Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
642
JPEG-Download
 

542

Pole» (Geschichte von 4512 — 4195)

Rückschritte in die Zeiten des Faustrechts. So entbrannten alle Leidenschaften inverderblicher Währung, alsKatharina II. ihi en Liebling, den (K, äsen Poniaiowski,listet auf den poln. Thron setzte. Zu schwach, den anarchischen Stolz des Adels zubändigen, schwankte er zwischen Rußlands S chutzmacht und cer selbständigenWürte-er Republik, bald zu jener, bald zu dieser sich hinneigend, wodurch er endlich dieAchtung Aller verlor. Indeß war der Fanatismus der Bischof Soltpk vonKrakauundMassalSki vonWilna, Mit welchen, sie sich der Wiederherstellung der Religions-freiheit widersetz!?», die Haupturlacke des Bürgerkriegs, der Polen in die wildesteUnordnung stieß „nd das endliche Schicksal des Siaars hsibeijuhrte. Rußland nahm sich derSache derDlssitenten an; eine pHeiikraleonföleralion einstand, aberder Reichstag sah sich ganz unter rnss. Einfluß. Dagegen erbob sich die Eonsödera-rion zuBar, von Frankreich unterstützt, und der Ki ieg nnr Rurland brach aus. Diefremden Truppen verwischten dasLand, und das wilde, su nlonVerfahien einigerpoln. Parteihäupker erregte bei den 3 großen Nachbarmäcbten eine solc! e Nichlaeh-tung derniaiüi liehen Rechte des poln. Volks, daß sie wie Katharina steh ausdiuckie,Polen für ei» Land hielten, in k>»i man sich nur bücken dürfe, um Elwas aufzuhe-ben. Bei dieser innern Zerrüttung schien es dem ostr. Hose zeitgemäß zu sein, diezipser Städte, welche 1102 von Ungarn an Polen verpfändet worden war,» in Be-sitz zu nehmen, und die schlaue Politik des ostr. Staatsmuiisiers Kaunitz leitete end-lich das Petersburger, und dieses das preuß. Eabinei auf den (bedanken einer Thei-lung Polens. Wie dies zuerst v. Kaunitz ausgegangen, hat v. Dohm in s. „Denk-würdigkeiten" (I. Bd., 433 fg.) gezeigt. Der russ. Minister machte den 2. Sept.1112 den Beschluß der 3 Mächte bekannt, und die Republik Polen gencbmigte end-lich den 18. Sept. 1713 diesen schon vollzogenen Tkeilungsverirag, nach welchemPolen von 13,000 , 9000 s^M. behielt. Ostreich bekam die (Hrassckaft Aips, dieHälfte des Palatinat-s (Woiwodschaft) Krakau , eine» Tbeil des Palat. Sendonür,das Palat. Rothrelißen, den größten Theil von Beiz, Pokutien und einen Theil vonPodolien, als Länder, die ehemals die mit Ungarn verein.Königreiche O'alizien undLodomerien ausgemacht halten (1280 f^M)- Preußen erhielt ganz pol». Preu-ßen, mit Ausnahme von Danzig und Thor», und von (Wos.polen den Netzdistrict,welcher ehedem u. d. N. Pomerellen zu Pommern g>hört hatte (031 H,M.). Ruß-land nahm das poln. Liefland, die Hälfte des Palat. Polozk , die Palat. Wilepsk ll.Mscislav und einen Theil von Minsk (1915 s^M.). Riißland bestimmte jetzt dieinnere Verfassung der unglückliche» Republik. Nun erst ward den Polen klar, worinihr Lckaatszweek eigentlich bestehe und wodurch sie diesem bisher mit thörichter Ver-blendung entgegengehandelt hatten. Um ihre Unabhängigkeit festzustellen, arbeitetensie, durch Friedrich Wilhelms II. von Preußen Zusicherung s. Schutzes ermuthigt,a» einer neuen Verfassung. DaöWahlreich sollte aufgehoben, und der 3. -Ltand indie Nationalrepräsentaiion aufgenommen werten. Dies waren dieichrundlagen derConstitution vom 3. Mai 1191, derFop und felbstBurke große Lobsprüche ertheil-ten. Auch Preußen billigte sie. Aber Rußland verwarf sie durch seine Erklärungvom 18. Mai 1191, und erklärte sich für die mißvergnügten Polen , die zu Torgo-wicz eine Conföderation gegen die bereit« vom Reichstage angenommene Constiiu-kion geschloffen hatten. Preußen verliest die Sache der Republik , indem der Königd. 8. Juni 1192 denPolen durch Lucchesini antwortete: Die poln. Republik habesehr Unrecht gethan, daß sie sich ohne sein Wissen und sein Mitwirken eine Verfas-sung gegeben, die zu unterstützen nie seine Absicht gewesen sei. Preuße» willigte ineine 2. Theilung 1193, nach welcher Rußland 4553 s^jM., mit 3 Mill. Einw.(die Reste der Palat. Polozk und Minsk, die Hälfte der Palat. Nowgorod ek undBich'vk, das Krongebiet der poln. Ukraine , Podolien und die östl. Hälfte von Bol-hvnien), hiuwegnahm; 1060 s^jM. (diePalat. Posen, Gnesen, Kalisch, Sieradc,Lenezic und halb Rawa, nebst Danzig undTyorn, die Hälfte des Palat. Brzesk und