Polnische Literatur 669
und das übrige Polen mehr der schönen Literatur huldigt. Ein Verdienst der wil«naer philologisch gelehrten Schule sind die correet und zierlich von Zos. Zawadekiim Auftrage der wilnaer Universität gedruckten Elememarbücher, die Matecki'sVerlagsbuchhandlung zu Krakau zur Nacheiftrung erweckt haben. Groddek, durcheine Übersetz, von Butim^nn'S „kriech. Grammatik", und Simon Zukowski, Vers.einer griech. und einer hebr. Sprachlehre, müssen nebst den Professoren der war-schauer Universität als vorzügliche Pfleger des alten Sprachstudiums erwähnt wer-den. Von Linde zu Warschau , dem umfassendsten Kenner aller Reichthümer des ge-sammten slawischen Sprachschatzes, darf man sich eine Lit- rargeschichte aller slawi-schen Nationen versprechen, d>e durch die Theilnahme der Gelehrten, welche s.Thä-tigkeit dafür zu gewinne» wußte, einem gefühlten Bedürfnisse genügend abhelfenwird. Der erste Band dieses Werkes, das u. d. T. „lies litoi.ilui y
innoiloev sloevi.-ni-ch'xck," hervortritt, enthält die Geschichte der russ. Literatur nachN. Grelsch, ober mit Zugaben aus andern Schriftstellern (Warsch. 1823), undwird in s. Fortsetzungen alles Da« dem gelehrten Europa mit neuen Forschungenvermehrt zuführen, was Münnich (Pros. zu Krakau ) in s. „Handb. der poln. Lite-ratur", was GrafTrentschin Ossolmski in s. „VVi<i,l,>n>,,sci iiisto,d. i.in s. „Hist.-kritischen Nachrichten zur Gesch. der poln. Literatur rc." (lsirakau 1822,3 Bde.), früher Felip Benrkoweki in s. „Ilirioii,, I.iti,,«rv ?olL>eio>" (Warsch,u. Wilna 1814, 2 Bde.), Chlendowski und T. Szumskiego („Xrülni rvn >>i-stnr^i i lite, itur)- ?ol-lv,v^ etu.", Warsch. 1824) mit anerkanntem Fleiß undScharfsinn zusammengestellt haben. — Mit diesen Forschungen über die Literar -geschichte Polens muß man die Bestrebungen für Erhaltung der geschieht!. Denk-mäler in Verbindung setzen, die zunächst auf Aufsuchung und bessere Ausgaben derallen O.uellenschriststeller sich richten. Ein Band dieser Quell.'niammlung (Boles-laus III. Leben, eine ungarische und eine böhmische Chronik) erschien, aus des Se-nators Czarloriski Kosten, in Warschau 1825. Durch Graf OssolinSki's eben ge-nanntes Werk angeregt, gab Linde den 2. Bd. desselben, der das Leben des BischofsVincent Kadlubek. des alten Geschichtschreibers Polens, enthält, deutsch heraus,nebst mehren Anhängen, die Anfänge der poln. Geschichtschreibung und Geschichtebetreffend, von seinen gelehrten Freunden, Bisch. Prazniovski, St. Czaszki und denPros. Kownatzki und Lelewel (Warsch. 1822), deren Namen bei allen diesen rühm-lichen Untersuchungen wieder begegnen. Man muß hinzurechnen, daß durch Linde'üThätigkeit 1819 der bisher noch ungedruckte 3. Th. der „ckinooiunu" erschien, wel-cher ihm als bis jetzt unedirt von einem Unbekannten zugeschickt ward. Szumski'ü„Krütni >vs IiUloi v i Iltoi.iturg' l'oI,ült-v oto." (Warsch. 1824) schließen sich andie genannten We. kc an. Von Bandlke's „Geschichte des Königr. Polen " (in poln.Sprache) erschien zu Krakau und Warschau 1822 eine neue Verb. Aufl. (2 Bde.).Auch hat sich der am 9. Zuni 1827 gest. Rath im Ministerium der Schul- undgeistlichen Sachen, Surowiecki, durch histor. und statist. Schriften, sowie MichelDginski durch s. „Uün>." über Polen , in franz. Sprache, und Graf Friedr. Skar-beck (Pros. zu Warschau ) durch s. ,,7'lwoiie ckcs riubessoz socialem" (2 Bde.,1828) bekanntgemacht. Gleichzeitig wurden auch die bildlichen Denkmale gewür-digt, und durch die Sorge des Bischofs, Jan Woronicz (bekannt durch s. Gedicht,,/4;5arn>us", 1818), wurde der bischöfl. Palast zu Krakau zu einem Museum derpoln.Geschichte erhoben. Eine eigne Schrift: ,chul->ll i-isleiipnw liuMu-vchiol,",erzählt dessen innern Reichthum. Mit diesem Bemühen muß man das Pracht-werk, das der 1821 zu früh verst. Stanisl. Potocki angeregt hatte, die „>1»nu-Iiikiit-I r<--;u,» ?oIoiiü,o tl, acovieuch,", in Verbindung setzen, das vom B. Praz-movski, vom Gr. sierakowski und von Linde in 2 Sprachen, unter Autorität derwarschauer Regierungscommission, für Cultur und Aufklärung herauüge'ebenwird.') Doch damit diese Ehre der Denkmäler nicht bloß in Achtung des Über-,*) A. „lVIonunienta regeun ?oloissse Lrscovlenria^^ ( 1 —Z. Heft, Warsch. 1822,