Band 
Achter Band. O bis Q.
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613
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Plauischer Grund K1Z

Höhen sieht man losgerissene Felsenstücke desselben. Die tiefe Entblößung diesesGebirges und die mancherlei merkwürdigen Gänge, welche dasselbe durchkreuzen,können Jedem, der auch Nichts von der Bergkunde versteht, eine deutliche Vor-stellung von dem innern Bau der Gebirge geben. In diesem Syenit kommen kleineKrystalle von der Größe einer Niertellinie bis zu einem Diertelzoll vor, in denenKlaproth ein bisher unbekanntes Metall enthalten fand, welches er Titanium, dieKrystalle selbst aber Titanir nannte. Außerdem enthält dieser Syenit auch kleineGranatkrystalle. Über dem Syenitgebirge sieht man 3 sehr merkwürdige Lagen vonFlößgebirgsarten. Die erste ist ein hohe« Sandsieinflötz, welche«, beiKoschüß undDölzschen horizontal geschichtet, gegen 4si Ellen aufsteigt. Es ist keinem Zweifelunterworfen, daß es von Meergewässern hier abgesetzt worden, weil es auf beidenSeiten eine unzählige Menge versteinerter Mulcheln enthält von verschiedenenGattungen. Die schöne Brücke am Eingangs des Thales ist aus diesem sehr festenSandstein erbaut. Über diesem Sandlkemfiötze liegt ein 2 — 4 Ellen hohesSvenitgeschiebe; es besteht au« lauter zertrümmerten Syenitstücken, deren Ner«Witterung und abgerundete Form beweist, wie lange sie vom Wasser herumgetrie-ben worden. Sie sind mit vielem sandigen Thon verbunden. Auf diesem Conglo-nierate endlich liegt ein Steinmergelflötz, in der Gegend selbst Planer genannt. Eszieht sich aus der Tiefe des Elbthals zu beiden Seiten des Grundes hinauf in hori-zontalen Schichten, deren jede 2 Ellen dick und wieder in 3 — 4 Bänke abgelöst ist.Seine Festigkeit und seine natürliche Ablösung machen ihn zu einem sehr bequemenBausteine, auch ist er mit einer Menge versteinerter Muscheln aus dem Grundedes Meeres vermischt. — Die Straße von Dresden nach diesen! Grunde geht biszum Dorfe Planen in der Ebene fort. Durch den Krieg 1813 wurde diese blühendeGegend ganz verwüstet; doch hat der fleißige Sachse sich hier schon wieder als Land-wirth oder Künstler angesiedelt. Vor dem Eingänge des Grundes liegt ei» Vor-werk mit einem Garten an der Weißeritz und einem Sommzrpalais, Reifewitz'sGarten genannt. Weine schönen Partien machen ihn zu einem besuchten Vergnü-gungsone. Am Ende desselben, dicht am Fuße der Höhe, die sich zur Linken erhebt,liegt das DorfPlauen, eins der ältesten dieser Gegend, und es erhielt wahrscheinlichvon dem wendischen Worte Plawa, eine Schwemme, den Namen. Vermuthlichhakte die Weißeritz den Eingang des damals mit «keinen und Waldung bedecktenGrunde» ganz überschwemmt. Andre «puren von dem hohen Alter dieses Dorfesverrathen 2 nahe dabei befindliche Plätze, welche wahrscheinlich geheiligte Örter derSorben waren, wo sie die Asche ihrer Todten begruben und ihre Opfer verrichteten.Einer derselben ist der Hahneberg zwischen der Stadt und dem Dorfe, ein Hügel,auf welchem einst ein geheiligter Hain stand. Dos Pfarrfeld befindet sich auf die-sem Berge, der vielleicht bei der Einführung des Christenthums der Kirche einge-räumt wurde, um alle Spuren des Götzendienstes zu vertilgen. Der andre heiligePlatz soll die sogen. Felsenkuppe gewesen sein, die sich unweit der vordem Spitze be-findet, unter welcher die Wohnung des Hegerelters liegt, «onst war sie mit Wal-dung bedeckt, wovon sich noch der Name Tännicht erhalten. Jetzt nennt man sieden großen «tein; sie bekani im siebenjährigen Kriege durch eine Schanze eine ganzveränderte Gestalt. Die beträchtlichen, vorher geordnet übcreinandergelegken Fel;sensiücke hatten sonst ganz die Gestalt und Beschaffenheit der Hünen - oder Heiden-hügel. flücht weit von dieser zerstörten Opfersiätte grub man in der Gegend deskoschützer Weinbergs mehre Urnen von Thon aus. 2" späterer Zeit hat Liese Fel-senkuppe wahrscheinlich zu einem Calvariberge gedient; denn an der Straße, welchediese Anhöbe hinaufführt, waren um die Zeit des siebenjährigen Kriegs noch stei-nerne Säulen und Kreuze zu sehen, welche vermuthlich die Stationen bezeichneten.Hinter Plauen zur Rechten ist der Eingang in den herrlichen Grund, wo sich LasHeilere mit dem Ernste des Erhabenen vereint. Man wählt den etwas erhöhten