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Pliniuö (der Jüngere)
Schon fiel die glükende Asche aufsein Schiff; dennoch fuhr er fort, Alles, waser wabrnahm, aufzuzeichnen. WuhreiO die Erde um ihn dröhnte, übernachteteer unweit des brennenden Berges ruhig bei einem Freunde, und fand am andernMorgen, als er fich an das Ufer begeben wollte, seinen Tod in dem erstickenden,sich über die ganze legend verbreitenden Dampfe. (L. l'li». II. IPs-, 1 . 6, 16.)Die Schriften dieses rastlos thätigen Mannes sind, zum unerfthl.chen Verluste fürdie Wissenschaft, größkentheils verloren gegangen; u. ?l. s. 26 Bücher über dieKriege der Römer in Germanien und seine allgem. Geschichte. Noch haben wir vonihm die „Ilixtm>» „,it»r,ili,", oder „llixi»,i-> NIIIMÜ" in 37Büchern: eine reicheSammlung von Merkwürdigkeiten aller Art aus dem ganzen Gebiete der Schöpfungund des Wissens, ja selbst aus der Geschichte der Kunst, die um so schätzbarer ist,da Plinius aus mehr als 2606 meist griechischen und jetzt verloren gegangenen Bü«chern schöpfte. Unter den ältern kritischen Ausgaben ist die von Hardouin (Paris 1723) die vorzüglichste; die Handausgabe von Franz, mit Hardouin's u. A. Noten,ist sehr incorreet (Lpz. 1778—61, 16 Bde.). Eine deutsche Übers. baben wir vonGroße (Frkf. a. M. 1781—88, 12 Bde.). Bei Panckoucke in Paris erscheint seit1826 die ,,I lixl. »,1 l »relw <!k! IN Iw, ti.nl»> >. »r>»V. ,'1 ve» le texten» renrircl ete,",von Ajasson de Krandefagne, und mit Anmerkungen von mehren Gelehrten über dieAstronomie, Physik, Geographie u. s. w. Der 1. Thl. mit Anmerkungen überdie Zoologie, von Cuvier . 8.
PliniuS (C. Plinius Cäcilius Secundus), der Jüngere, des VorigenSchwesiersohn, geb. n. Chr. 62 zu Comum (Como ). Von s. Oheim an Kindes-statt angenommen, lernte er eine weise Benutzung der Zeit, legte sich frühzeitigmit dem größten Eifer auf das Studium der Beredtsamkeit und Philosophie undmachte schon als IZjähr. Knabe den Versuch, eine Tragödie in griech. Sprache zudichten. In Syrien , wo er als Oberster bei einer Legion stand, benutzte er denUmgang des Philosophen Euphraies und trat dann in Rom als Sachwalter mitGluck auf, bekleidete einige öffentliche Amter und wurde im 39. I. Cousirl. Durchdie Gunst des Kaisers Trajan wurde er darauf zum Augur und zum Siattbaltervon Pontus in Bitdynien ernannt, welchen Posten er zu allgemeiner Zufriedenbeit 2Jahre lang verwaltete. Er st. nach 107. P. war in jeder Hinsicht einer terauSgezeich-netsien und besten, und man kann auch hinzusetzen, der glücklichsten Männer s. Zeit.Denn nichts fehlte ihm zum frohen Lebensgenüsse; ein gebildeter Geist, ein edlesHerz, Freundschaft und Liebe, mit Einem Worte, das Schönste und Beste schmückteund verherrlichte sein Leben. Als Schriftsteller arbeitete er mit ebenso viel Liebeals Fleiß. Er versuchte sich in mehren Gattungen, in Prosa und Poesie. Vonseinen Schriften isi nur noch eine Sammlung Briese in 10 Büchern und eine Lob-rede auf Trajan übrig. Die Briefe sind an verschiedene Freunde, einige auch anden Kaiser gerichtet und sehr mannigfachen Inhalts; P. schreibt nicht so ein-fach schön wie Cicero; aber der geistreiche und feine Ton der edelsten Umgangs-sprache macht seine Briefe anziehend und vielfach belehrend. In der Lobrede (Pa-negyrikus) auf Trajan ist er nach Einiger Meinung mit seinem Lobe sowo! als mits. rednerischen Lchmucke zu verschwenderisch ; ist sie aber auch in dieser Hinsichtnicht als Muster zu empfehlen, so bleibt sie immer noch ein wichtiges Werk für dieGeschichte des ekeln Kaisers und seiner Zeit. Die Briefe und PanegvrikuS zusammengaben Gesner mit Anmerk. (Leipzig 1739), Ernesti (Leipzig 1770) u. A. heraus.Eine neuere kritische Ausgabe der Briefe mit Anmerk. erschien von Gierig (Leipz.1806) und sämmtl. Schriften von demselben (Leipzig 1806); ferner von G. H.Schäfer (Leipzig 1803) und von Titze, nach einem prager Codey (Prag 1820).Die Lobrede besonders edirte nach Arntzen (Amsterdam 1738) u. Schwarz (Nürnb.1716), Gierig mit Anmerk. (Leipz. 1796). Von dems. erschien eine Schrift:„Über das Leben, den moralischen Charakter und den schriftstellerischen Werth des