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Poesie (Geschichte)
Indier, Perser, Syrer und Araber zeigen sich nur dunste Spuren. Die religiös nSagen der Hebräer haben ein hohes Alter, und ihre Poesie trägt einen von derPoesie der übrigen Völker des 'Alterthums ganz verschiedenen, feierlich ernstenCharakter. Sie beginnt mit Kosmogonie, wird später kriegerische Nationalpoesie,dann seit David Tempetpoesie, erreicht unter Salomo (10-14 — 975) ihr goldenesZeitalter, und wird dann prophetische Poesie, welche der Gegenwart zürnt undweissagend in die Zukunft blickt. (S. Hebräer.) Von da führt uns die Ge-schichte in da? vorzugsweise sogen, classische Alterthum, und wir erblicken die Poesiezunächst in Kleinasien und Griechenland unter dem Einflüsse des herrschenden Hei-denlhums, wstcheS die blühende Phantasie reich und mannigfaltig gestaltet, in ih-rem plastischen und durchaus objectiven Charakter. (Dgl. Anti k.) Die griechi-sch e Poesie läßt sich wiederum in 3 Perioden eintheilen, von welchen die erste vonden ältesten Z'iren Griechenlands bis auf die persischen Kriege läuft. In Thrazien Utch Kleinasien beginnt lA griech. Poesie, und das große Nationalepos des Homeroder d-'r Homeriden, die Rhapsoden und cyklischm Dichter, sowie die Gncmiker,deuten auf einen ausgebreiteten Verkehr der Poesie der damaligen Zeit. Bald bildetsich auch die Lm i? in eigenthümlicher Vortresslichkeit aus. Die zweite Periode gehtvon den persischen Kriegen bis auf Alexander d. Gr. Sie zeigt die Blüthe der dra-matischen Dichtkunst und der ausgebildeten Poesie überhaupt. Die dritte PeriodezeigtdenVerfall der griech. Poesieunter Alexanders Nachfolgern und dieNachblüthederselben in AlexaMrien. (S. Gr ie ch i scbe L itera tur.). Von den Griechenwandern wir zu ihren Nachahmern, den Römern, deren Sprache sich spät fürPoesie ausbildete, und die bis auf den zweiten punischenKriea, oder bis auf die Zeit,wo sie näher mit den Griechen bekannt wurden, nur rohe Verbuche in der Poesiemachten. Das golden? Zeitalter ihrer Poesie fällt erst unter Augusts lind TibersRegierung, und verfiel von da an bis zur Einführung der christl. Religion und denEinbrüchen der Ba> baren immer mehr. Origineller und von eigenthümlichst' Zart-heit sind die Bruchstücke, welche uns die Blüthe der indischen Poesie verkünden(einige Jahrh. v. Ehr.). Die zweite Hauptperiode der neuen christl. Zeit, in wel-cher die musikalische und subjective Seite der Poesie vorzüglich hervortritt ("gl.Modern und Romantisch ), zeigt uns zuerst die lat. -Lprache denn christl.Gotlesdi.nüe zu einer mrstisch - religiösen Poesie angewendet und umgewandelt,später (im 9. lind 10. Jahrh. u. fg.) von den Gelehrten zu Nachbildungen der alt-römischen Poesie benutzt, darauf die Blüthe der arabischen Poesie (s. d.).Eine eigenthümliche Poesie in den neuern Sprachen aber erblicken wir bei den Fran-zosen seit den Proven-alen oder Troubadours vom 11. Zabrh. an. In ihr sprachsich der Geist des edkln Ritterthums durch Andacht, Tapferkeit und Liebe aus. (S>.Romantisch.) Dies? romantische Poesie der Franzosen verfiel in künstliche Rei-merei seitdem Ende des 12. Jahrh. Von der Regierung Franz I. an hob sich auchdie Poesie wieder etwas; unter Lutw'gS XIV. Regierung aber wir d dos goldeneZeitalter der fr anzösischen Poesie gesetzt, obgleich sie oft, nur auf ihre eigne Art,die Alken nachahmte und antike Ldloffe modernisirte. Ihr Hauptzweck blieb die rhe-torische Eleganz und der gesellige Witz. (S. Französische Literatur.) Dieneuere italienisch? Poesie pflanzte die Provonealpoesie fort: eine eigenthümlicheNatiirpoesie aber begann fest !em 13. Jahrh, in Sicilien, blühte von Dante undPetrarca bis auf Ariosto und Tasso lim 13., 14. und 15. Jahrh.) in eigenibüml.Grazie, und verfie-von da in Schwulst und Nachahmung. (S. Ital, Poesie.)Die spanische Dichtkunst erscheint ursprüglich als Schwester der proven-ali-seben, vermischt mit or iental. Chcrak'er. Di erst->> Der suche der eigenthümlichen^ egsti'ian. Poesi? geb n vom 13. Jahrh, an; ibre Blüthe aber säug: Mit Karls V.Reg-erung <m, und v : s,st!t von Philipp ! V. an müder. Gleichzeiiigmit ihr und ver-wandt blühte die poruigiefische. (S. Spanische Literatur und Portugie-