Polarisation des Lichts Polarität 635
länder.) Die verlängerte Erdape schneidet aber auch das Himmelsgewölbe in2 Punkten, welche Weltpole genannt werten. Sie heißen auch Pole des Äquators,weil die Erdare auf der Ebene desselben senkrecht steht, um sie von den Polen t erEkliptik zu unterscheiden, welche durch eine Linie bestimmt werden, die auf derEbene der Ekliptik in ihrem Mittelpunkte senkrecht ist. — Pole des Mag:netS, s.d. — Polböhe eines Orts heißt die Höhe, in welcher der Pol üb rdem Horizont erscheint, oder der Winkel, welchen die Gesichtslinie zum Pol mitder Horizontalebene, oder derselbe, den der Erdradius dieses PrtS mit der Ebenedes Äquators bildet. Daher ist die Polhöhe der qeogr. Breite eines O"S gle ch.—P olard istaut heißt die Entfernung des Pol? pom Scheitelpunkt öder Aenttheines DrtS, und ist daher der Winkel, welcher die Polhöhe zu einem rechten Winkeloder zu 90 Graden ergänzt. (Vgl. Astronomie.)
Polarisation desLicht«. Wenn ein Lichtstrahl aus eine Glastof lfällt, so wird er gleichsam gespalten: ein Theil wird nämlich zurückgeworfen, undder andre Theil geht durch die Sche-be. Das zurückstrahlende Licht sowol als dasdurchgehende hat ferner gewisse Eigenschaften angenommen, die es vorher nichthatte; der höhe r oder niedere Grad aber, in welchem es diese neuen Eigenschaftennunmehr besitz!, hängt von dem Winkel ab, unter welchem es auf die Glaotatelfällt. Die neu erhaltene Eigenschaft besteht darin, daß dieses Licht, das zurück-gestrahlie sowol als das durchgehende, aus eine zweite Glastafel fallende, von dieserferner nicht mehr so mrückgestr. Hit wird, alSwenn es unmittelbar vorn leuchtendenKörper käme, stchaß es vielmehr gegenseitige Stellungen der Tafel gibt, bei wel-chen sich die Reflexion ganz in Durchgang verwandelt. Dieser Fall tritt ein , wenndie Richtung des Lichtstrahls mit der ersten Glasiafel einen Winkel von ?5" 25hund die zweite Tafel mit dem reflecttnen Strahle einen ebenso großen Winkel bil-det, indeß zugleich die beiden Reflepionsebenen, durch Drehung dieser zweiten Tafel,rechtwinklig aus einander zu stehen komnien. Zur bequemen Anstellung diesermerkwürdigen, eine große Ausdehnung zulassenden Versuche hat Scbweigaer eineeigne Lichtpolarisationsmaschine angegeben. Die Entdeckung verdankt man dem1812 vcrst. franz. Akademiker Malus; und Polarisation hat er den Vorgangdarum genannt, weil er sich die Elemente des Lichtstrahls als Vielecke dachte, de-ren einzelne Sesten (Pole) sich in ihren Eigenschaften, z. B. der Durchgangssähig-keit, unter einander unterschieden. Nach ihm haben die Theorie weiter ausgebildetAraqo und Biot (in d. 3. A. s. „Erperimenralphvstk". deutsch durch Fechner, Lpz.1824, 4 Bde.). Diele Arbeiten deutscher Gelehrten darüber sind auch in Gil-berl'S „Annalen " zerstreut.
Polaritä t, der Gegensatz der Wirkungen getrennter Kräfte, die sich inihrer Vereinigung gegenseitig neurral.siren. Polarität Haien z. B. der Maane,tismus, der Elektticismus, der Chemismus (chemische Proceß) rc. Die Benennungist aus der Lehre vorn Magnet genommen, bei welche»! man zuerst diesen (magne-tischen) Gegensatz der Kräfte an 2 einander entgegenstehenden Punkten (Polen )deutlich erkannt hat. (Vgl.Magnet und Compaß.) Man hat das entgegen-gesetzte Verhalten oder lie entgegengesetzte Thätigkeit der beiden Pole einerSphäre,z. B. des Magneten, durch die Ausdrücke positiv (bejahend, setzend oder schaffend)und negativ (verneinend, vernichtend, aufhebend), oder durch >>lns und minus( j- und —) bezeichnet. So nennt man z. B. den Nordpol des Magneten den po-sitiven oder Pluspol ( j- M ), den Südpol den negativen oder Minuspol (— M.);und ebenso wild der Gegensatz in der elektrischen Sphäre die positive und negativeElektricität, oder -j- E. und — E. genannt. Diese Bezeichnung ist mathematischund aus der Lehre von entgegengesetzten Größen genommen. Man darf aber dasVerhältniß nicht so verstehen, als ob bloß der eine, nepaiive Pol verneinend, auf-hebend gegen den andern wirkte, dieser aber, als das Gegentheil, sich bloß schaffend