Poinpejus 699
Hand des Terentkus, seines Zeltkamcraden, welchen Einna gedungen hatte, Vaterund Sohn zu ermorden. Als er davon Nachricht bekam, verließ er Abends s. Zeltund sicherte seines Vaters Leben, indem er da« Prätorium mit einer Wache umgab.Bald darauf brach eine Meuterei im Heere aus; die unzufriedenen Soldaten woll:ten ihren verhaßten Befehlshaber verlassen: da trat der 1 Übrige Jüngling denAufrührern entgegen und warf sich, nachdem erBülen und Vorstellungen vergeblicherschöpft hatte, vor dem Hauptthore des Lagers auf die Erde mit der Erklärung,daß er sie nicht anders durchtasten werde, als wenn sie ihn zerträten. Diese Ent-schlossenheit hatte die gewünschte Wirkung; durch s. einnehmenden Worte und s.Betragen söhnte er in der Folge die Soldaten mit seinem Vater aus. Dieser wurdebald darauf vom Blitz erschlagen. Des Marius und Cinna Partei gewann dieOberhand und füllte Rom mit Blut. Der junge P„ der sich auf das klebiet vonPieenum zurückgezogen hatte, wo er Ländereien besaß, hob bei des Sylla Annähe-rung eigenmächtig Truppen aus und nöthigte die benachbarten Städte, sich fürdiesen Feldherrn zu erklären. Seine Liebe beim Volke setzte ihn in den Stand,8 Legionen aufzustellen, die er dem Sylla in Campanien zuführte. Drei Anführerder Gegenpartei wollten s. Marsch hindern, P. aber schlug sie einzeln und kani glück-lich bei Sylla au, der den 23jährigen Helden mit großer Achtung empfing und ihn,obgleich er noch nicht das senaiorische Alter halte, mit dem Titel Imperator begrüßte.Eine Reihe blutiaer Kämpfe folgte, durch welche des Marius Partei in Italien vernichtet, und Sylla unumschränkter Herr in Rom wurde. Um den P. noch fe-ster an sich zu knüpfen, bewog ihn Sylla, sich von s. Gemahlin Antistia zu trennenund sich mit Amilia, seiner Stieftochter, zu verbinden. Es war günstig für P.'SRuf, daß er, als Sylla s. Grausamkeiten in der Hauptstadt verüble, in Strittengegen Perpenno, einen Feldherrn des Marius, kämpfte. Er vertrieb denselben,unterwarf die Insel und wußte durch s. Milde die Liebe der Sicilianer zu gewinnen.Die Marianer hatten sich indeß in Afrika unter Domitius AhenvbarbuS wieder ge-sammelt und wurden von den numidischeu Königen unterstützt. Sylla wirkte daherein Decret des SenatS aus, welches dem P. befahl, sich dorthin zu begeben. Mit üLegionen griff er den Domitius unerwartet an und zerstreute den größten Theil sei-nes Heeres. Darauf stürmte er sei» Lager, erschlug ihn und nahm den numidi-schen König gefangen; die Länder demselben gab er einem Anhänger seiner Partei.Dieser vollständige, binnen 14 Tagen erlangte Erfolg erregte so sehr des Sylla Ei-fersucht, daß er ihm den Befehl zukommen ließ, s. Heer zu entlassen und nach Rom zurückzukehren. Aber die Soldaten, die sich in ihrer E-wartung auf Beute getäuschtsahen, brachen in einen Aufstand aus, und erst, als er sich selbst zu ermorde» drohte,wenn sie darin beharrten, kehrten sie zum Gehorsam zurück. Bei s. Ankunft warder von Sylla mit allen Zeichen der Gunst empfangen. Nach Plutarch erhielt ervon Sylla, nach Livüi« aber von s. Schmeichlern den Beinamen des Großen(Maznus), den er fortan führte. Des Dictators Eifersucht erwachte jedoch aufsNeue, als P. einen Triumph foderie. Sylla erklärte ihm, daß er sich diesem Ver-langen mit allen Kräften widersetzen werde. P. aber trug kein Bedenken ihm zu er-widern , „daß das Volk mehr die aufgehende als die niedersinkende Sonne verehre",und Sylla gab nach, So erhielt P. die Ehre des Triumphs, obgleich er erst römi-scher Ritter war und noch nicht das gesetzliche Alter hatte, um in den Senat zu treten.Sylla legte bald darauf die Dictatur nieder, und P. gab ihm bei einer Consulwahldie kränkende Überzeugung von s. Übergewichte. Sylla rächte sich dadurch, daß erihn in s. Testamente überging; aber P. war hochgesinnt genug, allen s. Einfluß an-zuwenden, damit er öffentlich auf das prachtvollste bestattet wurde. Neue Unruhenerhoben sich bald darauf, besonders durch den Tonsul LepiduS , welcher ebenfalls nachder Oberherrschaft strebte. Dieser verließ Rom und stellte sich an die Spitze einesHee-res, ward aber von den vereinigten Streilkräften des andern ConsulS EaluluS und