Polychord Polyglotte 677
Werks über den numanti'nischen Lrieg. Die geschätztesten Ausgaben des P. sindvon EasaubonuS (Paris 1609, Fol.), von Jak. Gronov (?(mslcrd. 1670. 3 Bde.),wiederholt vonI. A. Ernesti mit Easaubonus's tat. Übersetz, und Ainncrk. (1761)undvonSchweighäuser(Lpz. 1789—93, 9Bde.); deutsch mit Anm. vonScyboll»(1779—83), und von, Hptni. v. Benicken (Weimar 1820).
Polychord, ein vielsaitiges Instrument; auch ein neueres, aber wenigbekanntgewordenes Instrument, von Hillmers erfunden, mit 10 Saiten undbeweglichem Griffbrett.
P o l y d e k te s, s. Perseus .
Polygamie, vielfache Ehe, namentlich die Verbindung eines Manne«mit mehren Weibern. Der Gegensatz der Polygamie in erster Bedeutung ist die EhrEines Mannes mit Einer Frau (Monogamie), in der letzter» Bedeutung auch dieEiner Frau mit mehren Männern (Polyandrie). Ferner versteht man unter Poly-gamie ohne weitern Beisatz die simultane, welche von allen Völkern des gebil-deten Europa und dessen Colonien verworfen wird, nur das; fürstliche Doppelehenaus gewissen Ursachen ausgenommen werden. (Vgl. Ehe.) Über die Be-deutung dieses Worts in der Botanik s. Pflanzen.
Polyglott e (a.d. Griech.), jedes Werk, das einen und denselben Inhaltin mehren Sprachen mittheilt. Vorzugsweise hat man das Wort schon früh von derheil.-Lehnst gebraucht, und Werke, in denen 2, 3 oder mehr Übersetzungen der Bi-bel, mit oder ohne denGrundtext, zusammengestellt wurden, einePolyglotte genannt.Zur Erklärung und zum Verständnisse der Lehnst sind sie für Den, der mehrerSprachen mächtig ist, sehr brauchbar, und gelehrte Theologen haben auch schon frühihren Fleiß daran gewendet. Das erste größere Unternehmen der Art ist die be-rühmte complutensische Bibel, welche von vielen gelehrten Männern, aufVeranstaltung des Cardinals TimeneS, mit einem unglaublichen Aufwande, dender Cardinal besonders auch für die Anschaffung alter Handschriften des Textes undder Übersetzungen nicht scheute, bearbeitet ward. Sie erschien in 6 prächtig gedruck-ten Foliobänden 1511—17 in der neucastilischen Universitätsstadt Aleala (de He-naree), lat. L«,»>>lutum, woher sie den Namen complutensische Bibel hat. Sieenthält neben dem hcbr. Texte des A. T. die altlat. (Vulgutu), die griechische alexan-drinischc (8epi»>->ss,»ta), nebst einer buchstäbl. lat. Übersetzung, und eine chaldäischeParaphrase, die auch ihre lat. Übersetz, zur Seite bat. Eine andre berühmte Poly-glotte ist die antwerpner, auch die kbnigl. Bibel genannt, weil Philipp ll.,König von Spanien , einen Theil der Kosten dazu hergab. Die Aufsicht über dieBearbeitung derselben war dem gelehrten spanischen Theologen, Denedict AriasMoutanus, aufgetragen, der sie mit andern Gelehrten zu Stande brachte. Sieerschien in Antwerpen von 1569—72 in 8 Foliob., und enthält, ausser dem hebr.Texte, die lak.Vulgata, die griechische alexandrinische, zu der noch eine lat. wörtlicheÜbersetz, gehört, dann mehre chaldäische Paraphrasen (Umschreibungen, Targuminigenannt), auch mit einer lat. Übers. begleitet, und im N.T. den griech. Grundtextmit derVulgata, eins syrische Übersetz, in 2 Reihen mit syrischen und hebr. Letternund mit einer latein. Übersetzung. Noch vorzüglicher ist die pari ser Polyglotte,welche hauptsächlich unter Leitung des ParlamentSadvocaten Gui Michael le Iay,der sein ganzes Vermögen darauf verwendete, von mehren sorgfältig ausgewähltenDrientaliüen und Exegcten vollendet ward und 1615 in 10 schönen Foliobdn. er-schien. Sie übertrifft die antwerpner, weil sie nicht nur diese ganz enthält, sondernauch noch eine syrische und eine arabische Übers. und eine sie begleitende lateinische,sowie den sogen, samaritanischeu Pentateuch (den samarit. Text und die Übersetz.),und im N. T. ebenfalls eine arabische und eine dieser folgende lat. Version. End-lich ward, hauptsächlich unter kräftiger Mitwirkung und Aufsicht des nachmaligenBischofs von Ehester, Bryan Walton, auch in England eine solche Polyglotte von