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Achter Band. O bis Q.
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Politik

Scherenschleifer bedienen, Polirsteine, zurPolitur vertiefter Sachen. Pol ir-pulver, englisches, ist eine Mischung van 6 Theilen Zinnober und einem TheileArsenik, und dient zur Politur der Stahlwaaren.

Politik (von 7eoX,c, Stadt), die Wissenschaft und Kunst des gesellschaft-lichen Lebens überhaupt; Weltklugheit; insbesondere Staatslehre und SlaakS-kunst, d. h. Wissenschaft und Kunst, den Zweck des Staars so vollkommen alsmöglich zu erreichen. Erstere zerfällt in mehre Wissenschaften. Die politischenWissenschaften betrachten nämlich das Leben der Menschen im Staate: 1) wie essein kann und soll: Staatswissenschaft im eigentlichen Sinne; oder 2) wie es sichentwickelt und fortgebildet hat: politische und Staatengeschichke; oder 3) wie esgegenwärtig ist: Ltaatenbeschreibung und Statistik. Die Staatswissenschaft be-trachtet den Staat zuerst von Seiten des Rechts (allgemeines Staatsrecht); dannvon Seiten der Klugheit, Politik im engern Sinne. In letzterer Hinsicht ist sieeine Erfahrungswisienschafk, aber gegründet aufdie Idee der menschlichen Bestim-mung, daher ihre Aufgabe unendlich ist. Insofern ist sie, wie das allgemeineStaatsrecht, ein Theil der angewandten Philosophie. Die Politik im eigentlichenSinne oder die Staatskunst begreift: l. die Politik der Staatsverfassung, oderwie die Gewalten im Staate ss. Staatsgewalten) zu ordnen und zu vereini-gen sind; II. die Politik der Staatsverwaltung enthält die Regeln für die Leitungsowol der innern als der unsern Verhältnisse in Hinsicht auf die gesetzgebende undvollziehende Gewalt. Die Staatsverwaltungslehre betrifft: 1) Die Sicherstellungdes Ganzen durch die Wohlfahrt der Einzelnen, und heißt Polizeiwissenschaft,welche ,s) die Sicherheits- und I',) die Wohlfahrtspolizei begreift. Zu jener ge-hören die Kriegs- und Friedenspolitik (Politik im engsten Sinne), die hohe unddie Landes - (nebst der Stadt-, Dorf- und Straßen-) Polizei, welche letztere dieCriminalpolizei und die Anstalten gegen Landesnoth in sich fast. Zu dieser gehö-ren die meticinische, die Armen-, Landwirthschafts-, Industrie-, Handels-undSittenpolizei, sämmtlich Gegenstände der BevölkerungSpolizei. (L. Polizei.)2) Die Lucherstellung der Einzelnen durch die Wohlfabrt des Ganzen. Die letzterehängt aber, inwiefern sie den Zweck des bürgerlichen Vereins für die Einzelnen be-fördert, ab von der gesetzlichen Drdnung, von dem bürgerlichen Wohlstände undvon der geistigen Bildung; insofern unterscheidet man a) die GeseßgebungSkunst,welche theils die Abfassung der Criminal-, Civil-und Polizeigesetze, theils dieForm ihrer Vollziehung (durch Beamte, Richter) in der Kanzleipraxis und 'Pro-ceßordnung betrifft; b) die Staatsökonomie oder Staatshaushaltungskunst, welchedie fsiationalökonomie und die Staacswirihfchaftslehre begreift. Letztere enthält:-,-,) die Finanzwissenschaft (Hebung und Verwaltung der Staatseinkünfte), !>!>) dieCameralistik (Verwaltung und Vervollkommnung der Duellen des Ltaatsvermö-aens). Die cameralisiische Geschäftsführung lehrt die Cameralpraris. c.) DieCulturpolizei oder StaatSerziehungSlehre, welche alle sittlich geistige Bildungsan-stalten, Kirchen, Schulen, Literatur und Kunst, d. i. die Sache der Menschheitim Staate, unmittelbar umfaßt. In ihrer Ausübung ist die Staatskunst allemaldurch die Wirklichkeit bedingt, und zwar von der körperlichen und geistigen Eigen-thümlichkeit deö Volks. Doch wird das Genie des Gesetzgebers auch dasselbe wei-ter führen, sobald er selbst sittlich veredelt ist. Dadurch haben ältere Gesetzgeber,Zoroastcr, MoseS, Solon, so Großes gewirkt. Freilich ist es schwer, die phy-sischen Kräfte eines Staats der sittlichen Freiheit und Würde des Ganzen unterzu-ordnen; am schwersten zur Zeit politischer Stürme. So reich übrigens unser Zeit-alter an scharfsinnigen Theorien ist, so wenig haben sie gewirkt zur Befestigung derbürgerlichen Freiheit, wol aber hier und da zur p anmäßigern Begründung eine«feinern Despotismus. Doch haben auch die Völker von dem Staate oft zu viel er-wartet, und um so höhere Federungen an denselben gemacht, je mehr sie demselbenleisten mußten; daraus ist Spannung, getäuschte Erwartung und Unzufrieden-