Band 
Achter Band. O bis Q.
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676
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blö Polyarchie Polybius

Polvarchie heißt, im Gegensatze der Monarchie, jede Herrschaft Vie-ler, sie sei Aristokratie oder Demokratie. (S. Monarchie.)

Polybius, ein griech. Geschichtschreiber, geb. zu Megalopolis in Arka-dien uni 203 v. Chr. Sein Vater Lplortas war einer der Vorsteher des achäischenBundes und vertrauter Freund Philepömen'S. Für die Waffen und SlaatSge-schäfte erzogen, ward er in einem Alter von 24 I. mit?l. abgesindt, um mit Pto-lemäus EpiphaneS zu unterhandeln. Als der Krieg zwisehen PcrseuS, König vonMaeedonien, und den Römern auSbrach, wurde P. an den römischen ConsulMareius geschickt, um ihm den Entschluß der Achäer, mit ihrer Kriegsmacht zu»hm zu stoßen, anzukündigen. Er blieb einige Zeit im römischen Lager und kehrtedann mit Aufträgen des Mareius zurück, um sich der von dem Befehlshaber AppiuSgemachten Foderung, noch mehr HülsSvölker nach EpiruS zu schicken, entgegenzu-setzen. Um diese Zeit wurde die Absicht der Römer offenbar, alle freie StaatenGriechenlands von sich abhängig zu machen. P. dagegen nahm an allen MaßregelnTheil, wodurch die Unabhängigkeit desselben aufrecht erhalten werden konnte. Da-her befand er sich, als nach Perseus'S Beilegung die Römer auch den Schein weni-ger berücksichtigten, mit unter den 1000 Geiseln, welche die Achäer den Römernausliefern mußten. Seine Kenntmffe, Tugenden und Talente erwck»ben ihm balddie Gunst einiger der ausgezeichnetsten Senatoren, vornehmlich der beiden Söhnedes Paulus ÄniiliuS. Erst nach 11 I. wurden die Geiseln enklaffen, P. aber, dersein herabgewürdigtes Vaterland nicht wiedersehen wollte, trat in die Dienste desSciyio ÄmilianuS. Er begleitete ihn auf seinem Zuge nach Afrika und war ihmdurch s. Rathschläge sehr nützlich. Als endlich die Achäer mit den Römern in Krieggeriethem eilte er zum Heere desConsulsMumniiuS, um dasSchicksal seinerLandS-leute zu erleichtern. Er war Zeuge von der Zerstörung Korinths und von der Ver-wandlung Achaias in eine römische Provinz. Mitten unter diesen traurigen Bege-benheiten bewährte er seine Vaterlandsliebe und Uneigennützigkeit. Den schwierige»Auftrag, die neue Regierungsform in den Städten Griechenlands einzurichten, voll-zog er zur Zufriedenheit beider Theile, der Römer und Griechen. Das Volk vonAchaia errichtete ihm Statuen, von denen eine die Inschrift hatte: ,,Dem Anden-ke» des Polybius , dessen Rath, wäi e er befolgt worden, Achaia gerettet hätte, undder es in seinem Unglücke tröstete". Nachher begleitete er den Scipio zur Belage-rung von Numantia ; nach dem Tode dieses seines großen Freundes und Wohlthä-ters aber zog er sich in sein Vaterland zurück, wo er in Folge eines Sturzes vomPferde 121 v. Chr. in einem Alter von 82 I. starb. P. ist der Derf. eines Ge-schichtSwerkS von. Anfange des 2. punischen Kriegs bis zum Untergänge desmace-donischen Königreichs (53 I.). Es bestand aus 38 Buch., außer 2 einleitendenBüch., welche einen Abriß der römischen Geschichte von der Einnahme Roms durchdie Gallier enthielten. Obgleich die Angelegenheiten Roms die Hauptsache sind,so kommen doch auch die gleichzeitigen Begebenheiten in andern Ländern darin vor,weßhalbP. ihm den Titel einer allgenieinen Geschichte („Iar--§,a x-DoX,xy"> gab.Wir besitzen von dieser großen Arbeir nur noch die 5 ersten Bücher ganz und bedeu-tende Bruchstücke von den 12 folgenden, nebst den aus der Geschichte desKonst.Por-phyrogenetu» ausgezogenen LtaatSgeschäften des P. und Beispielen von Tugendenund Lastern. Der Verlust des Übrigen ist sehr zu bedauern, da in Genauigkeit«nd Treue der Erzählung, sowie im Umfang politischer und nülitairischer Kennt-niß P. von keinem Geschichtschreiber des Alterthums übertroffen wird. Ihmschreibt man auch die Einführung des didaktischen Pragmatismus in die Ge-schichte zu, d. h. derjenigen Geschichrsbehandlung, die durch zergliederte Darstel-lung der Ursachen, Veranlassungen und Folgen der Begebenheiten eine beleh-rende Vorbereitung zu S laatsgeschäften geben will. Dagegen ist er

in Ansehung der Schreibart ohne allen Reiz, und kann nur der Sache wegen gelesenwerden. Livius hat ihn zuweilen genau copirt. Cicero erwähnt von ihm eines eignen