Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
701
JPEG-Download
 

Poinpkjtls 701

Anführer- in den asiak. Provinzen zu sehen, und während er den Oberbefehl zurSee beibehielt, alle Heere in diesen Gegenden unter seine Willkür zu stellen. Dashieß eine größer, Macht in seine Hände legen, als je ein römischer Bürger vor ihmgehabt hatte. Mehre ausgezeichnete Männer beschlossen daher, sich mit ihremganzen Einflüsse diesem Eingriff in die Freiheit zu widersetzen. Aber P. stand inso großer Gunst beim Volke, daß. als der festgesetzte Tag kau,, nur Hortensius undEatulus den Muts hatten, gegen den Vorschlag zu sprechen, während Cicero , derdasConsulat durch die Pompejanische Pariei zu erlangen hoffte, mit aller seinerBeredtsamkeit, und Cäsar , dem dergleichen Abweichungen von der Verfassung er-wünscht kamen, mit allem s. Einflüsse sich dafür erklärten. Cicero '« Rede (l'ra1^,- »,'>,>>!>!>) liefert einen Abriß von P.'S öffentlichem Leben in den glänzendstenLobsprüchen, die vielleicht je einem Einzelnen gemacht worden. Das Geseh wurdevon allen Tribus genehmigt, und P. schien nur ungern einzuwilligen. Er begabsich 67v. Chr. nach Asien und übernahm den Oberbefehl von LuculluS , der seinMißvergnügen um so weniger verbergen konnte, als P. geflissentlich alle von ihmgemachte Einrichtungen vernichtete. (S. Mithridates.) Der König wardaus s. festen Stellungen vertrieben, mit Verlust s. Lagers gänzlich geschlagen undzur Flucht in die Länder jenseits des kaSpischen Sees gezwungen. P„ der zu der-selben Zeit den König Tizrancs von Armenien von seinem Bunde mit MithridateSgetrennt und dessen Reich der Verfügung der Römer unterworfen hatte, verfolgteden Mithridates nach Scythien und kämpfte mit den kriegerischen Völkern daselbst2 Jahre. Dann kehrte er nach Ponius zurück, vollendete die Eroberung diesesKönigreichs und verwandelte Syrien in eine römische Provinz. Auf Einladungder beiden Bruder, Aristobulus und Hyrcaniug, welche um den Thron von Iudüastritten, erschien er in diesem Lande, ihren Zwist zu schlichten. Nach einer 3mo-natlichen Belagerung nahm er Jerusalem mit Eturm und ertheilte dem HyrcaniuSdie obei priesterliche Würde. Inzwischen hatte sich Mithridates aus Verzweiflungvergiftet; so war der Krieg beendigt. Nachdem P. die Angelegenheiten Asiens geordnet, besuchte er Griechenland , wo er Redner und Dichter hörte und s. Achtungfür die Philosophie dadurch bezeigte, daß er der Stakt Athen ein reiches Geschenkmachte. Darauf kehrte er nach Italien zurück, entließ, die Gemüther zu beruhigen,sein Heer, sobald er bei Brundusium (8 t v. Chr.) gelandet war, und zog als Pri-vatmann in Rom ein. Die ganze Bürgerschaft kam ihm entgegen und bewill-kommnete ihn mit lautem Jubel. Seine Foderung eines Triumphs ward ohneWiderspruch bewilligt, und »och nie hatte Rom ein so glänzendes Schauspiel ge-sehen als di sen 2tägigen Triumpdaufzug. Gefangene Könige und Vornehmegingen vor dem Wagen her, und die Beute von Asien , die in den öffentlichen ^Schatzfloß, stieg zu einer ungeheuern Summe. Nach dem Triumphe ließ P. alle Ge-fangene in ihr Vaterland zurückkehren, mit Ausnahme des Aristobulus und Tigra-nes. Sein Plan war nun, unter dem Anschein eines zurückgezogenen Privatman-nes den ersten Platz im Staate zu behaupten; dabei fand er aber von mehren Sei-ten Widerstand. Crassu« und LuculluS übertrafen ihn an Reichthum; die eifrigenRepublikaner betrachteten ihn mit Argwohn; Cäsar legte den Grund zu seinerkünftigen Größe. Dadurch wurde P. zu allerlei Kunstgriffen bewogen und zogauch den schändlichen Clodius an sich. Cäsar , der au« seiner StatthalterschaftSpanien zurückkam, bewarb sich eben um das Consulat. Zu diesem Zwecke ver-söhnte er CrassuS und P. und trat selbst mit ihnen in jene, unter dem Namen desersten Triumvirats berühmte Verbindung; 59 v. Chr. wurde er zum Consul ge-wählt, und durch die Vermählung seiner Tochter Julia mit P. schienen beidegroße Männer für immer vereinigt zu sein. Von jetzt an beförderte P. als Haupteiner Pacwi Maßregeln, denen er als guter Bürger hätte entgegenwirken sollen,da sie die Freiheit seines Vaterlandes unterdrückten. Er gab es zu, daß sein großer