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Achter Band. O bis Q.
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Polizei, iiiedioinische

dern. Von ihm erzählt man eine Menge von Geschichten, wie er mit nngemeinerList Verbrechen ans Licht brachte und sogar vor der Ausführung wußte, aber erst imMoment derselben verhinderte, um die Verbrecher auf der That zu ergreifen. Aberer war es auch, welcher seiner Buhlerin einen Fasan niit Diamanten gespickt zumGeschenk schickte, und als eine Andre einen kostbaren Brillantring von ihm nicht an-nehmen wollte, den Stein zerstoßen ließ und ein Billet an sie damit bestreuete. Lud-wig X Vl. nahm ihmdiePolizci, machte ihn aber zum Minister des Seewesens, wor-in er sich durch die gröbste Unwissenheit lächerlich machte. (äl.-,,!. <Ie 8i.,LI,ilür:>ti»„!i 5ur rovnlutic», lrune.',, I. cln>p.8.) Auf ihn folgte Lenoir (1771— 8-1), ein rechtschaffener und milder Mann, dessen Streben mehr dahin ging, diegroße Quelle der Verbrechen, die Verzweiflung der Armen, zu heben, als zu strafen,und welchem Paris die Verbesserung vieler Polizeianstaltenverdankt. Von ihm ver-langte die Kaiserin Maria Theresia einen Unterricht über die pariser Polizei. (Erschrieb dazu: „Detail 5iir Aneigne; etal>li,ze>>>enr cle b, ville ilo l'ai ii,, »loinoncksz>ur 8. öl. I. la stkiiio <Iv II»i,--rie", Par. 1180.) Als er in der Revolution Frank-reich verlassen hatte, verlangte Kaiser Paul von Rußland ihn in s. Dienst. Er kehrte1802 nach Frankreich zurück und starb arm 1807. Ihm folgte als PolizeiverweserLe CroSne, welcher als ein noch junger Mann sich dadurch eine Art von Ruf erwor-ben hatte, daß er den Proceß des unglücklichen Calas im Staatsrathe vortrug. AlsPolizeiminister war er unbedeutend. In der Folge stellte das Vollziehungsdirecto-rium die geheime Polizei wieder her, und es ist bekannt, welche neue Wichtigkeit undFurchtbarkeit Fsuche diesem Zweige der Polizei gegeben hat. Von Paris aus hatsich diese geheime Polizei nach andern Ländern verbreitet, ohne daß man jedoch überihre wahre Nothwendigkeit einverstanden wäre, daher sie auch in einigen Staatenwieder aufgehoben worden ist. Ihr Unglück ist, daß sie sich überall mit der niedrig-sten Hefe des Volks befreunden und Leute brauchen muß, von deren Rechtschaffen-heit und Sittlichkeit sie selbst Nichts hält, indem ehrliebende Menschen immer eineAbneigung gegen das Auflauern und Angeben haben, auch in den Winkeln, wo da»Verbrechen und das Laster ihre Werkstätte haben, den Zutritt weder suchen noch fin,den. Die Kundschafter der geheimen Polizei haben nur so lange Beachtung undBe-lohnung zu hoffen, als sie Etwagzu erzählen haben, sie werden also in dir Nothwen-digkeit versetzt, ihre Nachrichten zu vergrößern, zu erfinden, allenfalls selbst Complottezu stiften prcivnoiiX'urs), um nicht des Mangels an Diensteifer beschuldigt

oder als überflüssig angesehen zu werden. Das Schlimmste dabei ist, daß die Naturdieser Polizei es mit sich bringt, daß sich selten ein gerichtlicher Gebräu.) von ihrenNachrichten machen läßt, sondern man sie auf ihre bloße Erzählung für richtig an-nehmen muß, wenn man sie nicht verwerfen und dadurch die ganze geheime Polizeiunnütz machen will. Dies führt zu willkürlichen Verhaftungen und, wenn es weitergeht, Hinrichtungen, wodurch die «paltvngen im Volke nur noch vergrößert werden.So fiel der Herzog v. Enghien als Opfer der geheim-m Polizei, welche überall Com-plotte und Theilnahme an denselben witterte. Bei der Unzuverlässigkeit, welche vondem ganzen Wesen der geheimen Polizei unzertrennlich ist, hat man oft schon nöthiggefunden, sie wieder durch eine noch vertrautere Gegenpolizei (Oontie-poliee) be-wachen zu lassen, wie Napoleon gegen Foucho, der ihm aber hierin immer überlegenwar, gethan haben soll. (Vgl. Nillele.) 37.

Polizei, medicinische, ist derjenige Zweig der allgemeinen Polizei,welcher für das körperliche Wohl der Staatsbürger zu sorgen hat. >Lie mittelt folg-lich aus, was das Leben und die Gesundheit derselben crha'ten und was ihnen scha-den kann, um jenes zu befördern und diesem zu steuern. Da die Verbindung einesVolks zu einem Staate in der Absicht geschieht, das gemeinsame Beste desselbendesto besser zu befördern, da ferner der Staat selbst nur aus einzelnen Individuenbesieht, deren Leben und Gesundheit selbst Bedingnisse seines Bestehens sind, s»