Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
687
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Polyz-ena Pombal 681

Gott über alle Götter anerkennen, Jede Religion aber, die mehren Göttern hubdiät, gehört zum Heidenthume, dessen Grundcharakter eben der Polvtheismus,im Gegensatze gegen den geoffenbarten Monotheismus, ist. — Der Polytheismusgestaltet sich ebenso verschieden, als eS verschiedene Religionen des Heidenrhumsgibt. In seiner einfachsten Gestaltung (wenn diese seinem Begriffe nicht wider-strebt, und zu ihm gerechnet werden darf) erscheint er als Dualismus, derGlaube an 2 Grund- und Urwesen, die Grundlage mehren morgenländischer Re-ligionen, und selbst in mannigfacher Gestalt, überall eine Neubildung der Of-fenbarungslehre von Einem Gott und dem von ihm abgefallenen, ungöttlichenGeiste des Dösen. Die weiteste Abweichung vorn Polytheismus aber, obwol un-erkannt von ihm ausgegangen, ist der Pantheismus, die Allvergökterung, dadie Welt selbst Gott, und Gott die Welt, das Ein undAlleS ist. Gleichwol ist imDualismus und Pantheismus, obschon von dem reinen Lichte der Offenbarungentfremdet, noch eine höhere Ahnung der Gottheit, als in den Religionen, die manim engern und im eigentlichsten Sinne Polytheismus nennt, wo fast jeder Schim-mer der Offenbarung verloren, und das Göttliche ganz an die Gestalt und Erschei-nung gebunden, der Kdrperwelt einverleibt ist. Denn wie der Mensch weiter undweiter abirrte von dem ursprünglichen Lichte, fand er zwar immer ei» Göttliches inden Erscheinungen der Welt, jenes aber in diese» verkörpert, nicht Gott über alleErscheinung, und betete nun die Gestalt, die Erscheinung an, in der er den Gott,aber nicht Gott erkannte. Er versank in Abgötterei, in die jeder Polytheismusverfallt, da er Dem als dem Gotte huldigt, was nur ein Wirken und ein WerkGottes ist. Aus den Banden der Abgötterei und des Götzendienstes erlöste de»Menschen wieder die Offenbarung in Christus. 8a.

P o l y x e n a, des Priamus und der Hekuba Tochter, deren Schicksale dienachhomerischen Epiker erzählen. Achilles (s. d.) liebte sie, und fand durchdiese Liebe den Tod. Nach Einigen liebte auch sie den Achilles, und rödkete sich anfeinem Grabhügel. Nach der gewöhnlichsten Meinung aber wurde sie entweder inThrazien oder auf dem Grabe des Achilles dem Schatten desselben geopfert.

P omar e II. Man kennt diesen König von Otahiti (s. d.) aus des Cap.James Wilson „Milftonsreise in das stille südliche Meer" und aus dem „Nau-tilus" (Erzählung von WeiSflog, in der „Penelope" f. 1825). Er war im An-sang des 19. Jahrh, noch Heide, und sein Volk, einst in seiner Nakureinfalt so lie-benswürdig, durch europäische Genußmittel verdorben. Endlich fand das Chri-stenthum Eingang, als P. 1817 mit den Glaubensboten der engl. Mission ge-meinschaftlich dasselbe zu verbreiten anfing. Hierauf gründete er in seinem kleinenInselstaate die Gesetzgebung und die Verwaltung auf das Evangelium. Die zumChristenthum grobemheils durch ihn bekehrten Einwohner können fast alle lesen.Der ruff. Cap. Dellinghausen, welcher auf seiner Entdeckungsreise 1820 Otahitibesuchte, erzählt, daß die Bekehrung zum Christenthum einen blutigen Krieg ver-anlaßt habe. P., an der Spitze der Neubekehrten, wurde geschlagen und flohnach der Insel Einieo. Hier sammelte er neue Kräfte, griff Otahiti an und unter-warf die ganze Insel seiner Herrschaft. Er rief die engl.Missivnnaire (Nott u.A.)zurück und baute eine großeKirche. Darauf redete er das Volk an: „Wäre ich nochein Heide, so würde ich euch als besiegte Feinde alle tödten; aber das Christenthumlehrt mich, meineFeinde zu lieben und ihnen zu verzeihen; folglich liebe ich Euch undich verzeihe Euch". Diese Rede machte solchen Eindruck, daß die Insulaner sämmtlichdie christliche Religion annahmen. P. starb den I.Dec. 1821. Ihm folgte sein un-mündiger Lohn P. III. unter der Vormundschaft seiner Mutter. Dgl. Otto v. Ko-tzebuc'S „Reise um die Welt" (2 Bde., Weimar 1830).

Pombal (Sebastian Joseph v. Carvalho, 1755 Graf von Oeyras und1770 Marquis v. Pombal ), portugies. Slaatöminister, geb. 1099 auf dem