonders fremden Abfall von der Natur und der Breite der Welt, durch die glühendeBegeisterung, womit P. diese aussprach, konnte P. allerdings schon als ein Dor-CeiwersaNons.-Lcricon. Bd. VIII» 89