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Polnische Literatur
großentheils kn einer Samml. beisammen (,,1'eatr p,ol5lci", Marsch., b. Dufour,1778 sg., 56 Bde.). Als Kanzelredner sind Lachowski und Wyrwicz selbst iniAuslande durch Übersetzung berühmt geworden, linker den Neuern zeichnen sichIoh. Woronicz, Ad. Prazmowski, Tau. Szaniaffski, Iakubowski, Alb. Szwey-kowski u. A. aus. Im Allgemeinen sind die alten poln. Schriftsteller, besonders dieaus den Zeiten von Sigismund August und Stephan Dathory, noch jetzt die class.Muster des poln. Styls, obgleich nüt der poln. Sprache im 18. Jahrh, große Ver-änderungen vorgegangen sind. So werden noch als Klassiker angesehen: Ioh.Kochanowski, Skarga, Wuiek Bialobrzeski, Gornicki, Skanisl. Grochowski, Seb.Peirycy, Ioh. Ianuszowski, Cyprian Bazvlik, Mark. Blazowski, Mark. Bielskiu. ?l. Von den spätern class. poln. Prosaisten nennen wir: Ignaz Krasicki, Musterder Leichtigkeit und Natürlichkeit, Ioh. «n-adecki, giaruszewicz» Skrzetuski, Jod«kowski, Czocki, Ludw. Ostnski, Stanisl. Poiocki, Albertrandi, Karpinski, Dmo-chowski, Alb. SweykowSki u. ?l. Das zu Warschau in mehren Bdn. erschieneneMerk: „äVvbnr l'isar' ?.o-v >>nl.>,l<io>>", enthält eine Auswahl aus den classischenSchriftstellern der Polen . Die königl. Gesellschaft der Freunde der Wissenschaftenzu Warschau hat viele Verdienste um die polnische Literatur. Sie hat auch mehreJahrbücher herausgegeben. Mit 1815 erschienen 8 liierarische Journale in poln.Sprache in Warschau, Wilna und Lemberg . 1818 erschienen ihrer 6. Von deran die Stelle der Dberschul- und ErziehungSdirecrion getretenen Commission derAufklärung, welche auch die geistlichen Angelegenheiten, sowie die Büchercensurumfaßt lind aus den gelehrtesten Männern besteht, erwartet man viel Gutes fürdie Volksbildung. Wir bemerken noch, daß es auch poln. Bibelübersetzungen gibtvon Leopolita, Radzivil, Wujek, Budny. Sklenian, Czechowicz u. A.
Nicht ohne Einfluß aus die wissenschaftliche Ausbildung der Polen blieb dieseit 1815 eingetretene europ. Ruhe. Der von jeher der Literatur nicht entfremdetepolnische Adel hat an dem Bürgerstand einen wetteifernden Bearbeiter gefunden,und innerhalb der Grenzen des, als Polen noch bestehenden, Königreichsund au-,ßerhalb, in allen Ländern, die früher dazu gerechnet wurden, regt sich eine litera-risch- Thätigkeit, der mehr als 66 poln. Buchtruckereien und 26 Buchhandlungenzu Hülfe kommen. Zeitschriften und Journale, denen eine selbstherrisch ausgeübteCensur freilich oft die Flügel lühmt, geben dem geistigen Leben immer neuen Auf-schwung und bilden ein Band zwischen den vereinzelten Gliedern des getheiltenRiesenkorpers. Warschau, Wilna, Krakau, Lemberg und Posen, selbst Breslau ,bleiben die Licht zuführenden Punkte in dieser alten Verbindung, und Akademienund gelehrte Gesellschaften geben dorn alltäglichen Bewegen eine bedachtere Rich-tung. Für die Ausbildung der polnischen Sprache, deren echtestes HeimaihlandPrzemvsl in Galizien , das Vaterland Krasicki's sein soll, sorgten auch m der neue-sten Periode gründliche Sprachforscher. (S. Polnische Sprache.) Nach ih-ren Vorarbeiten sollte wanden zu Wilna ausgesetzten Preis von 506 Silberrubelnauf eine poln. Granimat k nicht für unerreichbar halten. Stets wird das Studiumder Classiker, das sich durch die gelungenen trefflichen Übersetzungen bewährt, fürdie Sprache und ihre Ausbildung ein Anhalt bleiben und seinen rückwirkenden Ein-fluß nicht verläugnen, obgleich s. Nachtheile auch erkannt worden sind. Die Sprache,die durch fremden Einfluß zu viel Ausländisches aufgenommen hatte, sucht nur all-mülig dessen sich zu entäußern. Durch Polens politisch« Trennung vermehrte sichdie Meng« der übersetzten Werke aus neuern Sprachen, und sie sind es namentlich,die durch die Einführung fremder Begriffe auch der Sprache Afterformen zuführ-ten, denen einige ältere Schriftsteller durch ihr Beispiel glücklich entgegenarbeiten.Noch zeichnet sich Wilna, wo Groddek's auch von dem übrigen Europa geschätzteProgramme fortwährend Anregung geben, durch Pflege des Sprachstudiums, dereigentlichen Gelehrsamkeit, der Medicin und Mathematik aus, während Warschau