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nämlich das Princip der Gesellschastlichkeit, nicht das der Einheit, obgleich sieschon untir BoleslaffChrobry, 1025, ein Königreich hieß. Der Baum der Frei-heit stand ohne Wurzeln, bis ihn der Sturm umwarf. Unstreitig war das Wahl-recht die Loosung des Parteientummels. Gesetzliche Ordnung und bürgerlicheFreiheit ober konnten nicht emporkommen, weil die polnische Unserm in dem Satzebestand: der Edelmann allein ist Staatsbürger. Dieser rohen, taus-ndköpfigenSouverainetät ward ihr Staatszweck nie ganz klar; noch weniger verstanden diePolen , die Freiheit der Einzelnen mit der Kraft des Ganzen zu verbinden. Da-her verlor die Nation eine Bedingung ihrer Unabhängigkeit nach der andern; zuerstSchlesien und die Oder, dann die Ostsee , hieraus den Dnepr, endlich die Karpa-then. Ein Staat aber, der keine festen Grenzen hat, der von, Meere abgeschnittenist und der nicht zur Stärke der Einheit in seinem Innern gelangt, wird stets derKampfprsts der Politik seiner Nachbarn sein. Das Unglück sing an, als die Pia-sten das Land unter ihre Söhne theilten. Boleslaus III. übertrug zwar 1138dem ältesten, als dem Besitzer von Krakau , eine Art von Obergewalt über die an-dern Fürsten ; allein dies vermehrte nur die Unruhen. Auch das Christenthum,welches am Ende des 10. Jahrh, in Polen aufkam, konnte bei den Ansprüchen derHierarchie und bei dem durch 200jähr. Krieg tief gewurzelten Halste zwischen denDeutschen und Polen , auf die Letztem nicht wohltbätig einwirken. Als hieraufKonrad von Masovien die Deutschherre» gegen die Preußen zu Hülfe rief, unddies, seit 1230—1404 das baltische Küstenland von der Oder bis zum finnischenBusen sich unterwarfen, verlor Polen s. nördliche Vertheidigungslinie und denSeehandrl. Zwar haue Wladislaff Lokietek, der sich 1305 als König von Krakau krönen l'eß, den ersten Kern der lockern Ländermasse, Großpolen an der Warte,mit Kleinvolen an der obern Weichsel zu einem Ganzen verbunden, aber zu spät.Die Deutschen hatten den polnischen Staat schon überflügelt; daher mußte seinSobn Kasimir, der als G setzzeb,r und Bildner des Innern den Beinamen desGroße» erhielt, der Oder und der unicrnWeichsel im kalischerFrieden 1343förm-lich entsagen. Indeß arbeitete dieser kluge Fürst desto glücklicher a» der Aufrich-tung einer guten gefillschaftlichen Ordnung. Er befestigte die Städte und b.freielesie vom Drucke des Ade'«, begünstigte aber aus Liebe zu einer Jüdin zu sehr diesesfremde Volk, welches späte! hin dos Gewerbe und den Geldhandel an sich zog undden Nakicnalwohlstand erstickte. Mit Kasimir erlosch 1370 der plastische Manns-siamm. Nun fing der Adel an, s. Stimme den Thronfolgern gegen persönlicheVorrechte, die ihnen zum Nachtheile des Ganzen bewilligt werten mußten, zu ver-kaufen. Die Vereinigung Polens mit Ungarn (unter Ludwig, von 1570—82)war daher nutzlos für die Befestigung der Monarchie. Natürlicher und deßhalbdauerhafter war die Verbindung mit Lithauen, seil 1386, indem der lithauischeGroßherzog Iaaello durch Heiraih und Wahl die polnische Krone erhielt. 'AberSprache und Sitten trennten fortwährend den Lithauer von deni Polen ; das Chri-stenthum, zu welchem Jener sich erst jetzt bekannte, war kein poln. Band, das diebeiden Halbbruder zu Einem Volke vereinigen konnte. Doch waren sie jetzt mäch-tiger gegen ihren getnettischastliche» Feind, den deutschen Orten. Polen schien so-gar die verlorenen Naturgrenzen wiederzugewinnen, als die Ritter durch den Ver-trag von Thprn 1466 Kulm und die Weichsel bis Elbinge» an Polen abtreten unddie Sckukchoheit der Republik über das Ordensland anerkennen mußten; auch Lief-land siel 1558 an Lithauen, und Kurland wurde 1561 ein polnisches Lehn. Sowurde Polen , zumal da der lithauische Adel seit 1569 mit dem von Groß: undKleinpolen Eine Versammlung bildete, der mächtigste Staat im Norden. Aberzugleich erlangte der Adel durch den Handel, den er mit der Thronfolge trieb, derenErblichkeit er den Iagellonen oft streitig machte, das Recht, die Nation, mit Aus-schluß des Bürgerflandcs, allein zu vertreten. Er erschien auf den Reichstagen