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bald setzte sich die feindliche Natur wieder in ihre Rechte. Unter den Päpsten warBonrfaz VUI. (st. 1303) der Erste, der sich mit der Austrocknung der Sümpfe be-schäftigte und einen großen Canal ziehen ließ, wodurch die Gegenden um Sezze undScrmonetta noch heutiges Tages trocken sind. Martin V. ließ 1411 ebenfallseinen bedeutenden Canal, den Rio Martino, graben, dem etwa noch 1 Meile biszum Meere fehlte, als durch den Tod dieses Papstes die treffliche Anstalt, die allenFlüsse» einen allgemeinen Abzug gewähren sollte, ins Stocken gerieth. Leo X. schenkte die ganze Gegend dem Julian v. Medici, mit der Bedingung, sie austrock-nen zu lassen. Doch geschah während 69 Zähren, da das Mediceistbe Haus siebesaß, wenig oder nichts für ihre Verbesserung. Erst Sixtus V. (st. 1590) machtesich wieder mit Cifer an die Sache und begab sich selbst in die Gegend. Auch er ließeinen großen Canal, den Fiume Sisto, graben und mit Dämmen einfassen, die in-dessen, allzu schwach angelegt, bald nach s. Tode wieder Anrissen, sodafi die gante Ge-gend bald wieder so sumpfig war wie vorher. Seit dieser Zeit hatte kein Papst denMuth, das Werk ernstlich zu unternehmen. Erst Pius VI. richtete s. Aufmerksam-keit auf die pontinischen Sümpfe. Mit höchster Genauigkeit wurde dasNivellirenangestellt, die Tiefe der verschiedenen Canäle und Abzüge gemessen, der Grad derAbschüssigkeit in den Flußbetten ausgemittelt und 1118 das Werk begonnen. ZehnZahre hindurch ward es mit großem Kostenaufwande fortgesetzt, bis es 1188 zuStande kam. Zwar konnte man bei aller Anstrengung eS nicht dahin bringen, denniedrigen Landstrich zu erhöhen und ihm eine für seine zahlreichen Flüsse ange-messene Abdachung zu geben; doch bewährten die zweckmäßig geleiteten Canäle, dieReinigung der Flußbetten, deren Schlamm die Luft mit ungesunden Dünsten er-füllte, die Anlegung einer trefflichen Heerstraße (Linea Pia) das Verdienst Pius VI. um diese Gegend. Auch während der franz. Herrschaft wurden die Arbeiten fort-gesetzt; dennoch scheint es beinahe, daß der alte Sumpfboden den Zwang der Nutz-barmachung nicht ertragen wolle. Zwar ist diese Gegend nicht so fürchterlich, wiesie gewöhnlich geschildert wird, allerdings aber einförmig und, was das Schlimm-ste ist, der räuberische Charakter ihrer Bewohner, welcher durch die kräftigen Maß-regeln der franz. Regierung einigermaßen unterdrückt war, hat in den neuesten Zei-ten ganz st-ine frühere Gestalt angenommen. Übrigens findet man daselbst ziemlichviel beb.: teS Land und unermeßliche Weiden, wo Pferde, Rinder und Büffelheer-den grasen, und Wasserhühner (sol-ioche) rauschend emporfahren, auch gegen dasMeer h'n große Waldungen. Die Luft ist jedoch, besonders zu manchen Zeiten desZahres, noch immer ungesund; daher auch das blasse, erdfahle Aussehen der we-nigen Bewohner, die meistens Zagd lind Fischfang und nebenbei Straßenräubereitreiben, wenn es dasFieber ihnen gestattet. Das Hauptwerk über diese Auslrock-nung in theoret. und prakt. Hinsicht ist Prony'S „De-norchi. 1>v-Iic>u>->>>b>0»e etlii-torigue lies mar.'ÜS pontins" (»ach ihrem Zustande i. Z. 1811 u. 1812) (Paris 1823, 4.; m.c. Atlas. Fol.). XX.
Pontons, eine Art kleiner Schiffe ausKupfer- oder Eisenblech, oder auchvon Holz verfertigt, welche nebst dem übrigen Zubehör von den Heeren mitgefühl twerden, um mittelst ihrer schwimmende Brücken schnell über einen Fluß zuschlagen. Sie werden aneinandergesetzt und zu diesem Behuf mit Balken undBrciern belegt. Die zu diesem Zweck bei den Heeren befindlichen Leute heißenPontonierS, und die Kunst selbst wird in einer militairischen Wissenschaft,der Pontonierswissenschaft, gelehrt. Auch heißen die alten, zum See-d.enste nicht mehr brauchbaren Kriegsschiffe, auf welchen die Engländer ihreKriegsgefangenen bewahren, Pontons.
Pontoppidan (Eric) der Ältere, ein dänischer Schriftsteller, geb. aufder Insel Fyen den 21. Jan. 1616. Er legte den Grund s. Gelehrsamkeit aufdem Gymnasium zu Odensee , studirte dann auf Walkcndorph's Collegium, wurde