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Pomologie
mit der Ostsee in Verbindung steht. Diele Küstenflüsse, darunter auch mehre schiff-,bare, bewässern diese Provinz. Auch sind viele große und kleine fischreiche Seen vor-handen. Der Boden ist größtentbeils sandig und von sehr mittelmäßiger Fruchtbar-keit; doch sind die Gegenden bei Pvritz und Stargard . einige Striche in Vorpom-mern und die Gegenden längs der Seeküste sehr fruchtbar; ein nicht geringer Theilvon Pommern hingegen ist steinig und sehr dürre. Die von der Neumark zu Pom-mern geschlagenen Theile haben im Ganzen einen sandigen, derchic» Boden, und anwenigen Orten fruchtbares Ackerland. Die vorzüglichsten Erzeugnisse sind: Ge-treide und Feldfrüchte aller Art, Flachs, Hanf, Taback, Obst u.Holz. Ausgeführtwerden: Getreide, Flachs, Obst, Holz, fettes Rindvieh, Butter, feine Wolle, G.'mle,Gänsefedern, Schinken u. Wurste; auch die pommerschen Muränen, Lachse, Neun-augen, Aale und Picklinge sind bekannt. An Mineralien ist Pommern arm. Manhat LMmpserz, das auf der Eisenhütte zu Torgelow verschmolzen w'rd, Alaunerde,Salz, Bernstein, vorzüglich bei Stolpc, Kalk, Mergel und Torf. Letzterer ist dasvorzüglichste mineralische Erzeugniß Pommerns. Die Einw. sind theils Deutsche ,theils Kassuben oder Abkömmlinge der allen Wenden, mit eigner Sprache. Ehe-mals war Kassuben ein Herzogthum in Hinterpommern. Die Leibeigenschaft inKassuben hub der jetzt regierende König auf. DieGeiverbe sind von keiner Bedeu-tung; doch wird gute und dauerhafte Leinwand verfertigt und damit ein nicht unbe-trächtlicher Handel getrieben. Man hat Tabacks-, Tuch-, Rasch- und andre Wol-lenfabriken und unbedeutende Baumwolbnfabriken; eine Zucker siederei, eine An-kerfabrik und dieBernsteindrehereien zu Srolpe. Nichtiger ist der Handel, der theilszur See, theils arischer Oder, theils auch zu Lande mir den benachbarten preuß. Pro-vinzen getrieben wird. Der Hauptsitz des pommerschen Handels ist Stettin (s. d.)mit dem neuen Hafen zu Swinemünde. Pommern hat 3 Regierungsbezirke: Stet-tin, Stralsund undKöslin, und 26 londräihliche Kreise. Am 3. Aug. 1829 wurdeauf dein Gollenberge bei Köslin em Denkmal (ern deckiges eisernes Kreuz auf einemUnterbau von Granit) für die 1818—15 gefallenen, aus Pommern gebürtigenKrieger gegründet. S. Tb. Kanhow's , Chr onik von Pommern ", herauügeg. vonKosegarten (Greifswald 1816, 2 Thle.) (eine der besten altdeutschen Chroniken);Soll s ,,Gesch. desHerzogth, Pommern von den ältesten Zeilen bis 1648" (Berlin '1819 fg., 3 Thle.), und „Topographische Beschreibung der Provinz Pommern,mir einer statist. Übersicht"', von F. v. Nestor js (Berlin 1821).
Pomologie, O b st b a u m k u n d e, ist die Wissenschaft, welchesichmit der Kenntniß des Obstes (Obstkun^e) und dessen Erzeugung (Obstbaumzucht)beschäftigt. Als Kenntniß aller genießbar n Früchte der Bärune (l'unnn-eae, 11, ,,-p.i>-o,->«!, Vacoi'vi>-»-), ist sie ein Th-il der Botanik: doch schöpft sie aus dieser nurdie Regeln zur gehörigen Erkenntniß und Uiricrsch idrmg der Gatiungen und Artender Obstbäunre, beschäftigt sich aber noch überdies mit der technischen Betrachtungund Eintheilung der verschiedenen Abarten, die der Botaniker'alle nur als Varietä-ten einiger wenigen Species ansieht. Daher die in der Obstkunde eingeführ te bo-tanische Unterscheidung des Obstes in Kernobst mit vierfäckeriger Samenkapsel,über welcher süßes Fleisch liegt (Apfel) Birnen); in Beer obst, welch, s keinen deut-lichen Unterschied des Fleisches und der Samenhülle bemerken laßt (Stachelbeeren);in Steinobst, dessen eßbares Fleisch eine steinartige Nuß einschließt (Pfirsichen),und in Kapselobst, welches ebenfalls Steinobst ist, dessen Flerschbedeckung aber un-genießbar ist, und dessen Nußkern nur als Nahrungsmittel dient (Nüsse). Daherdie naturgemäße Eintheilung in Geschlechter, von denen die Botanik den Pomolo-gen lehrt, daß sie unvermischt neben einander fortbestehen, während nur die Spe-cies eines und desselben Geschlechts sich mit einander zu Bastarden vermischen kön-nen, die jetzt als beständige Varietäten oder Sorten durch die Bemühung der Po-mologen Namen und Bezeichnung erhalten haben. Man kann annehmen, daß