Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
610
JPEG-Download
 

iilt) Platonisch: Liede Plattdeutsch

läuftr des Christenthums gelten, welches nur nach dem Reiche Weites zu trachtenbefahl, und so eine Rückkehr und Wiedergeburt desGeistes in sich selbst war. Aberwie andrerseits in P. auch das heidnische Wissen culminirte und alle Strahlendesselben in ihm converguten, so wurde er auch, als nun das Christenthum immermehr sich ausbreitete, theils als die festeste Liutze des schwankenden Heidenthumsangesehen, theils bemühte man sich, das Christenthum ihm zu nähern und beide inihren Hauptlehren ausgleichend zu versöhnen. Das Erstere geschah durch diealexandrinischen Neuplatoniker (s. d.), die auch alexandi iinsche Philosophenund Eklektiker genannt wurden. Hier möchte wol zu warnen sein, das, man dieNeuplatoniker (besonders Plotin und Proklus) nicht so unbedingt als bodenloseSchwärmer und Mrstiker verschreie; denn es herrscht eine erhabene Begeisterung,ein seltener Schwung der Andacht, eine große Charakte,kraft und Wurde in ihnen,die um so auffallender wird, je mehr sie von der Zeit, in welcher sie lebten, absticht.Mit Ploiin und Pi-okluS, Iamblich und Porphyr war die plakon schc Philosophiewieder erweckt worden, und inwiefern in ihr las Orientalische überhaupt vor-herrschte, als Zurück; ehung in den Mittelpunkt der Seele, war der spätere christ-liche Mysticismus durch sie vorbereitet. Auch in der W> schichte ganzer Zeiträume,wie in einzelnen Menschen, dauert der Flug und Schwung der Andacht und Be-geisterung nickt immer, so lange er ein bloßer Anklang und nicht ein zum Sittlichenhuiaufgeläutertes Wesühl ist. Daher denn sehen wir späterhin bis zum 14. Jahrh,den kalt sondernden Verstand in der wiedererweckien aristotelischen oder peripaie-tischen Philosophie auftreten. Die Scholastiker bearbeiten sie mit vielem Scharf-sinn; aber auch viel Mißwuchs treibt zugle ch, wie natürlich war, wo es der We-lehrsamkeit an einem eigentliche» Objecte fehlte und sie sich in den dürren steppendes Verstandes herumdrehte. Als aber in Italien wieder der Sinn für classischeLiteratur erwachte, bekam auch der Plaionismus seine Verehrer wieder, und sie tre-ten mit trefflicher Geisteskraft in die Schranken init den Aristotelikern. GemisthiuSPletho begeisterte den Herzog von Floren;, Cosmo v. Medici, für P., und die-ser stiftete eine platonische Akademie, nahm den Sohn seines Leibarztes, den Über-setzer von P. und Plo.'inuS, Marsiliuö Ficinus, als zweiten Vater der pla-tonischen Philosophie, in sein Haus auf, ja er schenkte ihm eine Besitzung in derNähe der semigen von Carreggi. Die Erbitterung der Streiter war heftig, und diePlaroniker zählten nach und nach die geistreichsten und tiefsten Männ r zu denIhrigen. Unter diesen nennen wir besonders Wiordano Bruno, der, überall umher-irrend, in lat. und ital. Schriften P.'S Lehre gegen die Aristoreliker vertrat. Soll-ten wir nur noch auf unsere Zeilen zurückkomme», so würden wir auch hier nach-weisen könnet,, wie man P.'S Weg wieder betrat und auf ihn die Philosophie zuführen sichre (was am meisten durch den ihm geistesverwandten Iacobi und seinenSchüler Koppen geschehen). Hier jedoch überlassen wir den Wißbegierigen sichselbst und der Kraft, dem großen Schwung unsers Zeitalters zu folgen, oder nicht.Wewiß aber ist, daß keinem wahren Philosophen P.'s ethische Begeisterung fehlendurft, wie daß noch keiner den großartigen und reingebildcten Ld tvl desselben bisjetzt sich anzueignen fähig gewesen. Von den AnSg. des P. sind außer der Aldi-Nischen die vorzüglichsten die von HenricuS Skephanus (1518, 3 Bde., Fol.), dieftankftirter (1502, Fol.) und die zweibrucker (1181—86, 13 Bde.). Die neue-sten sind von Bekker, Stallbaum und Ast. Jetzt erscheint von Schleie!macher'Smit belehrenden und geistreichen Abhandlungen begleiteter Verdeutschung des P.eine 3. vollständ. AuSg. Pros. Victor Cousin hat ihn ins Franz, übcrs. („"on-r>«5 aniuniete; ,I<! l'latnii", Paris 1821, 5 Bde.). 11a.

PlatonischeLiebe, PlatonischeRepublik, s. d. vor. A.

P l a t t d e u t s ch, N i e d e r d e u t sch, N i e d e rsä ch s i sch (seit d. 16.Jahrh, auch Sassisch), diejenige weichere deutsche Mundart, welche ehedem über