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Achter Band. O bis Q.
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612 Plattiren Panischer Grund

nicht schon ihr Alter sie der Beachtung werth machte, so würde sie sich uns doch da»durch empfehlen, daß sie in viele» Stücke» wohlklingender, reiner und reicher istals unsere gepriesene hochdeutsche Mundart: ein Vorzug, der die Aufmerksamkeitder Sprachforscher um so mehr auf sie hinlenken muß, je mehr und öfter man inunserer Zeit das Bedürfniß einer Reinigung und Bereicherung unserer Schrift-sprache gefühlt hat. Dankbar erkennen wir daher die Bemühungen Derjenigen an,die durch mundartliche Wörterbücher (lcliotic,,) uns mit den Eigenthümlichkeitendieser Sprache bekanntzumachen versucht haben, und sehen darin um so mehrVerdienst, je Näher, aller Wahrscheinlichkeit nach, der Zeitpunkt ist, wo von derniederdeutschen Sprache als von einer auSgestorbenen die Rede sein wird. Erzäh-lungen in plattdeutscher Mundart enthält ..Dat sassische Dcneken-Böck, sanrmedfor Tydkörlinge, dorg'Arend Wärmund" (Hamburg 1829).—Ost gebraucht manden Namen Plattdeutsch wegwerfend als Gegensatz der gebildeten L7cbriflsprache.

Plattiren, die Kunst, geringere Metalle mit einer dünnen Silbei platte,entweder des Nutzens oder der Zierrath wegen, zu bedecken. Ehemals wurde dieSilber-platte auf dem geringern Metalle festqelöthet; es gab dabei 2 Arten, dieweiche und die harte, oder die Zinn- und Silberlöthung. Gegenwärtig plallirtman so, daß man eine Silberplatte auf einer 12 Mal stärker» Kupferplatte befe-stigt, sie beide zusammen ausdehnt und dann diesen Platten mit einer Prägmaschinedie erfoderliche Gestalt gibt.

Plauen , eine der gewerbsamsten Städte des Königreichs Sachsen, dieHauptst. des voigtländischen Kreises, liegt in einem schönen Thale an der weißenElster, und enthält ein Schloß, 2 Kirchen, 616 H. und 10,100 E. Außer demHustiz- und Rentamte, die ihren Sitz im Schlöffe haben, findet man hier ein Ly-ccum, ein Seminar, 2 Hospitäler und 2 Waisenhäuser. Die Baumwollen: undMuffelinweber liefern die feinsten Musseline (1802 an 120,000 Stück). Es gab112 Schleierherren (Baumwollenwaarcnbändler), 230 Weber mit mehr als200 Gesellen und Lehrling-m, und über 1800 Wirker. Auch die Cattundruckereiistbed.utend; ferner sind hier eine Wachsleinwandfabrik, 4 Spinnmühlen, einigeTuchwebereien und Strumpfwirkercien. Früher waren diese Baumwollenfabrikennoch blühender als jetzt, denn N94 beschäftigte die Malerei und Einnatherei derbaumwollenen Waaren an 6000 Personen.

P l a u i sch e r G r u n d, eine der reizendsten Naturgkgenden in der Nabe vonDresden, am Wege nach Tharant und Freiberg . In diesem fast 3 Stunden langenFelsenthole, das die Weißeritz bald als ein reißen der Wald-und Gebirgsilrom, bald alsein klarer Forellenbach durchrauschk, wechseln die mannigfaltigsten Scenen, bis es sichbei den Ruinen von Tharant in enge wilde Schluchten zusammenzieht. Hier starrennackte Felsen empor, dort breilen sich mil ljaub-uiid Schwarzhol; geschmückte Berge insanften Abhängen aus ; hier rauschen Mühl -n, dort blicken freundliche Dörfer zwischenBirkenwäldchen undWeinpsianzungen hervor; hier ist der Charakter der Gegend ro-mantisch kühn, dort ländlich, mild und sanft. Merkwürdig ist die mineralogische Be-schaffenheit dieses Thales. Es ist dem Geologen ein Archiv der Natur, worin die Ur-kunden gewalisamer Umwälzungen aufbewahrt sind, welche die Gewässer der Erde ver-ursacht haben. Der tiefe Grund verdankt dieser furchtbaren Zerstörung seine Gestal-tung mit allen phantastischen Krümmungen, wie die Überein iiinmung des in Massenauf beiden Seiten aufgeschichteten Urgk birges bew ist. Eine weite Strecke hindurch,vom Eingänge bis zur Pulvermühle, haben gewaltige Fluten vor Jahrtausenden sichdieses tiefe Bett in ein Syenitgebirge gewühlt; dasselbe spaltend, häuften sie zertrüm-merte Massen von Urgebirgen, Wäldern, Landthieren und Seegeschöpfcn von beidenSeiten aufeinander. Überall wechft lnSteinkohlenflötze milPorphyrgebirgeii u.Gneigab. Das Urgebirge des Thales ist aüfbeiden Seilen Syenit; es erstreckt sich bis zumEisenhammer. Beim Eingänge zur Rechten der Weißeritz und hier und da auf den