Fallt todten sollte, allein befand, erschütterte er denselben durch s. Beredtsamkeit so»das; er von ihm in eine abgelegene Mühle geführt wurde, von wo der König an s.Schwerer in Warschau einige Zeilen schickte, worauf Mililair ihn aus der Mühlenach Warschau zurückgeleitete. (Das Haupt jenes fanatischen Anschlages, derMarschall Pulawski, floh nach Amerika, wo er unter Washington focht.) Da in--keß 1771 auch Östreich und Preußen Truppen ins Land schickten, so sielen die mei-sten (Großen von dem Könige ab. Hierauf beschlossen jene Mächte mit Rußland dieTheilung von 1772. Vergebens widerstanden der König und der Senat, die Hei-liak> it der Verträge gegen ungerechte Waffen aufrufend. Die Republik mußte denentrissenen Länder» entsagen. „Gott wollte damals", sagt Zoh. v. Müller, „dieMoralität der Großen zeigen". Der König ließ hierauf ein neues, treffliches Ge-s schlich fertigen, a^er dieses wurde auf dem Reichstage 1779 verworfen. Nunwar der König gänzlich abhängig von dem immerwährenden Rathe, welcher unterdem Einflüsse des russ. Gesandten stand. Da erkannten endlich die Magnaten, wiePolens Selbständigkeit zu retten sei. (S.Potocki.) Sie suchten und erhieltenden 29. März 1790 Friedrich Wilhelms l l. von Preußen Versprechen, daß er derRepublik beiffhen wolle, falls sie wegen der Verbesserung ihrer Constitution angs-griffen wei den sollte. Auch gab Preußen der hierauf vom Könige StaniSlauS an-genommenen Constituston vom 3. Mai 1791 seinen Beifall. Zn dieser Angelegen-heit zeigte Stanislaus sich so weise und edel, daß er die Achtung und Liebe s. Nationwiedererhielt. Vorzüglich waren ihm die Städte ergeben, für deren Emporkommener thätig gesorgt hakte. Auch schien er entschlossen, dem Zorne Kalharinens, derenGunst er durch jenen Schritt unwiederbringlich verloren hatte, Trotz zu bieten. Alsaber die Verbindung mit Preußen zurückging, als die Minderzahl des Reichstags,welche der Eonstitulion widersprochen hatte, durch Felip Potvcki und Rzewuski inWien und Petersburg die Umkehrung der neuen Ordnung betrieb, und die von ih-nen gestiftete targowiczer Consöderaiion (s. Polen ) durch russ. Truppen unter-stützt wurde, da sank dem schwachen Stanislaus der Muth. Das poln. Heer war,so tapfer auch Kosciuszko focht, zum langen Widerstände nicht geeignet, und Sta-nislaus, der geschworen hatte, eher mit s. Volke umzukommen als mit dessen Fein-den z , unterhandeln, ließ das Heer sich 20 Stunden von Warschau zurückziehenund trat hierauf den 23. Zuli 1792, nach Rußlands Verlangen, der targowiczerConfö'eration bei. Dadurch empörte er die Nation gegen sich, ohne Katharinen zuentwaffnen. Preußen und Rußland schritten nun 1793 zur zweiten Theilung, um,wie sie erklärten, dem poln. ZakobinismuS Schranken zu setzen. Des Königs Wi-derspruch zog ihm persönliche Mißhandlungen von Seiten des russ. Generals Rau-tenfeld und des russ. Gesandten, Grafen v. SieverS, zu. Katharina ließ ihn nachGrodno bringen, nöthigte ihn (1794) den Theilungsvertrag zu unterzeichnen, derPolens Vernichtung vollendete, und am 25. Nov. 1795, am Jahrestage seinerKrönung, dem Throne zu entsagen. Er ging hierauf nach Petersburg , wo er alsPrivatmann, von Rußland pensionnirt, lebte und den 12. Febr. 1798 starb. Einblinder Glaube an Kalharinens Großmulh, an ihre.persönliche Freundschaft undLiebe für ihn, hatte ihn verblendet; so wurde er das Opfer ihrer Politik, (fn demUnglücke seines Vaterlandes erkannte er die eigne Schwäche und s. Wankelmuih.Ohne irakische Würde in der Geschichte trat Stanislaus P. ab vom Schauplatze,ein Werkzeug der nordischen Semiramis. bi
III. Poniatowski (Joseph), des Vorigen Neffe, geb.d. 7. Mai 1763zu Warschau , Oberfeldherr des poln. Kriegsheeres, Kriegsminister, Marschall vonFrankreich w. Früh zeigte er allenthalben, wo er nicht durch den Einfluß seinesOheims, des Königs, geleitet wurde, große Thätigkeit und Vaterlandsliebe. DieserEinfluß aber gab ihm einen Schein von Unentschlossenhcit, wodurch er sich den ver-schiedenen Parteien verdächtig machte. Während des Feldzuge von 1792 befehligteEonversattonS-Lericon. Vd. VIII. 4 >'