L14 Plauischer Grund
Fußsteig linker Hand längs des Mühlgrabens, wo rechts die forellenreiche Deifieritzzwischen dem Fahrwege und dem buschigen Abhänge jenseits über einige Wehrehinabrauscht. Die schöne Aussicht gewahrt man auf der hohen Felsenklippe vorDölzsiben. Unter sich erblick! nian das sonnige Elbthal und die Stadt, am Fußeeiner schön gewunkenen Hügelreihe von Weinbergen und Landhäusern; hinter ihrdehnt si:b ein Tannen-und Kiefernwald aus, über welchem sich die Hähern Gebirgeder Lausch in bleuer Ferne erheben. Die Elbe strömt vom Morgen zwischen demKmstast in und Lilienstein in die Aue von Pirna herab und verliert sich im Abendumer den meißner Gebirgen. Inmitten der fruchtbaren, von großen Heerstraßendu'.chschnnien, n Fluren liegen freundliche Dörfer verstreut. Aber welch ein Wech-sel. wenn man jetzt sich went>t! Statt der lachenden Landschaft erblickt man tiefunter sich eine schmale, jäbe Schlucht, deren Felsenwände sich kühn und majestä-tisch bier naki, dort mit Gebüschen bekränzt, emporheben. An ihrem Fuße rauschtdie W-ttK" ltz hm und stürzt sich scher ein Wehr. Drei nicht weit von einander ge-legene Mühlen bel ben den Grund und nnldern die düstere Ansicht desselben. Wei-ter gen Westen, wokin die Sch'ucht malerisch steh krümmt, wird man ein breiteres,von hohen G-biroen umschlossenes Thal gewahr, aus dessen Mitte sich der Kirch-thurin von Dök'en erhebt. Folgt man aber dem Thalwege in der Tiefe, so wirdman gleich beim Eingänge in den Grund sehr überrascht durch die romantische An-sicht der schönen steinernen Biücke in der Nähe der Buschmühle. Bei Eisgängenschwillt dieser sanfte Bach oft p»i reißenden Waldsironie an, Neben der Brückebildet ein breites Wehr einen künstlichen Wassersall. Di^ Wetßerih versorgt Dres-den mit Brennholz und unterhält von oben das Spiel der sich jagenden Scheite,die immer schneller über das hängende Wehr einander verfolgen. Schroffe Felsenragen von der einen Seite steil aus dem Wasser himmelan, die gegenüberstehendensind mit Birken und Büschen reich geschmückt. Nicht weit von der Mühle liegt imWa'd sdunkel die Villa des Malers Grass. Ehe die Straße nach Tbarant durchdiesen Grund geführt war, glich er hier einer furchtbaren Wildnis; viele Felsenmußte» gesprengt werden, »m die Straße zu ebnen. Unter diesen hervorragenden,jetzt meist weg ebrochenen Klippen war das sogen. Schtveize'bette eine der merk-wü tigst,n. linker abwechselnden'Ansichten kommt man zur zweiten, oder KönigS-Müble. und zur dritten, der sooen. neuen Mühle. Weiterhin, wo der tiefe Grundsich allmälig erweitert, liegt sehr romantisch eine Pulvermüh'e; sonst worein Ku-pferhammer hur. Hierauf wud die Gegend freier und heiterer bei dem DorfePotschappel. Diesem gegenüber siegt der hohe Burgwartsberg. Er bat den Na-men von einer Bm g, die König Heinrich I. in der eisten Hälfte des Ist. Jahrh,hier er'ante, um die Wend n im G.horsam zu erhalten. Man nannte sie Burg-wartium Bu'str'tzi. viAle'chk weil in noch grauerer Vorzeit der wendische Gott Pü-siritz h er abg-büdet stand, wovon das benachbarte Dorf Pesterwitz seinen Namenbek ni. Aus d r Dstse te sinket man die deutliche Spur eines Waldes, und vornauf der Felsimkupp, unterscheidet man noch eine kesselsörmige Vertiefung, welcheder Bu, gbrunncn war. Pvksckapp l hat ein niederländisches Ansehen, und derseitungefähr 35 Jahren daselbst ernstlich betriebene Steinkohlenbau ist nicht unbedeu-tend. Die Kohl.'nflötze ziehe» sich von Burg am Windberge herab bis nach Zamke-rode und über Kleuch.rmsrorf hinauf, und es liegen oft mehre über einander. InBurg ist die Art des Abbaues der Steinkohlen merkwürdig. Gegen Ikst Ellen un-ter der Erde, nach den' Winlberge zu, ist in einem Bezirke von ungefähr 800 Ellendas Flöh , welckes daselbst 14 Ellen hoch ist abgebaut, und die Grube bildet ein un-ten festes Labpnmh, den» man hat Pfeiler von 3 — 4 Ellen in der Stärke stehenlass n müssen, damit die Decke nicht einstürze. Hinter Potschappel breiren sich la-chende Ebenen aus, unb die Ansicht von Döhlen bildet ein heiteres Gemälde. AmWege selbst befindet sich, an der Weißeritz, die döhlener Wasserkunst, welche Las im