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PolygiioliiS Polyhistor
10 Sprachen bearbeitet, welche wieder die pariser in sieb aufnahm, aber noch rolleständiger war, und gewöhnlich dieWa lr on'sche oder londner Polyglotte heisa. Sieerschien von 1681 -87 zu London in 6 Fol. n,il 2 Supplenieiitb., und enthalt denGrundtexi nach verschied. Exemplaren mit dem, was die pariser hat, und nocb dazueine äthiop. und eine persische und zu diesen gehörige lat. Übersetz. Eromwell harkedie Herausgabe dieses Werks unterstützt. Außer diesen 1 großen Polyglotten hat mannoch mehre kleinere über einzelne blb!. Bücher, besonders über die Psalmen. 8«.
Polygnotu ü (Polygnotos)ausThasos, einer der ersten Maler der Grie-chen, welcher ungefähr von 450 — 410 v.Chr. (zwischen der 83. und 03. Olymp.)blühte, Athen durch seinen Pinsel verschönerte und zum Lohne das Bürgerrecht, fürseine 2 berühmtesten Gemälde aber, in der Lesche von Delphi (eine öffentliche Halle,wo man sich der Unterhaltung wegen, oder auch um Geschäfte daselbst abzuthun,versammelte, also eine Art von Börse, deren es mehre in den meisten größer» StädtenGriechenlands gab), die Proxenia empfing. Seiner bediente sich Cimon, der Dema-gog und Nebenbuhler des PerikleS, bei der Ausschmückung der Pökilezu Athen ;auch war er Cimon'S Hausfreund und dessen schöner Schwester, Elpinice, begün-stigster Liebhaber, welches Verhältniß er auch in dem Gemälde der TrIanerinnenverherrlichte. Mit ihn, maltenMikon und Pänanus für die Pökile. Seme beidenHauptbilder in derselben stellten die Griechen vor Troja , und zwar das eine die Ver-sammlung der Heerführer nach dem Raube der Kassandra , und das andre die ge-fangenen Trojanerinnen, in ihrer Mitte Kassandra , dar. In derLesche zu Delphisah man von ihm die Eroberung Trojas und das Todten: eich, welche Gemälde Pau-sanias ausführlich beschreibt. («. Böiriger'S „Ideen zu einer'Archäologie der Ma-lerei".) Die Gebrüder Riepenhau sen (s. d.) haben 1805, auf Veranlassungeiner weimarischen PreiSaufgabe, und in Rom 1826 das Gemälde nach der Be-schreibung nachzubilden versucht. Auch in einer Vorhalle des Parthenon standenmehre Lüaffeleigcmälde des P. aus dem Cyklus des trojanischen Kriegs, welchePerikleS wahrscheinlich von anderswoher in diesen Tempel versetzte; im DioSkuren-tempel der Raub und die Vermählung der Töchter des Leucipp, nach einem dorischenNationalmythus, und in den Propyläen mehreGemälde. Wahrscheinlich waren alleauf Holz gemalt. Was den Kunstcharakter dieser Werke anlangt, so wird P. alsDerjenige genannt, der die Malerei von der Nachahmung der Skulptur zur Selb-ständigkeit erhob, in die alte Steifheit und Unbeweglichkeit der Gesichter Bewegungund Leben, Ausdruck und Charakter brachte (daher sein Beiname:den Gewändern kunstvollere Mannigfaltigkeit gab, die Figuren ebenmäßig vertheilteund der erste Meister in Tetrachromenen (viel farbigen Gemälde») gewesen sein soll.Mit ihm beginnt der große und kühne Styl in der griech. Malerei. '1'.
Polygon, das Vieleck, jede mehr als viereckige Figur. Sind dieSeiten gleich, so heißt es regelmäßig, sind sie ungleich, unregelmäßig. — Po-lygonalzahl, s. Figurirte Zahlen.
Polygraph, ein Vielschreiber, ein Gelehrter, der viele Schriften verfaßthat. Diese Bezeichnung ist keineswegs immer ein Tadel; vielmehr kann man sehrausgezeichnete Schriftsteller zu den Polygraphen zählen, z. B. Muratori, Euler ,Voltaire , W.Scotk u.A. Indessen ist es doch natürlich, daß dieMenge der geisti-gen Erzeugnisse mir der Güte und Gründlichkeit selten vereinigt, namentlich, wenndie Producte des Vielschreibers durch Zeit und Gelegenheit schnell hervorge-trieben und die verschiedensten Gegenstände von demselben behandelt werden.
Polyhistor, ein Gelehrter, der in sehr vielen, besonders den histor.Wis-sensthaften bewandert ist. Bei der gegenwärtigen Ausdehnung der einzelnen Wissen-schaften kann dies nur auf Kosten der Gründlichkeit stattfinden, sodaß vom Poly-histor gesagt werden muß: „ zl> >>,ni>il>u,.'>l>c>ui<1, in lotn niliil". Nurhechit we-nige begabte Köpfe mögen diesen Namen mit Ehren führen. (Dgl. Morhof.)