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Achter Band. O bis Q.
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Poetische Licenzen PditierS (Stadt)

die ästhetischen Theorien der übrigen Künste. Unter den Griechen behandelte sieschon Aristoteles in s. Buche „v-x- welches wir nur im Bruchstücke

besitzen (die beste AuSg. von Gottfr. Hermann), abgesondert; Horaz. in s. sogen.„,Vis pooti oder vielmehr in s. Briefe an die Pisonen, zeigt sich als dessenSchüler. In der neuern Zeit behandelten sie abgesondert Marc. Hier. Vida, Tor«quato Tasso und viele andre Italiener, Nie. Boileau , Iul. Cäsar Scaliger, Gerh.Boß, L. Racine, d'Alembert, Marmontel , Baumgarten, der Stifter der Ästhetik,Ioh. ?ld.Schlegel, Gottsched , Breitinger, Sulzer (in s. „Theorie der Dichtkunst"),Engel (in s. „Anfangsgr. einer Theorie der Dichtungöarken"), Jean Paul Fr.Richter (in s. „Vorschule der Ästhetik ") und ClodiuS (in s. „Entwurf einer ssstem.Poetik", 1804). Außerdem ist die ästhetische Theorie der Dichtkunst aussühr«sicher oder kürzer in den allgemeinen Werken der Ästhetik und in den Theorien derschönen Künste, z. B. in denen von Batteux, Domairon, Raniler, Wulzer („Allg.Theorie der schönen Künste"), Schubart, I. A. Eberhard, Eschenburg , Heyden«reich, Bouterweck , Pölitz, A. Schreiber, Nüßlein, Hillebrand (Literaturästhetik"),Seckendorf, abgehandelt, und durch Betrachtungen über einzelne Gegenstände der-selben, besonders von Sturz, Lessing, Klopstsck, Moritz. Delbrück , W. v. Hum-boldt, Herder, Schiller, Göthe , den Gebrüdern Schlegel, Falk, Müller u. ?i„ so-wie durch Kritiken in den Literaturzeitungen, ausgebildet worden. Über Vers-kunst und Prosodie s. d. A. 'l'.

PoetischeLicenzen sind Freiheiten (Abweichungen von der gewöhn-lichen Sprachregel), die der Dichter, des Versmaßes oder des Reimes wegen, sichzuweilen erlaubt. So z. B. die doppelte Negation in Wieland's „Endynuon":

So zornig sahen die Nymphen sie

In keinem andern Falle nie;

und das oä statt » laguolls inVoltaire's „Adelaide du Guesclin ", Act I, Scene I:

äs zilains eelle ckoulour oü v»tre u>>>L e,t cn praie.

Poinsinet (Antoine Alexandre Henri), geb. zu Fontainebleau 1135, wid-mete sich frühzeitig der Literatur. Er schrieb besonders für die komische Oper, wos. Stücke mit Hülfe der Musik meistentheils gefielen. Der Dialog hat in denselbenviel Natürlichkeit, und die Verse eignen sich für den Gesang. Doch hat von allens. Stücken sich nur „I.e cercle, ou lu roirüe a In inoilv", eine läunxülie ü liruirs,auf dem Theater erhalten. P. verband mit einigem Talent eine ungemeine Unwis-senheit in den gewöhnlichsten Dingen, viel Eitelkeit und eine grenzenlose Leicht-gläubigkeit, und es konnte nicht fehlen, daß die pariserSpottvvgel seine Leichtgläu-bigkeit benutzten, um ihn anzuführen, oder zu mystificiren, welches Wort eigens fürihn in Gebrauch kam. Alan spiegelte ihm z. B. vor, daß ausgezeichnete Frauen inihn verliebt seien, und gab ihm falsche Rendezvous, ohne daß ihm die Augen auf-gingen. Man schlug ihm vor, sich das Amt des Ofenschirms beim Köwge zu kau-fen, und bewog ihn, 14 Tage lang seine «chenkel zu rösten, um sich an die Hitzeeines Kamins zu gewöhnen. Einst kündigte man ihm an, daß er in die PetersburgerAkademie ausgenommen werden solle, um an der Freigebigkeit der Kaiserin Theil zunehmen, daß er aber dazu russisch lernen müsse. Er glaubte diese Sprache zu studi-ern, und fand endlich nach 8 Monaten, daß er sich mit dem Niederbretagnifchen be-schäftigt habe. Monnet hat den ganzen 2. Bd. seiner Memoiren den Streichen ge-widmet, die dem armen P. gespielt worden. P. war ein Freund vom Reisen; erhatte Italien besucht und ertrank 1169, auf einer Reife durch Spanien , im Gua-Lalguivir. (Vgl. „Rameau's Neffe", von Diderot .)

Poitiers (?iat!>viun>), am Clain (Nebenfluß derVienne ), Hauptst. imehemal. Poitou, jetzt die Hauptst. im Deport, der Vienne und der Sitz eines Bi-schofs. Sie ist mit Mauern und Thürmen umgeben, altfränkisch gebaut und hateinen großen Umfang, aber in 4000 H. nur 22,000 E. Unter den öffentl. Plätzen