Band 
Achter Band. O bis Q.
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K2l> Poesie (Begriff)

Manier annahm. Auch studirke er die Werke Rafael's; da er es aber nicht znr Cor-rcccheit in der Aeichiiung bimgen konme, beschränkte er sich darauf, die Nnlur imKleinen darzustellen, was iym sehr wohl gelang. Alles, was er gemalt hat, ist wenigsorgfältig. Er wählte zu s. Darstellungen unmuthige Fernen, nur Gebäuden ver-ziert, aus den Gegenden Roms und mit mythischen Figuren, Satyrn, Nym-phe» rc. stafsirt. Doch malte er auch einige bibliche u. a. histor. Stücke. Treff-lich ist sem Helldunkel; s. meistens nackten Figuren sind gut colvrlrt, besonders dieFrauen. Sem Pinsel verräth Geist. Ungeachtet s. Zncorreecheit wurden s. Ge-mälde zu Rom und Floren; gut bezahlt. Aus Liebe zu s. Vaterlands kehrte er zu-rück und genoß daselbst der allgemeinen Achtung. Rubens schmückte s. Zimmermu P.'s GemaUcn. Karl I. berief ihn nach England; aber auch von da kehrte erbald in s. Heimaih zurück und st. 1660 in einem 'Alter von 1-t Zähren. Erchat auchgeätzt, und s. Blätter sind seltener als s. Gemache.

Poesie von 7ri-ii,r, ichaffen, hervorbringen). I. Degriffund

W ese». Das Vollendetste, was der Geist schafft und in die äußere Welt überträgt,mut: ideale Bedeutung mit sinnlicher Vollendung vereinen, und so den Menschenin ü iner Deppelnc.tiir ansprechen und befriedigen. W r werden daher ki» We,k,welches das Ergebniß einer solchen Thätigkeit ist, vorzugsweise eine Schöpfung(des Geister) mumm. Au diesem Schaff n aber w.id vorausgesetzt eine Thätigkeit,welche die gegebenen Formen der Sinnenwclt, oder die Verhältnisse des Menschen-lebens, durch dieZtee zu beleben und z» einem durchaus übereinstimmenden, leben-dige» Ganzen aus mannigfaltige Weise für die Vorstellung zu verknüpfen weiß.Diele Thätigkeit ist die Phantasie, in welcher die Vernunft als das Vermögen desIdealen wirkt und die Bildung mit einem alle Theile durchdringenden Geiste be-seelt. Wir nenne» sie insofern auch Dichtungsvermögen (s. t.), und dichtenbezeichnet also die schöpferische Thätigkeit der Einbildungskraft (Thätigkeit derPdamasie), vermöge deren sie eine Reihe von Bildern oder Vorstellungen, die sichauf das Individuelle der Sinnenwclt und des Menschenlebens beziehen, zu einemidealen Ganzen verbindet und darstellt. (S. Einbildungskraft und Phan-tasie.) Weil nun zur Hervorbrmgung jedes schönen Kunstwerks «rfodcrr wird,daß der Künstler es im Geiste entwerfe und die mannigfaltigen Bestandtheile des-stlbm in der Vorstellung zu e nein idea.e:: und harmonischen Ganzen verbinde,muh» dichie, bevor er es den Formen der Sinnenwelt einprägt und darstellt, somim auch >eter echte Künstler in diesem Sinne Dichter s in, und die Poesie, oderdieses lebendige Bilden der innern Schöpfungskraft, allen besonder,i Künstelt alsgemcinfchch-licher Ursprung zum Grunde liegen. Das ganze Gcbiel der Kunst mitirren unendlich mannigfaltigen Erscheinung,n wird dann oft lm Gegensatze derWirklichkeit Poesie genannt, und poetisch jsi,d Gegenstände und Verhältnisse, diein ihrer geistig-sinnlichen Vollendung denLch.m derKnnstwerkc tragen, oder indie vollkommncre Welt derTichtung zu gehcr-i: scheinen; poetisch nennen wirdaher Menschen, welche entweder überhaupt die Wirklichkeit poetisch, d. h. in denVerhältnissen, i» welche» sie an das Ideale rührt, auffasse,>, und iyr Leben undSem zu einem schönen Ganzen nach Außen gestalten; insbesondere diejenigen,welche für den Genuß der idealen Kunstwelr empfänglich sind oder jene innereB>'dungskrcft selbst in sich tragen, durch welche in der äußern Welt ein in sichvolb-ndetes anschauliches Werk hervorgebracht wird. Das innere Bilden aber istgerichtet aus die Verbindung des Hörbaren oder Sichtbaien (der Tone und Ge-stalten) zu einem neuen in der Smnenwelk anschaubaren Ganzen, und hieraus ent-springt die bildende Kunst und Musik (st K unst, unter 111. schöne Kunst), oderunmittelbar auf die Verknüpfung der Vorstellungen zu einem für die Einbiloungs-kroft anschaulichen Erzeugnisse. Um aber durch Vorstellungen anschaulich darzu-stellen, und somit auch das innerlich Gebildete- r anschaulichen Betrachtung Am