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Achter Band. O bis Q.
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Pontimsche oder pomptinische Sümpfe

Numa, der die gottesdienstlichen Gebräuche der Römer festsetzte, gab es nur EinenPontifex. In der Folge wurde diese Anzahl auf 4, dann auf 8, und unter Syllaauf 15 vermehrt. Die Pontifices bildeten ein eignes Priestereollegium, das über alleReligionsangelegcnheiken gesetzt war, und an dessen Spitze derPontisexMaxi-mns (Oberpriester) stand, der insbesondere die Einweihung der Priester, auch frü-he, hin die öffentlichen Jahrbücher (.>n»<,W, »i->xi,„i) besorgte und die?lufsicht überdie heiligen Gebräuche der Vesta führte. Er bekleidete sein Amt auf Lebenszeit unddurfte sich nicht aus Italien entfernen. Die Kaiser nahmen späterhin auch diesenTitel an. Die PonrisiceS hatten die höchste Aufsicht über den religiösen Cultus unddessen Diener, ordneten die religiösen Feierlichkeiten an, besorgten den Calender,und entschieden über Rechtshändel, welche mit der Religion in Verbindung standen(daher das poiitiim,,,,,). Das äußere Abzeichen der Pontifices, wenigstens anfeierlichen Tagen und bei AmkSverrichtungcn, war ein mit Purpur verbrämtcsKkeid(logn praslüxl«), und auf dem Kopfe ein in Form eines Kegels spitz zulaufenderHut, der von den Fellen der geopferten Thiere verfertigt war (ininln, oderI«,-uH.— Pontificalien heißen die Gewänder der vornehmen Geistlichen inder römischen Kirche, welche sie besonders an Festtagen tragen. — Pontifieat,dieWürke des Pontifex; auch die päpstl. Würde, sowie der Papst selbst lateinischPontifex Maximus genannt wird.

Pontinische oder p o m p t i n i sch e S ü m p fe nennt man den Land-strich im Kirchenstaate, südlich von Rom , der sich von Nettuno bisTerracina er-streckt, gegen 40 Miglien lang und zwischen 4—10 Miglierl breit ist. Der Ur-sprung dieser Sümpfe, die man nicht mir den MareMinen (s. d.) verwechselndarf,^verliert sich in das gramste Alterthum. Homer beschreibt die Wohnung derCirce (das Vorgebirge Monte Circello bei Terracina) als eine Insel, und es läßt sichnicht ohne Wahrscheinlichkeit annehmen, daß diese ganze sehr niedrige Ebene einstvon den Meereswellen bedeckt g-wesen sei, wie das Gebiet von Ravenna aufderöstlichen Küste. Späterhin, in den ältesten Zeiten der römischen Republik, befandensich hier, wie PliniuS nach dem Zeugniß älterer Geschichtschreiber versichert, 33Slädie, die s mmtlich durch Kriege, vielleicht auch durch den schädlichen Einfluß derzunehmenden Ldumpflust, schon früh verschwanden. Die mächtigste unter ihnen,Pometia, halte den sümpfen ihren Namen gegeben.' Diese werden durch dieMenge Wassers gebildet, welches unzählige in den nahen Gebirgen entspringendeStröme in die Ebene führen, wo sie, wegen fehlender Senkung desBodenS gegen dasMeer, nur langsam hinschleichen, stehende Wässer erzeugen und sich im Sande ver-lieren. Der Verlust einer so großen Strecke fruchtbaren Landes und die äußerst un-gesunden Ausdünstungen, welche der Südwind öfters bis nach Rom trieb, erregteschon früh die Aufmerksamkeit der alten Römer, denen keine Unternehmung zu groß«-schien, diesem Übel abzuhelfen. Wahrscheinlich machte AppiuS Claudius (312 v.Chr.) den ersten AuStrocknungeversilch, als er die berühmte, nach ihm benannteHeerstraße durch die Sümpfe leitete. Ihm folgte in diesem Bestreben der ConsulCclhegus. Julius Cäsar hatte den riekenmäßigen Plan, die Tiber durch die Süm-pf« zu leiten, wurde aber durch tenTod an dessen Ausführung verhindert. Augu-stuS .begnügte sich mit dem zweckmäßigen Unternehmen, mehre Canäle anzulegen.Unter den folgenden Kaisern geriekben die Sicherungsanstalten in Verfall, und dieWässer traten aus, bis Nero das Werk wieder angriff. Trojan sehte dasselbe 10?Lhrc hindurch mit so vielem Eifer fort, daß die ganze Strecke von Trepvnti bisTerracina ausgetrocknet, und die Via Arpiä vsilkommen wiederhergestellt wurde.W ihrend der Stürme, die das römische Reich 'Zu Grunde-richteten, traten auch dieSumpfe in den alten traurigen Zustand zurück. Un'er dem gothischen KönigeTheodorich wurde abermals zu ihrer Austrocknung geschritten, und, wie es scheint,nicht ohne Glück. Allein die getroffenen Vorkehrungen bestanden, nicht lange, und

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