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Poesie (Eintheilung — Geschichte)
ßere oder innere wahrgenommen oder dargestellt werden (diese möqen übrigens er-dichtet oder in der Wirklichkeit begründet kein); auch müsse» sie i» ihrerVerbindungden Erscheinungen selbst sowie den Gesetzen gemäß sein, »ach welchen die Ein-bilkungokrast, von dem Gefühle begleitet, äußere oder innere Erscheinungen alsGanzes auffaßt und leicht zu überschauen vermag. Dasselbe gilt von den Worten,wie wir oben andeuteten; ihre Folge und Derbmdung muh ebenfalls geeignet sein,individuelle Vorstellungen, und durch sie das Bild des Ganzen zu erwecken, so-wie das den Gegenständen und dem Gemüthszusiande, in welchem der Dichtersie schaute, entsprechende Gefühl sowol im Ganzen als im Einzelnen auszudrücken,und dadurch bei dem Hörer oder Leser anzuregen. In den letzten Beziehungennennt man den poetischen Styl Styl der Anschauung (bildlichenStyl) undEmpfindung (oder des Gefühls), und hierin liegt nicht nur die Federung des leb-hafter» Ausdrucks und der von der Redeweise des täglichen Lebens sich auszeichnen-den Wortverbindung, sondern auch die Foderungjeines entsprechenden Rhythmusin der Folge der Worte und einer entsprechenden Harmonie articulnt.-r Laute (wor-aus auch der Reim zu erklären ist); denn bis in die äußerste Form soll dasKunstwerkmit seiner Idee übereinstimmen und Schönheit verkündigen. II. Eintheilungder Poesie. Die Werke der Dichtkunst find unendlich mannigfaltig, und es lassen-sich, nach verschiedenen Beziehungen, Classen derselben annehmen, so z. B. inBeziehung auf die?lrt der Bildung, welche das Gedicht vorausseht, Natur- undKunstpoesie, letztere von Einigen auch Idealpoesie genannt. (Vgl. Naturdich-ter.) Am wichtigsten und gebräuchlichsten aber ist die Eintheilung, welche sichauf die nothwendige, allgemeine Verschiedenheit der Erscheinungen und Verände-rungen bez-eht, unter we cken die in Worten ausgesprochene VorstcllungSreihe einBild dek Lebens darstellt (Dichtungsarten im eigentlichen Sinne). Diese Erschei-nungen nämlich sind innere oder äußere; daher konnte man eine subjektive und ob-jective Poesie unterscheiden. Die innern lebendigen Erscheinungen, welche diePoesie ausspricht, sind die harmonischen Gefühle, von welchen das poetische Ge-müth bewegt und begeistert ist, daher man auch die subjeckive Poesie Gesühlspoesievorzugsweise nennen kann. Da aber Gefühle Gegenstände (Ursachen) voraussetzen,durch welche sie erweckt werden, und welche sowol in dem ganzen individuellen Au-slande des Dichters als in gewissen, von diesem im Gefühle ergriffenen beruhenkennen, so können entweder die Gefühle, welche sich an diesen Gegenüänden äu-ßern, oder die Gegenstände, als im Gefühle ergriffen und durch das Gefühl be-stimmt, hervortreten. Dieses unterscheidet die Arttn der Gifühlspoesie oder Ly-rik ss. d.), zu welcher auch diejenigen sooen. Lehrgedichte (s. d.) zu rechnensind, welche überhaupt den Namen Gerüche verdienen und dem Wesen der Poesienicht widersprechen. Die äußern Erscheinungen aber, welche die Poesie darstellt,werden als vergangen oder gegenwärtig dargestellt, und sind Begebenheiten oderHandlungen, welche gleichsam der Anschauung vorgehen, daher man die objectivePoesie auch vorzugsweise AnschauungSpoesie oder darsti llende Poesie nennen kann.(S. Darstellung.) Die Begebenheiten, die dcrDichter als vergangen schildertund erzählt, geben der epischen oder erzählenden Dichtungsart, die Handlungen,welche als gegenwärtig dargestellt werden, der dramatischen den Stoff. Und so er-scheinen uns als Dichtungsarten die lyrische, episcbeund dramali che(s.dd.).III. Geschieht^ der Poesie. Sie ist die Darstellung der allmäligen Entwi-ckelung und Ausbildung der poetischen Anlage zur Verwirklichung der Idee der Poesieunter den verschiedenen Völkern der Erde. Der Ursprung der Poesie fällt mit demUrsprünge der Sprache zusammen, ja die Sprache ist als gemeinschaftliches Er-zeugniß des Äußern und Innern, als Verbindung des Geistigen mildem körper-lichen Laute schon in ihrem Ursprünge gewissermaßen poetisch. Denn der lebendigeMensch, welcher noch in innigster Verbindung mit der Natur steht, und sie in