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Poliziano
richtsbarkeit des medicinischen LandeScollegiums steh», und für Alle ein» besondereVorschrift gelte. 3) Eine Verbindung zwischen jenem Collegium und dem ober-sten Polizeirathe, sowie im ganzen Lande zwischen dem medicinischen Personale undden Polizeibehörden, aber keine unterordnende. 4) Die Unterobrigkeiten muffendie Verordnungen des medicinischen LandeScollegiums in Ausübung bringen undfür die Aufrechthaltung und Beförderung der medicinischen Polizei überhaupt ver-antwortlich gemacht werden. -Lne muffen daher im Allgemeinen verpflichtet wer-den, m zweifelhaften Fällen sich von ihren Dezirks - oder Genchrsärzten belehren zulassen; zu den medicinischen Polizeigeschäften, Fleischdeschauern, Todkenbeschauern,Leichenweibern, Krankenwärtern u. a. m., tüchtige, unterrichtete und getreue Per-sonen zu bestelln,; in ihren Berathungen, sobald sie medicinisch -polizeiliche Gegen-stände betreffen, den Gerichtsarzt mit zuzuziehen, sowie gegentheils den gerichtlichenoder polizeilichen Berathungen "lind Untersuchungen der Ärzte einen Abgeordne-ten aus ihrer Mitte beisitzen zu lassen. Wir verweisen auf I. P. Frank S „Systemeiner vollständigen medicinischen Polizei". (Vgl. Medicin, gerichtliche.)
Poliziano (Angela), lar. Angeluü Politianus, einer der geist-reichsten und in der griech., latein. und italien . Literatur bewandertsten Männer d.15. Jahrh., daher er auch zu den Wieterherstellern der ältern Literatur des 15.Zahrh. gerechnet wird. Er war 1154 in der kleinen L)tadt Monte Pulciano geb.Ungeachtet er s. Jugend in Noth und Gefahren verlebte, so beschäftigte er sich dochauf das Eifrigste Mit den Studien. Für die Poesie bildete er sich nach den griech.und röm. Mustern ohne weitere Anleitung. Homer zog den empfänglichen Jüng-ling so an, daß er die Studien der Philosophie etwas vernachlässigte, um sich ganzmit der Übersetzung desselben in lar. Verse zu beschäftigen. Zur Philosophie kehrreer erst zurück, als der große Pico della Mirandola in Florenz ihn zu s. Gefährtenin den Studien wählte. P. hatte kaum das 15. Jahr zurückgelegt, als er eine in s.Vaterlande noch wenig behandelte Lersart, die Oktave, zu bearbeiten unternakm,durch deren harmonischere Ausbildung er dem Ariosto und Taffo den Weg bahnte.Der Gegenstand, den er besang, war der von Giuliano dei Medici in einem Tur-niere gewonnene Preis. Obgleich er das Unternehmen wieder aufgab, indem ergelehrte Arbeiten seiner für würdiger hielt und auch an das vorhandene Bruchstückdie letzte Hand zu legen verschmäht hat, so müssen wir doch die schöne Erfmdung,die Zierlichkeit der Schreibart, die Fülle der Bilder bewundern. Der MediceerLorenzo, ein Freund der Gelehrsamkeit und Dichtkunst, schenkte ihm s. Freund-schaft, nahm ihn, um sich s. lehrreiche» Umgangs ununterbrochen zu erfreuen, ins. HauS auf und übergab ihm die Erziehung s. Bruders und s. Kinder, PieiroS,s. unglücklichen Nachfolgers in der Regierung, Giovannis, der nachher als Leo X. auf dem päpstl. Stuhle saß, und Giulianos, der nach manchen Unfällen die Freudes. Vaterlandes wurde. Hingeben von den herrlichen Schätzen des Allerihums,welche Lorenzo sammelte,, überließ sich P. mit ganzer Seele dein Studium der Al-ten. Die Belehrung, die er aus ihnen schöpfte, wandle er wieder zur ihrer Erklä-rung und Wiederherstellung an. Beweise davon gab er in der ersten Centurie s.Miscellaneen, der leider keine zweite gefolgt ist, und in der Erläuterung der röm.Schriftsteller über Landwirthschafi; noch größeres Verdienst erwarb er sich um dasröm. Recht, indem er historische und antiquarische Untersuchungen über die einzel-nen Gesetze anstellte, ihren Quellen nachging und sie auf mannigfache Weise in einneues Licht stellte. Dabei dichtete er nicht nur in lot. Sprache Elegien, Oden,Epigramm» u. s. w., übersetzte aus dem Theokrit und KailunachuS mehre Stuckemit Leichtigkeit und Anmuth, sondern bereicherte auch s. Muttersprache, wiewolnur beiläufig, mit einigen trefflichen Gedichten (Florenz 1513 u. mehrmals). Da-hin gehört vor allen s. „Oi Wo" ein kleines Drama m 5 A., dessen Hauptwerthin dem gediegenen Ausdrucke besteht, dessen Charakter aber mehr episch als drama-